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Oskar Atzinger

AfD 21.10.2025 Sitzungen 19/61

Herr Vizepräsident, Kolleginnen und Kollegen! Bonis nocet, qui malis parcit – den Guten schadet, wer die Schlechten schont. Die Abschaffung des Sitzenbleibens schwächt das Leistungsprinzip und würde somit das Bildungsniveau weiter senken. Bereits jetzt gibt es ausreichend Fördermaßnahmen für Schüler mit Leistungsdefiziten. Eine noch stärkere Fokussierung auf individuelle Lernförderung würde eine hohe zusätzliche organisatorische und finanzielle Belastung für das bayerische Schulsystem bedeuten. Die Behauptung, Sitzenbleiben habe keinen langfristigen Lerneffekt, ist wissenschaftlich umstritten und nicht eindeutig belegt. Sitzenbleiben kann auch positive Effekte (Widerspruch bei der SPD) auf die Persönlichkeitsentwicklung sowie die Leistungsbereitschaft haben. Sitzenbleiben bedeutet Fairness gegenüber anderen Schülern; denn Schüler mit Wissenslücken behindern den Lernerfolg der Klassenkameraden. (Widerspruch bei der SPD) Die These, dass Kinder mit Migrationshintergrund benachteiligt seien und deshalb häufiger sitzen blieben, ist sehr fragwürdig. Vermutlich ist sogar das Gegenteil der Fall: Eine aktuelle Studie der Universitäten Essen, Bochum und Dortmund kommt zum Ergebnis, dass die Lehrerschaft positiv diskriminiert, das heißt, Schüler mit Migrationshintergrund eher bevorzugt werden. Hamburg mit nur 1,2 % Klassenwiederholungen als Leuchtturm darzustellen, ist schon etwas vermessen, wo es in Bayern mit etwa 1,5 % nicht signifikant mehr sind, aber vielleicht hat ein im Prozentrechnen leistungsschwacher Fraktionsmitarbeiter auch die absoluten Zahlen von Bayern und Hamburg miteinander verglichen und daraus die großen Unterschiede abgeleitet. Sitzenbleiben hat aus meiner Sicht im Wesentlichen zwei mögliche Gründe: Faulheit oder Überforderung. Erstere muss Konsequenzen haben, bei Letzterer sollte ein Schulartwechsel in Betracht gezogen werden. Das Sitzenbleiben sollte schon aus volkswirtschaftlichen Gründen vermieden werden. Die unlängst nun auch in Bayern eingeführten verpflichtenden Sprachtests und Sprachfördermaßnahmen werden ohnehin zu einer Verbesserung führen. Die AfD ist dagegen, Klassenwiederholungen im bayerischen Schulsystem abzuschaffen, und lehnt daher diesen Antrag ab. Jetzt noch ein Wort zu Ihnen, Frau Kollegin Triebel. Schweden gibt signifikant mehr Geld für Bildung aus als Deutschland. Die Pisa-Ergebnisse sind offiziell in Schweden auch etwas besser als in Deutschland. Wenn Sie aber aufgepasst hätten, hätten Sie auch gehört, dass in Schweden 10 % der Schüler nicht an den Pisa-Tests teilnehmen. Die Leistungsschwächsten, die die Sprache nicht können, lässt man dort nicht teilnehmen, während in Deutschland 99 % der Schüler an den Tests teilnehmen. Ich kann natürlich ein statistisch besseres Ergebnis erreichen, indem ich 10 % der Schüler ausschließe. (Beifall bei der AfD – Zuruf)

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