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Helmut Schnotz

CSU 29.10.2025 Sitzungen 19/62

Sehr geehrter Herr Präsident, meine Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen! Das Ausbildungssystem in Deutschland und Bayern ist ein Erfolgsmodell. Die berufliche Ausbildung bietet Jugendlichen gute Voraussetzungen für den Übergang ins Arbeitsleben und vielfältige Karriere- und Entwicklungschancen. Es gibt über 300 Ausbildungsberufe; da ist für jede und für jeden etwas dabei. Die Kombination aus Theorie und Praxis hat sich bewährt und blickt auch bei uns im Land auf eine lange Tradition zurück. Die Welt beneidet uns um das duale System; das hat selbst Herr Schmid schon festgestellt. Von der Fortbildung zum Meister mit anschließender Selbstständigkeit im eigenen Betrieb bis hin zum Studium ist bei uns vieles möglich. Unser Bildungssystem, insbesondere in Bayern, ist extrem durchlässig. (Beifall bei der CSU und den FREIEN WÄHLERN) Wir haben eine gute Situation für Ausbildungssuchende und gleichzeitig viele offene Stellen. In Bayern haben wir rund 1,5 gemeldete Berufsausbildungsstellen je Bewerberin bzw. Bewerber, so der Stand vom August 2025. Mein Dank gilt allen bayerischen Unternehmen dafür, dass sie die Ausbildungsbereitschaft ungebrochen hochhalten. Die duale Ausbildung ist ein stabiles Fundament für ein erfolgreiches Arbeitsleben; deshalb stärken wir sie mit zahlreichen Maßnahmen. Die Staatsregierung unterstützt dabei Ausbildungsinteressierte und Unternehmen gleichermaßen, zum Beispiel in der Berufsorientierung mit der Internetplattform "BOBY – Berufsorientierung Bayern" und auf verschiedenen Berufsbildungsmessen, unterstützt den Übergang von Schule zu Beruf mit Ausbildungsakquisiteuren, Unternehmen, ESF und Förderaktionen, zum Beispiel "Fit for Work – Chance Ausbildung" und "Fit for Work – Chance Teilzeitausbildung". Außerdem nenne ich als Beispiel die Messe "Berufsbildung" vom 8. bis zum 11. Dezember 2025. Wir agieren hier nicht im luftleeren Raum. Lassen Sie mich zwei gute Praxisbeispiele nennen, unter anderem aus meiner Heimatgemeinde, noch initiiert als Bürgermeister zusammen mit der Schule: Das Projekt "Jahrgangsübergreifende Berufswahlbegleitung", eine Berufsfindungsbegleitung, ist eine ergänzende und vertiefende Maßnahme zur Berufsorientierung und Berufswahlentscheidung der Schüler und Schülerinnen der Jahrgangsstufen sieben bis zehn. Das Projekt verfolgt insbesondere die Ziele einer vertieften Eignungsfeststellung, einer Verbesserung des Entscheidungsverhaltens eines jeden Schülers sowie die Vertiefung berufsbezogener Kenntnisse. Ein anderes Beispiel aus der Welt der Ausbildung im Freistaat zeigt, dass Unternehmen erfolgreiche Wege bei der Gewinnung von Auszubildenden gehen: Beim Bau ihrer neuen Produktionsstätte hat zum Beispiel eine Großbäckerei in München 100 Werkswohnungen und Appartements gerade auch für seine Auszubildenden geschaffen. Und da zum Thema Wohnheime: Der Bau und der Erhalt von Wohnheimen für Auszubildende kann in Bayern seit Inkrafttreten der Azubi-Richtlinien 2024 unterstützt werden. Gefördert wird mit einem leistungsfreien Baudarlehen von bis zu 45.000 Euro je Wohnplatz in Verbindung mit einer 25-jährigen Miet- oder Belegungsbindung. Derzeit befinden sich bereits drei Projekte mit einem Fördervolumen von insgesamt rund 7,2 Millionen Euro in Bau. Für weitere Projekte wurden Förderanträge gestellt. Zuständig – nur zur Information – sind hier die Bezirksregierungen, außerdem die Städte München, Nürnberg und Augsburg. Gleichzeitig werden mit Meisterpreis, Aufstiegs-BAföG und dem bayerischen Meisterbonus in Höhe von 3.000 Euro gezielt Anreize gesetzt. Diese Anreize werden auch auf Bundesebene begleitet, beispielsweise durch die berufliche Begabtenförderung, die seit 2024 erstmals auch Stipendien für Auszubildende vergibt. Also, es gibt ein großes Portfolio an Beratungs- und Vermittlungsangeboten des Bundes und des Freistaates Bayern. Diese Maßnahmen richten sich an verschiedene Zielgruppen in unterschiedlichen Lebensphasen. Deshalb sind auch verschiedene Maßnahmen notwendig. Diese Maßnahmen werden weiterhin laufend evaluiert und der Zeit angepasst aktualisiert. Ziel ist es, jedem jungen Menschen eine berufliche Perspektive zu bieten. Junge Menschen, denen der Übergang von der Schule in die Ausbildung nicht auf Anhieb gelingt, können mit entsprechend geförderten Maßnahmen zum Beispiel ihren Schulabschluss nachholen oder gezielt auf die Ausbildung vorbereitet werden. Alle Maßnahmen wirken darauf hin, jungen Menschen im Anschluss eine erfolgreiche Ausbildung zu ermöglichen oder sie beispielsweise nach einer außerbetrieblichen Ausbildung in den ersten Arbeitsmarkt einzugliedern. Die enge Zusammenarbeit der Bayerischen Staatsregierung mit den Partnern der Allianz für starke Berufsbildung in Bayern hat sich auch hier bewährt. Maßnahmen sind hier gezielt aufeinander abgestimmt. Ziele der Zusammenarbeit sind die berufsorientierte und passgenaue Beratung, Begleitung und die Unterstützung Jugendlicher und junger Erwachsener beim Übergang von der Schule in den Beruf. Die Realität, die Unternehmen sowie die Kommunen und die Schulen im Freistaat sind schon viel weiter, als der AfD-Antrag uns hier suggerieren möchte. Wir lehnen den Antrag daher ab. – Vielen Dank. (Beifall bei der CSU und den FREIEN WÄHLERN)

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