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Florian von Brunn

SPD 22.04.2026 Sitzungen 19/76

Sehr geehrter Herr Staatsminister, Sie haben gerade die Kraftwerkstrategie von Katherina Reiche gelobt. Was sagen Sie zu der Regelung, dass die Ersatzkraftwerke oder Speicher nach zehn Stunden Energieabgabe nach einer Stunde schon wieder liefern können müssen? Das ist eine Regelung, die ganz offensichtlich Batteriespeicher ausschließen soll. Zweite Teilfrage. Was sagen Sie zum Redispatch-Vorbehalt, den Katherina Reiche haben will, der Bayern meiner Meinung nach schwer schaden würde? Die dritte Frage: Wie sollen die Ausschreibungen für die Windkraft geändert werden, damit Bayern davon profitiert und nicht wieder so benachteiligt wird, wie das zuletzt passiert ist? Staatsminister Hubert Aiwanger (Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie): Zunächst einmal zum Thema Gaskraft versus Speicher. Auch hier sehe ich nicht das Entweder-oder, sondern das Sowohl-als-auch. Es ist nun einmal Fakt, dass in den ersten Minuten, in den ersten Stunden eines Stromausfalls der Speicher die Nase vorn hat. Deswegen wollen wir mehr Speicher. Wir hatten in den letzten zehn Jahren 470-mal wohl die Situation, dass länger als zehn Stunden eine Dunkelflaute gewesen ist, also fast einmal pro Woche. Dann wird es mit den Speichern haarig, auf gut Bairisch formuliert. Das heißt, wir bräuchten Riesenspeicher, die deutlich teurer wären. Sie werden zwar derzeit billiger, als sie früher waren, aber je länger die Dunkelflaute dauert, um so sinnhafter ist es, noch Gaskraftwerke in der Hinterhand zu haben, die dann hoffentlich natürlich auch das Gas haben. Deswegen dürfen wir die Speicher nicht schließen lassen usw. Wir brauchen Speicher, und es ist ja in der zweiten Ausschreibungsrunde ab Anfang 2027 geplant, dass dann wieder mehr die Speicher kommen sollen. Aber ich halte es für sehr sinnhaft, jetzt gezielt in schnell regelbare Gaskraftwerke zu gehen. Zum zweiten Thema, Redispatch: Ja, wir müssen aufpassen, dass keine Vollbremsung beim Ausbau der Erneuerbaren erfolgt. Ich habe das auch so bezeichnet: keine Vollbremsung. Ich habe natürlich Verständnis, dass wir nicht blind Windparks und PV-Flächen aufbauen können und am Ende niemand haben, der den Strom braucht, und trotzdem bezahlen müssen. Aber wenn mal das Angebot an Wind und Sonne da ist, dann gibt es auch Leute, die Speicher bauen, Leute, die daraus Wasserstoff machen. Wir werden es nie passgenau haben, dafür müssten wir "chinesisch" regieren. Sondern das wird sich irgendwo immer gemeinsam hochschaukeln. Wir müssen das Thema Redispatch also im Auge behalten, aber keine Vollbremsung machen. Wie müsste die Windkraft bei uns gefördert werden? – Die letzten Ausschreibungen waren mit 5,5 Cent, mit dem Ergebnis, dass wir im Süden so gut wie keine Ausschreibungen gewonnen haben. Man muss also anerkennen, dass wir im Süden ein paar Cent mehr bekommen müssen als der Norden, sonst haben wir nur noch Windräder im Norden und nur noch die Leitungen in den Süden. Das ist auch nicht sinnhaft, weil wir das im Süden dann wieder mit Gaskraft hinterlegen müssen. Es muss eine Systematik kommen, und an der wird ja gearbeitet, dass dieser Faktor von 1,55 vielleicht etwas verbessert wird und wir dann im Süden noch ein, zwei Cent mehr bekommen. Dann werden auch die 1.000 bayerischen Windräder realisiert, und die brauchen wir. (Beifall bei den FREIEN WÄHLERN und der CSU)

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