Josef Lausch
Hochverehrtes Präsidium, liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, liebe Bürgerinnen und Bürger auf der Besuchertribüne! Ich möchte mich selbst als Pragmatiker und Praktiker im Hinblick auf erneuerbare Energien und die Energiewende bezeichnen. Auf meinem landwirtschaftlichen Betrieb betreibe ich seit dem Jahr 2007 eine Biogasanlage, seit dem Jahr 2009 eine PV-Anlage usw. Beim ersten Teil der Überschrift zur Aktuellen Stunde, "Klimaideologie beenden", kann ich sogar mitgehen, weil wir FREIEN WÄHLER frei von Ideologie jeglicher Art handeln. Wir sind pragmatische Politiker. (Widerspruch bei der SPD und den GRÜNEN) Jegliche Ideologie von links und von rechts ist abzulehnen. Liebe AfD, auch ihr seid wirkliche Ideologen, aber in eine ganz andere Richtung. (Beifall bei den FREIEN WÄHLERN) Die Landtagsfraktion der FREIEN WÄHLER hat sich diesen Leitsatz gegeben: Windkraft dort, wo sie sinnvoll ist, nicht überall, aber auch nicht nirgends. – Liebe Freunde der geistigen Dunkelflaute, welche Alternativen habt ihr? Wo bitte soll denn der Strom herkommen, wenn es nach der AfD geht? (Gerd Mannes (AfD): Atomkraftwerke!) Um das Wording der AfD zu verwenden: Braunkohletagebau ist ganz böse; denn da werden deutsche Landschaften abgebaggert. Stellt doch einen solchen Antrag für den Chiemsee oder für den Bayerischen Wald, wo vielleicht noch Braunkohle zu finden wäre. Dort könnte man doch auch halbe Landkreise abbaggern, wie das in Nordrhein-Westfalen und in Ostdeutschland der Fall ist. Da sind mir Windräder viel lieber. Für die Atomkraft gilt dasselbe. Ich warte immer noch auf den Antrag von Herrn Kollegen Winhart, dass für den Landkreis Rosenheim ein Flächennutzungsplan für den Bau eines Atomkraftwerks ausgearbeitet werden soll. Wenn die Atomkraft so "geil" ist, wie ihr das sagt, wo sind dann die entsprechenden Anträge für eure Stimmkreise in ganz Bayern? Ihr könnt euch dann aussuchen, ob dort ein Endlager oder ein Atomkraftwerk errichtet werden soll. Viel Vergnügen! Am liebsten wäre es mir, wenn diese Anträge noch vor der Kommunalwahl im März nächsten Jahres eingehen würden. Dann müsstet ihr nämlich Gesicht zeigen. Dass die Atomkraft extreme Kostensteigerungen bedeuten würde, kann man bei einem Blick nach Frankreich oder nach England feststellen. Die Kernkraftwerke haben dort zu einer Kostensteigerung von 200 bis 300 % geführt. Das ist jenseits von Gut und Böse. (Gerd Mannes (AfD): Das ist doch falsch, was Sie sagen!) Liebe Freunde, ich mache aus meinem Herzen keine Mördergrube. Ich bezeichne mich als bayerischen Patrioten. Es gibt wirklich Schöneres als PV-Freiflächenanlagen und Windräder. So ehrlich muss man sein. Aber das Prinzip "Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass" wird nicht funktionieren. Würde es heute in Landshut ein Atomkraftwerk zerreißen, wären ganze Landschaften, ganze Regierungsbezirke Geschichte. Sollte wirklich einmal ein Windkraftgenerator brennen, würde sich der Schaden auf ein paar Hundert Quadratmeter beschränken. Bei einem Atomunfall wären einige Hundert Quadratkilometer und ein paar Millionen Bayerinnen und Bayern betroffen. Wir FREIEN WÄHLER haben bei der Energiewende natürlich auch immer einen Blick auf die Wirtschaft. Wir sprechen uns deshalb für das Klimaziel 2045 der Bundesregierung aus. Dabei muss die Wirtschaft aber immer Luft zum Leben und zum Arbeiten haben. "Grün, aber tot" – das ist der berühmte Spruch von unserem Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger. Dieser Satz gilt nach wie vor. Das kann nicht das Ziel sein. Wir müssen hier abwägen. Die wirtschaftliche Leistung muss in einem Gleichgewicht zur Energiewende stehen. Wir wollen den Freistaat zum Wohle unserer bayerischen Heimat in weiten Teilen energieautark machen. – Ich danke für die Aufmerksamkeit. Vergelts Gott. (Beifall bei den FREIEN WÄHLERN)
