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Martina Fehlner

SPD 24.10.2024 Sitzungen 19/31

Sehr geehrter Herr Präsident, Frau Ministerin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Auch wir freuen uns sehr, dass der Tourismus nach schwierigen Corona-Jahren jetzt wieder gut dasteht. Die Halbjahresbilanz 2024 ist vielversprechend: Es sind bereits 48,5 Millionen Übernachtungen und nahezu 18 Millionen Gästeankünfte. Das ist ein respektables Zwischenergebnis. Alles deutet darauf hin, dass Bayern seine Spitzenposition unter den beliebtesten deutschen Reisezielen behaupten kann. Zu dieser positiven Entwicklung tragen viele Menschen im Freistaat bei. Sie arbeiten dafür täglich hart, engagiert, ideenreich und innovativ. (Beifall bei der SPD) Das sind unsere Hoteliers, unsere Gastronomen, unsere touristischen Leistungsträger und unsere touristischen Verbände und Vereinigungen. Auch Bayern Tourismus Marketing GmbH leistet gute Arbeit. Ihnen allen möchte ich im Namen meiner Fraktion herzlich danken und ihnen sowie all ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unseren großen Respekt und unsere Anerkennung zum Ausdruck bringen. (Beifall bei der SPD sowie Abgeordneten der FREIEN WÄHLER) Damit Bayern touristisch auch in den kommenden Jahren auf Erfolgskurs bleibt und seine Spitzenposition behaupten kann, müssen wir auch seitens der Politik gemeinsam die Weichen für eine gute Zukunft stellen; denn die Veränderungen und Herausforderungen im Tourismus sind groß. Es geht nicht nur um Wachstum, um steigende Gästezahlen im Sinne von höher, schneller, weiter, sondern es geht um Qualität, Nachhaltigkeit, Wertschöpfung und Naturverträglichkeit sowie um eine intakte Infrastruktur, Mobilität und entsprechenden Service. Das touristische Potenzial im ländlichen Raum mit seinen nicht exportierbaren Arbeitsplätzen ist allerdings noch nicht optimal entwickelt. Tourismus bedeutet auch eine Stärkung des ländlichen Raums, eine Stärkung der Wirtschaft und der Lebensqualität, gerade auch für die einheimische Bevölkerung. (Beifall bei der SPD) Bayern hat viele touristische Felder und Facetten: Städtetourismus, Wellness- und Gesundheitstourismus, Wanderurlaub, Kulturtourismus, Fahrradtourismus, Agrotourismus, Wassertourismus und Naturtourismus. Nicht zuletzt generieren auch unsere Messen, Tagungen, Kongresse und große Kultur- und Sportevents hohe Gästezahlen, allen voran unser weltweit beliebtes Oktoberfest. Eine der größten Herausforderungen unserer Zeit ist der Klimawandel. Er wird sich in Zukunft noch viel stärker auch auf den Tourismus auswirken. Betroffen sind dabei insbesondere die Alpenregionen und Mittelgebirge; aber auch unsere Städte. Hier gilt es, die betroffenen Regionen und Tourismusakteure bei der Umstellung auf Ganzjahresangebote in Richtung eines nachhaltigen, zukunftsweisenden Tourismus kompetent zu beraten und zu unterstützen. Das wertvollste touristische Kapital in Bayern ist die Natur. Die Nachhaltigkeit mit ihrer ökologischen, sozialen und ökonomischen Dimension ist die Voraussetzung dafür, dass wichtige Grundlagen des Tourismus, nicht zuletzt auch eine intakte und facettenreiche Natur, auf Dauer erhalten bleiben. Für immer mehr Gäste, die zu uns nach Bayern kommen, ist das Erleben von Natur ein wichtiges Reiseargument; aber auch das Erleben einheimischer Kultur und das Genießen regionaler Angebote finden zunehmend hohen Zuspruch. Ich denke nur an unsere unverwechselbaren Spezialitäten: an die fränkische Bratwurst, an Schäufele, an unseren Frankenwein und unsere beliebten bayerischen Biere. Deshalb brauchen wir auch gezielte Maßnahmen, um die einzigartigen Charaktere der bayerischen Regionen zu erhalten und wirksam zu fördern. Im Zusammenhang mit dem demografischen Wandel, den wir zu verzeichnen haben, spielt die Barrierefreiheit eine ganz wichtige und entscheidende Rolle. Vor allem ältere Reisende sind auf eine barrierefreie Reise- und Servicekette zum und am Urlaubsort zwingend angewiesen. Deshalb brauchen wir einen raschen Ausbau barrierefreier tourismusrelevanter Angebote im öffentlichen Raum. (Beifall bei der SPD sowie Abgeordneten der FREIEN WÄHLER) Wir müssen auch mehr für Familien mit Kindern, Alleinerziehende und Menschen mit wenig finanziellen Mitteln tun. Sie haben auch ein Recht auf Erholung und Urlaub. Kinder und Jugendliche, Reisende mit Handicap und benachteiligte Gruppen müssen die Möglichkeit haben, am Tourismus teilzuhaben. (Beifall bei der SPD sowie Abgeordneten der FREIEN WÄHLER) Tourismusformen, die ein preiswertes Reisen für alle Einkommensschichten ermöglichen, müssen in ausreichendem Maße gefördert werden.

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