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Florian von Brunn

SPD 05.06.2025 Sitzungen 19/52

Sehr geehrter Herr Vizepräsident, verehrte Damen und Herren! Wenn ich, lieber Martin Stümpfig, heute vor der Entscheidung stünde, welche neue Heizung ich haben will, dann würde ich mich natürlich bevorzugt ans Fernwärmenetz der Landeshauptstadt München mit Geothermie anschließen lassen; aber die zweite Wahl wäre die Wärmepumpe und nicht die Gasheizung. Das ist eigentlich ziemlich klar. Ich würde ungern Wasserstoff im Keller haben. Ich glaube, das hat keine Zukunft beim privaten Heizen; aber ich weiß, dass die Stadtwerke München – und deswegen bin ich nicht ganz so skeptisch wie du – ihre Gaskraftwerke schon H2-ready machen. Das heißt, man baut Reservekraftwerke, man baut Kraftwerke für die Lücke, für die elf Tage, die wir hin und wieder, wie 2024, eine Dunkelflaute haben, um diese zu überbrücken. Das heißt aus meiner Sicht nicht automatisch, dass sie nicht H2-ready wären. Aber die Forderung ist sinnvoll. Dazu muss man natürlich auch sagen, dass wir im Koalitionsvertrag einen Kompromiss mit CDU und CSU eingegangen sind. Wir würden jetzt nicht unbedingt an jedem Gaskraftwerk CCS anwenden, weil das natürlich auch die Strom- oder Wärmeerzeugung teurer macht und unter Umständen auch den Wasserstoff verdrängt. Aber irgendwo muss man in einer Koalition – das kennt ihr ja auch, wir haben ja beide mit der FDP verhandeln müssen – Kompromisse eingehen. Aber ich finde auch, dass man jetzt nicht unbedingt im Fünfseenland neue Gasförderungen etablieren muss. Aus meiner Sicht gibt es tatsächlich ein ausreichend großes Gasangebot. Wir haben ja auch LNG-Terminals installiert. Insofern unterstützt die SPD-Fraktion die Forderung der GRÜNEN nach einem Stopp neuer Gasförderungen in Oberbayern. Eure Punkte sind eigentlich insgesamt relativ vernünftig. Ich kritisiere die jetzt nicht so stark wie die CSU, weil ich auch der Meinung bin, dass wir die Gasverwendung in der Energieerzeugung nicht über das notwendige Maß hinaus betreiben sollten. Wir sollten sie dafür nutzen, wofür wir sie gebrauchen können, nämlich als Lückenschließer für den Bereich, den die Erneuerbaren im Moment noch nicht ausfüllen können. Aber der Fokus sollte darauf gelegt werden, die Erneuerbaren und insbesondere die Speicher und die Netze auszubauen. Darum muss es tatsächlich gehen. Wir hätten eurem Antrag vielleicht zugestimmt, aber wir möchten uns ungern als fossile Berliner Rückschrittskoalition bezeichnen lassen. Wir sind keine fossile Berliner Rückschrittskoalition. Deswegen müssen wir uns bei dem Antrag leider enthalten. Wenn ihr in euren Formulierungen etwas vorsichtiger seid, dann können wir das nächste Mal vielleicht zustimmen. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei der SPD) Fünfter Vizepräsident Markus Rinderspacher: Vielen Dank, Herr Kollege von Brunn. – Der nächste Redner ist der Kollege Josef Lausch für die Fraktion der FREIEN WÄHLER.

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