Thomas Zöller
Sehr geehrtes Präsidium, werte Kolleginnen und Kollegen! Ja, auch ich möchte an das, was der Vorredner gerade gesagt hat, anschließen. Auch ich fragte mich am Anfang ein wenig: Ist das eine richtige Krankheit? Um was geht es bei ME/CFS? Nach ersten persönlichen Gesprächen mit Betroffenen, mit Patientinnen und Patienten und mit Eltern, die – wie Kollege Hanna-Krahl gerade gesagt hat – über ihre Kinder berichtet haben, die mitten im Leben stehen, die studiert haben und jetzt ihre Zeit nur noch im Bett verbringen müssen, war mir klar, dass es hier eine große Unterstützung für die Selbsthilfegruppen, aber natürlich auch für die Betroffenen selbst braucht. Das geht natürlich nur, wenn wir hier die Forschung vorantreiben. Daher auch vielen Dank an die SPD für den Antrag. Deshalb haben wir überlegt, was man mit einem solchen Antrag verbessern könnte. Daher kam der Nachzieher von der CSU und den FREIEN WÄHLERN mit dem Ziel, die Versorgung von ME/CFS-Patienten zu verbessern. Wichtig ist aber auch die Verankerung von ME/CFS in der medizinischen Weiterbildung, sodass auch dieses Thema hier gelehrt wird. Über die bayerische Strategie hat Bernhard Seidenath berichtet. Das werde ich jetzt nicht noch mal alles herunterkauen. Auf diesem Gebiet wird unwahrscheinlich viel gemacht. Ich möchte aber auch zur SPD noch mal kurz sagen: Es gibt auch in der Bundesregierung ganz tolle Nachrichten – wir haben es gehört –: Dorothee Bär hat eben verkündet, dass auf diesem Gebiet nachhaltig geforscht und das Ganze nachhaltig verbessert wird. Deshalb hat der Deutsche Bundestag umfassende Maßnahmen zur Förderung der Forschung zu ME/CFS und Long COVID beschlossen. Es ist eine tolle Geschichte zu sagen, dass hier eine nationale Dekade eingeleitet wird, wobei 500 Millionen Euro in die Forschung fließen und zwischen 2024 und 2028 nochmals rund 118 bis 200 Millionen Euro für die Versorgung und Erforschung von ME/CFS-Strukturen auf den Weg gebracht werden. Das sind wirklich gute Nachrichten im Kampf gegen diese Krankheit. Sie können sich als SPD loben, dass Sie das in der Bundesregierung gemeinsam hinbekommen haben. Wir haben es gehört: In Bayern sind von dieser Krankheit 100.000, bundesweit 650.000 Menschen betroffen. Da ist vieles zu tun. Das eben Angesprochene zeigt auch, dass es in die Richtung gehen muss, diese Krankheit nicht nur in der Weiterbildung, sondern überhaupt im Studium der jungen Ärztinnen und Ärzte zu thematisieren, um sich damit sofort beschäftigen zu können. Ich sehe, wie die Uhr weiter tickt, wobei ich eigentlich noch so vieles zu diesem Thema zu sagen hätte. – Es ist mir wichtig, dass wir in Bayern diesen 100.000 Menschen, die von dieser Krankheit betroffen sind – und es ist eine Krankheit, egal was irgendwer behauptet –, helfen können, damit sie frühzeitig Diagnosen, differenzierte Abklärungen und eine patientengerechte Behandlung bekommen. Das ist ganz, ganz wichtig. Dann kommen wir bei diesem Punkt auch weiter. Bei der Liegenddemo wäre ich herzlich gerne dabei. Leider haben wir an diesem Tag Landesparteitag. Ich werde versuchen, auf irgendeine Weise noch dabei zu sein, und alles posten. Wir werden uns mit den Betroffenen weiter treffen. Daher sage ich: Die Forschung läuft schon. Deswegen müssen wir dem SPD-Antrag nicht unbedingt zustimmen. Es würde mich aber trotzdem freuen, wenn unserem Antrag alle zustimmen würden. Das, was von der AfD kommt, sehe ich ähnlich wie meine Vorredner. Wer dies am Anfang geleugnet hat, der braucht sich jetzt nicht hinzustellen und alles herunterzubeten, was bereits gemacht wird. Ich bitte um Zustimmung zu unserem Antrag. (Beifall bei den FREIEN WÄHLERN und der CSU) Fünfter Vizepräsident Markus Rinderspacher: Es liegen zwei Meldungen zu einer Zwischenbemerkung vor. Die erste Zwischenbemerkung kommt von Herrn Kollegen Andreas Hanna-Krahl, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN.
