Jörg Baumann
Ja, sehr geehrte Kollegen, sehr geehrtes Präsidium! Mein Vorredner Herr Dünkel hat das eigentlich alles fein säuberlich seziert und damit im Prinzip auch recht. Wir besprechen heute einen Gesetzentwurf, der die Feuerwehren in Bayern betrifft. Feuerwehr, das heißt retten, löschen, bergen, schützen, und das eigentlich aktiv im Alter zwischen 18 und 65 Jahren. Dafür erst einmal allen freiwilligen Feuerwehrleuten einen recht herzlichen Dank! (Beifall bei der AfD) Die Anhebung der Altersgrenze – und jetzt kommt's – für freiwillige Feuerwehrleute auf 67 kann man positiv sehen; denn wer körperlich und geistig fit genug ist, sollte natürlich auch die Möglichkeit haben, diese vier Tätigkeiten länger auszuüben. Das Renteneintrittsalter für unsere Arbeitnehmer liegt bei den Vierundsechzigerjahrgängen ja auch schon bei 67 Jahren. Es wäre jetzt also nur logisch, dass wir auch bei den Feuerwehrleuten eine freiwillige Leistung des Dienstes bis 67 erlauben. Noch nicht angesprochen wurde ein ganz anderer Knackpunkt, nämlich quasi das Herabsetzen des Eintrittsalters in die Jugendfeuerwehr von 12 auf 10 Jahre. Es gibt ein aktuelles Konzept der Kinder- und Jugendfeuerwehren in Bayern, und ich finde, das ist eigentlich gut durchdacht und hat sich auch bewährt. Bereits jetzt ist es so, dass je nach Gemeinde Kinder ab 6 Jahren in der Kinderfeuerwehr aktiv sein können. In meiner Heimatgemeinde sind es die sogenannten Löschhaie im Alter von 6 Jahren bis 12 Jahren. Hier bekommen die Kinder das erste Mal Kontakt mit Brandschutzerziehung und Erster Hilfe, die ja nicht unwesentlich wichtig ist. Sie dürfen dann auch das "Flämmchen" ablegen, die erste Kinderfeuerwehrprüfung. Hier sind die Leiter der Kinderfeuerwehren gefragt, die die Grundlagen, das Wissen und das Verhalten im Brandfall beibringen. Ab 12 darf unser Feuerwehrnachwuchs dann zur Jugendfeuerwehr. Hier können die Zwölf- bis Sechzehnjährigen erste Aufgaben übernehmen, bevor sie mit 16 die modulare Truppausbildung beginnen. Diese können sie im besten Fall mit 18, also mit der Volljährigkeit, abschließen und sind dann fertig ausgebildete Feuerwehrleute. Ich zitiere einmal aus Ihrem Gesetzentwurf: "Ein frühzeitiges Heranführen an die Feuerwehr ist für den langfristigen Erhalt der Feuerwehren unerlässlich." Aber unsere Feuerwehren in Bayern führen die Jugend ja schon im Alter von 6 Jahren heran, und damit sind diese Kinder und Jugendlichen bereits Teil der Feuerwehrfamilie. Die Jungs und Mädels fangen mit 12 Jahren an, mehr Verantwortung zu übernehmen. Ab diesem Alter werden sie langsam an die echte Feuerwehrarbeit herangeführt. Dafür ist nämlich eine gewisse geistige Reife nötig; und die ist nach den Erfahrungen der Feuerwehr mit 12 Jahren gegeben. Im Alter zwischen 10 und 12 Jahren machen unsere Kinder einen Reifesprung. Deshalb ist es nach Aussagen erfahrener Feuerwehrmänner sinnvoll, dass die Jugendfeuerwehr weiterhin ab 12 Jahren startet. Wir müssen dabei im Auge behalten, dass der Einstieg in die Feuerwehr ab 6 Jahren möglich ist. Wir sollten den Jugend-Feuerwehrnachwuchs nicht überfordern. Wir sollten deshalb die Altersgrenze bei 12 Jahren belassen, um die bewährten Strukturen zu erhalten. Dabei spielt es auch keine Rolle, was andere Bundesländer tun. Wir sollten hier auf unsere Erfahrungswerte vertrauen. Wir von der AfD sehen diesen Gesetzentwurf positiv. Lassen Sie uns gemeinsam und produktiv darüber sprechen. Die Erhöhung der Altersgrenze auf 67 Jahre halten wir für möglich. Allerdings sollten das die Verbände vorgeben, und wir sollten uns von ihnen leiten lassen. Die Herabsetzung der Altersgrenze auf 10 Jahre sehen wir dagegen kritisch. Wir plädieren dafür, hier die bewährten Strukturen beizubehalten. Für die AfD sind die Erfahrungswerte der Feuerwehr ausschlaggebend; denn die Feuerwehren wissen am besten, was gut für sie ist und was nicht. Zum Schluss möchte ich noch die Freiwillige Feuerwehr Haibach grüßen und ihr für ihren unermüdlichen Einsatz danken. Genau dort findet jetzt die sechswöchige modulare Trupp-Ausbildung statt. Ich wünsche allen viel Erfolg und freue mich auf die neuen Lebensretter. (Beifall bei der AfD)
