Tobias Beck
Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Besucher auf der Tribüne! Der Flughafen München benötigt dringend eine dritte Startbahn. (Zuruf) Diese müsste aber überdacht werden, um Platz für wartende Passagiere zu schaffen. – Ich hoffe, die von mir ausgedachte Schlagzeile wird nie Realität. Wenn am Flughafen München heute Hunderte von Passagieren ihre Flüge nicht erreichen, weil sie nicht rechtzeitig durch die Sicherheitskontrolle kommen, wenn es laut Medien eine zwei Kilometer lange Schlange an der Abfertigung gibt, lässt uns das als Parlament zu Recht hellhörig werden; immerhin ist der Freistaat Bayern Mehrheitseigentümer des Flughafens. Wir sind uns einig, dass die Situation, die wir am 3. Oktober am Flughafen gesehen haben, einfach nicht geht. Dieses Chaos ist sicherlich die Spitze, aber es reiht sich in eine inzwischen lange Liste an Problemen ein, die man von Medien und von unseren Gesprächen mitbekommt. (Zuruf: Sehr richtig!) Der Flughafen München ist ein Aushängeschild, wurde vorher schon gesagt, und zwar nicht nur für München, sondern für ganz Bayern. Er repräsentiert viele der positiven Eigenschaften, die der Freistaat Bayern gerne für sich reklamiert: Fortschrittlichkeit, Pünktlichkeit, Sauberkeit. Wenn man ein bisschen in Europa und in der Welt herumkommt, hat man den Eindruck, dass der Münchener Flughafen ein sehr angenehmer Flughafen ist und sich deutlich von Flughäfen wie Paris oder São Paulo abhebt, die eher sehr chaotisch geführt werden, oder auch von Mexico City und Amsterdam, die sehr unübersichtlich sind. Wir sind es seit 30 Jahren gewohnt, dass im Erdinger Moos alles reibungslos funktioniert. Deshalb sticht es besonders ins Auge, dass plötzlich scheinbar nichts mehr so ist. Ein solches Durcheinander wie vorletzte Woche gab es in München schlicht noch nicht. In den vorher genannten Flughäfen ist die Situation oft ähnlich und bedarf keiner Meldung in Lokalmedien oder sonst irgendwo. Bei uns ist es aber ein großes Problem, da wir es bei uns eigentlich gewohnt sind, dass es funktioniert. Wir werden dem Antrag der SPD-Fraktion unter der Voraussetzung zustimmen, dass die Lufthansa mit geladen wird; darüber wurde vorher schon kurz gesprochen. Wir sind uns einig, dass gerade am Terminal 2, den die Flughafengesellschaft mit der Lufthansa betreibt, auch die Lufthansa ein wichtiger Partner ist. Wir freuen uns, dass wir ein fundiertes Bild der Lage bekommen und dann gemeinsam an Lösungen arbeiten können; denn nur wenn wir miteinander versuchen, die Probleme zu lösen, funktioniert es auch. Wir haben von den Beteiligungen gehört: Der Freistaat Bayern hat 51 %, die Stadt München hat 49 %. Gerade da müssen wir aufpassen, dass wir miteinander die richtigen Lösungen finden und nicht den politischen Mitbewerbern auf der ganz rechten Seite den Spielplatz zur Verfügung stellen, was wir eigentlich nicht haben wollen. (Beifall bei den FREIEN WÄHLERN)
