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Martina Fehlner

SPD 28.01.2026 Sitzungen 19/68

Sehr geehrter Herr Vizepräsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Bayern ist das beliebteste deutsche Bundesland. Der Tourismus ist für den Freistaat ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und für den ländlichen Raum auch ein bedeutender Standortfaktor. Im vorliegenden Antrag geht es um das Sportzentrum Mitterdorf, das am 25. Dezember 2025 unter anderem mit neuen Sesselbahnen auch für den Sommertourismus, mit neuen Pisten und mehr Parkplätzen eröffnet wurde. In den ersten Wochen – Kollege Behringer hat das schon gesagt – kamen rund 24.000 Skigäste. Dazu kann man dem Ort nur gratulieren. Von Overtourism ist keine Rede. Unbestritten ist: Bei überhöhten Besucherströmen brauchen wir kluge Besucherlenkungen, die entzerren und verteilen, wenn es notwendig ist. Die Bayern Tourismus Marketing GmbH und das Bayerische Zentrum für Tourismus haben in den unterschiedlichen Regionen in Bayern gute Gesamtkonzepte entwickelt. Einige Anmerkungen zum Antrag: Schon der Einstieg in die Begründung ist falsch. So stellt die "Abendzeitung" vom 18. Mai 2025 die Frage an Tourismusexperten, ob aufgrund der verschärften Grenzkontrollen Megastaus drohen könnten. Die Antwort der Experten zeigt: Sie sehen keine belastbaren negativen Folgen für Gästezahlen und den Tourismus in Bayern. Was dieser Einstieg dann mit Besucheranstürmen an touristischen Hotspots an Wochenenden zu tun hat, wie es im Antragstext heißt, wird nicht näher erläutert und bleibt damit unklar. Zur Finanzierung des Projektes "Ausbau Sportzentrum Mitterdorf": Ja, es hat mehr als 23 Millionen Euro gekostet. 6,6 Millionen Euro gibt es vom Freistaat. Im Antrag selbst ist jetzt von ungenutzten Mitteln die Rede, in der Begründung von gestrichenen Fördermitteln. Bei so viel Unklarheit in der eigenen Argumentation ist dann auch klar, warum man einfach mal irgendetwas in irgendwelche Marketingmaßnahmen stecken könnte, um das Sportzentrum für Einheimische und auswärtige Besucher an Werktagen attraktiver zu machen und insgesamt die Auslastung zu erhöhen. Auch hier hätten konkrete Zahlen die Argumentation untermauern können; aber auch hier bleibt alles völlig nebulös. (Beifall bei der SPD) Keinerlei Zahlen, die belegen, dass das Skizentrum an Werktagen nicht attraktiv genug oder insgesamt nicht ausgelastet sei. Schaut man sich die Sachlage an, ergibt sich ein völlig anderes Bild, als im Antrag gezeichnet wird. Mit den Investitionen setzt man auf ein modernisiertes, strategisch auf den Ganzjahresbetrieb ausgerichtetes Infrastrukturprojekt. Die neue Sesselbahn soll dazu dienen, den Berg und seine Umgebung auch abseits der Wintermonate attraktiv zu halten und einen ganzjährigen touristischen Betrieb zu ermöglichen. Eine Fly-Line und ein Erlebniswanderweg sollen dazu beitragen. Das ist alles ideal für Familien. Nachdem im Ausschuss deutlich geworden war, dass der Antrag keinerlei Zielrichtung aufweist und konzeptionell völlig unausgereift ist, versuchte die AfD, ihn in der Debatte notdürftig umzubauen. Dabei sollte der Abschnitt zu Mitterdorf – ursprünglich das Herzstück des Antrags – kurzerhand gestrichen werden und durch eine austauschbare Passage zum Besuchermanagement ersetzt werden. Dieser improvisierte Umbau mitten in der Diskussion zeigt noch einmal deutlicher als jedes Argument, dass der Antrag weder durchdacht noch belastbar ist, weshalb er folgerichtig auch abzulehnen ist. Das tun wir. (Beifall bei der SPD) Fünfter Vizepräsident Markus Rinderspacher: Vielen Dank, Frau Kollegin Fehlner. Weitere Wortmeldungen liegen mir nicht vor. Die Aussprache ist geschlossen. Wir kommen zur Abstimmung. Der federführende Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus empfiehlt die Ablehnung des Antrags. Wer entgegen dem Ausschussvotum dem Antrag der AfD-Fraktion zustimmen möchte, den bitte ich um das Handzeichen. – Das ist die AfD-Fraktion. Gegenstimmen! – Das sind alle anderen Fraktionen. Stimmenthaltungen? – Keine. Der Antrag ist abgelehnt. Ich rufe Tagesordnungspunkt 9 auf: Antrag der Abgeordneten Arif Tasdelen, Holger Grießhammer, Volkmar Halbleib u. a. (SPD) Öffentlicher Dienst - Nachwuchsinitiative Bayern 2040 (Drs. 19/6812) Ich eröffne die Aussprache. Erster Redner ist Herr Kollege Arif Taşdelen für die SPD-Fraktion.

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