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Simone Strohmayr

SPD 19.03.2025 Sitzungen 19/45

Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Ich möchte diesen Antrag heute nutzen, um ein paar Punkte anzusprechen, die in Bayern dringend verbessert werden müssen. Mehr Geld ist immer gut, aber es muss auch effizient und zielführend eingesetzt werden. Ich sage Ihnen: Beim Thema Digitalisierung an Schulen gibt es in Bayern noch jede Menge Verbesserungspotenzial. Eine aktuelle Studie der LMU hat festgestellt, es gibt große regionale Unterschiede, wie digital Schulen aufgestellt sind. Tatsächlich hängt es letztendlich sehr stark von der Schulleitung ab. Mit KI – auch das hat die Studie festgestellt – können viele Lehrerinnen und Lehrer hier in Bayern noch wenig anfangen. Gerade einmal 18 % der Lehrerinnen und Lehrer nutzen die KI zur Unterrichtsvorbereitung. An dieser Stelle wird schon deutlich, wie groß der Nachholbedarf ist. Wir müssen zunächst einmal unsere Lehrkräfte schulen. Damit aber nicht genug: Mehrere Anfragen von uns haben ergeben, die digitale Infrastruktur an den Schulen liegt weit hinter den Anforderungen. So hat unsere Anfrage zum Beispiel ergeben, dass ein Viertel der Schulen immer noch nicht über ein ausreichendes Wireless LAN verfügen. Auch bei der "1 : 1-Ausstattung" hinken wir noch gewaltig hinterher. Liebe Kolleginnen und Kollegen, digitale Kompetenzen sind heute so wichtig wie früher das Telefonieren. (Beifall bei der SPD) Wer die digitalen Basiskompetenzen nicht beherrscht, wird in Zukunft nicht nur keinen Job finden, sondern überhaupt nicht mehr mit dem Leben zurechtkommen. Wer einen E-Mail-Account nicht bedienen kann, kann zukünftig seinen Arzt und keine Behörden mehr kontaktieren. Digitale Kompetenzen bekommen eine soziale Dimension. Wir als Sozialdemokraten wollen, dass alle Kinder gut vorbereitet sind und digitale Medien sicher verwenden können. (Beifall bei der SPD) Liebe Kolleginnen und Kollegen, die Technik entwickelt sich weiter. Wohl dem, der zukünftig dank Medienkompetenz erkennt, was Fake News sind, und weiß, was von Maschinen, also von KI, erschaffen wurde. Das sind entscheidende Fragen für die Demokratie in Zukunft. Darum ist es unerlässlich, dass wir unsere Schulen gut ausstatten. Ich habe es gesagt: Von der "1 : 1-Ausstattung" sind wir noch weit entfernt. Gerade einmal 20 % der Klassen haben ein digitales Endgerät, an Mittelschulen sind es 1.900 von 10.200 Klassen. Das ist ein echtes Armutszeugnis. (Beifall bei der SPD) Ich komme zum heutigen Antrag. Sie wollen die digitalen Herausforderungen jetzt mit Geld vom Bund lösen. Das ist erst mal eine ganz gute Idee. Mehr Geld – das habe ich schon eingangs gesagt – ist immer gut. Die CSU ist jetzt selber im Bund in Verantwortung. Auch wir werden uns Gesprächen nicht verschließen. Aber eines muss klar gesagt werden, liebe Kolleginnen und Kollegen: Die digitale Ausstattung an unseren Schulen und der Schülerinnen und Schüler ist zuallererst einmal bayerische Aufgabe. Es ist die Aufgabe der Staatsregierung, das hier hinzubekommen, liebe Kolleginnen und Kollegen. (Beifall bei der SPD) Ich möchte Ihnen einige Tipps mitgeben: Sie müssen regeln, wie wir es schaffen, Ersatzgeräte zu beschaffen. Leasinggeräte müssen erlaubt sein. Wir brauchen mehr Systemadministratoren, die auch gut bezahlt werden müssen. Wir müssen uns auch Gedanken machen, wie wir in eine Kontinuität kommen; die Geräte – das wissen wir doch alle – halten gerade einmal fünf Jahre. Das heißt, wir müssen uns überlegen, wie Ersatzgeräte an die Schulen kommen. Das gilt im Übrigen – das möchte ich nicht unerwähnt lassen – nicht nur für die Schulen, sondern wir müssen auch an die Erwachsenenbildung denken. Auch hier brauchen wir digitale Endgeräte. Liebe Kolleginnen und Kollegen, Digitalisierung und KI warten nicht darauf, bis wir hier unsere Hausaufgaben gemacht haben. Ich kann Sie nur auffordern: Werden Sie tätig. Wir haben eine Kultusministerin, wir haben einen Digitalminister. Wir müssen jetzt endlich in die Pötte kommen. (Beifall bei der SPD)

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