Markus Saller
Sehr geehrter Herr Vizepräsident, sehr geehrte Frau Ministerin, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, liebe Besucher und liebe Pressevertreter! Wir haben ein sehr schönes Land. Bayern lebt nicht nur von seiner Landschaft, sondern auch von den Leuten. Die Touristen kommen auch deswegen zu uns, weil sie unsere Lebensart und unsere identitätsstiftende bayerische Art so schätzen. Dabei ist es völlig egal, ob man aus Franken, Schwaben oder Altbayern kommt. Unser Digitalminister Fabian Mehring hat gestern so schön gesagt: Man braucht einen großen Rahmen, um gemeinsam etwas erreichen zu können. Dafür werden wir Bayern in der Welt so geschätzt. Sie, Herr Stadler, haben gerade mit Ihrer Rede gezeigt, dass Sie kein Aushängeschild für diesen Freistaat sind. (Beifall bei den FREIEN WÄHLERN, der CSU und den GRÜNEN – Gabi Schmidt (FREIE WÄHLER): Bravo!) Meine Damen und Herren, bevor ich in den Landtag eingezogen bin, durfte ich 20 Jahre lang in der Heimatsendung "Wir in Bayern" im Bayerischen Rundfunk regelmäßig als Experte auftreten. Es war unglaublich bereichernd zu sehen, welche tollen Leute, welche tollen Landschaften und tollen Gerichte Bayern hervorgebracht hat. Das ist eigentlich das Bayern, das ich kenne und liebe. Das ist letztendlich auch das Bayern, das die Leute suchen, wenn sie unseren schönen Freistaat besuchen. Meine Damen und Herren, der Tourismus in Bayern ist eine ganz zentrale Säule unserer Wirtschaft und prägt das Leben in vielen Teilen unseres Freistaats, nicht nur in den großen Städten, sondern auch in den ländlichen Räumen. Wir haben über 40 Millionen Touristenankünfte im Jahr. Das ist eine gewaltige Zahl. Aus dem touristischen Konsum stammen 47,5 Milliarden Euro Einnahmen. Das ist eine Bruttowertschöpfung von 28,2 Milliarden Euro. Das sind fast 5 % der gesamten bayerischen Wirtschaftsleistung. Herr Kollege Holz hat schon etwas zu den Arbeitsplätzen gesagt. Wir haben 548.000 Arbeitsplätze, die letztendlich am Tourismus in Bayern hängen. Ich denke schon, dass diese Arbeitsplätze nicht nur in der Gastronomie zu finden sind, sondern dem ganzen mittelständischen Gewerbe dienen. Neben den Kernbereichen der Hotellerie und der Gastronomie befinden sich die Arbeitsplätze auch im Handel, im Bereich der Dienstleistungen, der Kultur sowie des Handwerks. Nach dem Einbruch durch die Pandemie hat sich der Tourismus in Bayern positiv entwickelt. Wir können den Einbruch nicht beschönigen. Wir sind auch noch nicht in voller Gänze bei den Zahlen vor dem Jahr 2019. Die grundsätzliche positive Entwicklung ist jedoch kein Zufall. Sie ist das Ergebnis einer gezielten und wirkungsvollen Politik der Bayerischen Staatsregierung. In den letzten fünf Jahren, als der Tourismus noch im Ressort des Wirtschaftsministeriums angesiedelt war, ist sehr vieles auf den Weg gebracht und sind wichtige Weichenstellungen für die Tourismusbranche vorgenommen worden. Dazu zählt die Tourismusoffensive Bayern. Diese Initiative bot den Betrieben finanzielle Unterstützung und Investitionsanreize, um sich auch nach der Pandemie wieder schnell zu erholen. Wir haben Förderprogramme für den ländlichen Raum aufgelegt. Dies war ein wesentlicher Faktor, damit sich die Tourismusindustrie auch dort wieder erholen konnte. Wir haben eine Digitalisierungsoffensive gestartet. Wir wollen Bayern digitaler machen. Die Gäste sind anspruchsvoller geworden. Sie erwarten heute digitale Buchungsplattformen und smarte Apps. Wir brauchen Angebote für die Hotspots, um Besucher entsprechend steuern zu können. Zudem brauchen wir Informationsangebote in Echtzeit. An all diesen Dingen wurde bereits gearbeitet. Bei all diesen Dingen kann man aufsetzen. Trotzdem bedanke ich mich beim Koalitionspartner, dass er heute diese Aktuelle Stunde einberufen hat. Natürlich haben wir nach wie vor Herausforderungen, die der Tourismus zu bewältigen hat. Wir FREIE WÄHLER haben uns mit einem Fünf-Punkte-Programm, von dem ich zwei Punkte anreißen möchte, heute zu einer Resolution durchgeschlossen. Meine Kollegin Ulrike Müller wird drei weitere Punkte vortragen. Ein Kernpunkt unserer Forderungen ist: Wir müssen die Mehrwertsteuer in der Gastronomie dauerhaft bei 7 % belassen. (Beifall bei den FREIEN WÄHLERN und der CSU) Der zweite große Punkt: Wir müssen die Digitalisierungsoffensive weiter vorantreiben. Wir müssen Bayern auch im Tourismus hipp machen. Wir müssen die Herausforderungen annehmen und auf dem aufsetzen, was wir bisher schon gemacht haben. Meine Damen und Herren, in diesem Sinne lassen Sie uns unseren Freistaat nicht von der rechten Seite schlechtreden. Wir haben ein schönes Land. So soll es bleiben. Wir schätzen alle Gäste, die zu uns kommen. (Beifall bei den FREIEN WÄHLERN und der CSU)
