Ruth Waldmann
Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Es entwickelt sich jetzt schon zu einer kleinen Tradition, dass ich an so langen Plenartagen jetzt immer das letzte Wort habe. (Volkmar Halbleib (SPD): Sehr gut!) Das ist vielleicht gar nicht so schlecht, schauen wir einmal – von den Rednern her zumindest. (Felix Locke (FREIE WÄHLER): Es kommt noch jemand!) Dieses Auslandsstipendium ist ein Baustein, um die medizinische Versorgung in Stadt und Land sicherzustellen. Das liegt uns sehr am Herzen. Wir unterstützen diesen Baustein, der aber natürlich nicht für sich allein stehen darf, sondern mit weiteren Maßnahmen ergänzt werden muss; denn es ist jetzt erst noch ein relativ kleiner Beitrag, weil – wie wir schon gehört haben – das Kriterium, dass eine Kooperation zwischen der ausländischen Uni und einer bayerischen Klinik etabliert sein muss, bislang nur in zwei Fällen erfüllt wird, und das ist doch schon noch ziemlich wenig dafür, dass man sich doch jetzt hier ziemlich laut mit den Fäusten auf die Brust trommelt. Aber diese Kooperation kann man ausbauen. Da sind wir gerne dabei. Es ist so: Obwohl wir inzwischen so viele Ärztinnen und Ärzte wie noch nie in Bayern haben, gibt es trotzdem noch erhebliche Engpässe. Uns droht sogar in einigen Regionen und Sparten eine Unterversorgung. Deswegen müssen wir alle Stellschrauben in die Hand nehmen, die wir hier in Bayern haben, und die spielen zum Teil eine noch größere Rolle: Zum Ersten dürfen wir natürlich nicht nachlassen, mehr Studienplätze auch hier in Bayern anzubieten. Zum Zweiten brauchen wir attraktive Studienbedingungen und auch attraktive Arbeitsbedingungen für die Ärztinnen und Ärzte hier in Bayern. Da denke ich zum Beispiel auch an die Ärzte im Praktischen Jahr, die sehr unter den Bedingungen leiden, mit denen sie kaum zurechtkommen. Das ist keine gute Voraussetzung. Wir müssen auch stärker weg von der Abiturnote. Es hat Gründe, warum viele auch gerne im Ausland studieren wollen, weil da nämlich andere Kriterien eine größere Rolle spielen; aber es ist in Ordnung, wenn wir sie dann dort unterstützen. Drittens. Wir haben immer noch auch ein Problem damit, dass die Anerkennung ausländischer Abschlüsse von Ärztinnen und Ärzten, die zu uns kommen wollen, viel zu lange dauert. Das hatten wir erst gestern wieder ausführlich bei uns im Ausschuss beraten. Das muss wirklich schneller werden. Da sind teilweise noch ziemlich unsinnige oder verzögernde bürokratische Regelungen zu beachten. Da dürfen wir auch nicht nachlassen, und auch nicht dabei, die Kompetenzen anderer Gesundheitsberufe stärker in die Versorgung einzubeziehen. Insgesamt brauchen wir eine moderne Versorgung, die den Bedarfen und Lebensrealitäten sowohl der Medizinerinnen und Mediziner als auch der Patientinnen und Patienten entspricht. Darauf kommt es an. Wir werden sehen, wie viel wir mit diesem Baustein leisten können; aber da gehen wir gerne mit. Wir müssen allerdings auch schauen, ob das alles tragfähig und umsetzbar ist. Zum Beispiel ist schon genannt worden, dass verschiedene Kriterien für die Vergabe dieses Stipendiums jetzt anstehen. Wir müssen dafür Sorge tragen, dass die nicht konkurrieren. Wenn wir zum einen nach der Reihenfolge der eingehenden Anträge gehen und zum anderen nach der finanziellen Leistungsfähigkeit der Bewerberinnen und Bewerber schauen müssen, dann kann sich das im Einzelfall beißen. Da müssen schlaue Regelungen gefunden werden. Wie bei der Landarztquote muss man natürlich in Rechnung stellen, dass sich die Lebensentwürfe junger Menschen ändern können, wenn sie im Ausland dann vielleicht ihren Lebenspartner oder ihre Lebenspartnerin kennenlernen, wenn es andere Gründe gibt, einen anderen Weg einzuschlagen. Wir wollen ihnen dann aber keine allzu großen Hürden in den Weg stellen. Trotzdem ist es ein interessanter Versuch, den wir gerne unterstützen, weil wir bei allem, was hilft, um eine moderne medizinische Versorgung hinzubekommen, gerne dabei sind. Jetzt wünsche ich allen noch einen geruhsamen Abend und einen schönen Abschluss. (Felix Locke (FREIE WÄHLER): Es kommt noch eine Rednerin!) Wir haben jetzt zum Beispiel gute Nachrichten aus Dänemark bekommen, dass die deutsche Handballmannschaft in das EM-Halbfinale eingezogen ist. Das freut mich sehr. Gute Erlebnisse tragen auch zu einer guten Gesundheit bei. (Beifall bei der SPD)
