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Ruth Waldmann

SPD 08.10.2024 Sitzungen 19/29

Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen im Hohen Haus! Die SPD hat der Landarztquote schon bei ihrer Einführung im Jahr 2019 und noch einmal zugestimmt, als Sie diesen Antrag bereits im Frühsommer im Gesundheitsausschuss eingebracht haben. Sie haben um Zustimmung für Ihren Antrag gebeten; dann sollten Sie die Zustimmung aber auch unbedingt zur Kenntnis nehmen, wenn sie erfolgt. Was die angeblichen Unkenrufe angeht, habe ich schon damals bei der Einführung tatsächlich zu bedenken gegeben, dass die Landarztquote eigentlich für mehr Bewerberinnen und Bewerber zugänglich sein sollte, dass wir also eine höhere Quote brauchen. Es ist doch sehr erfreulich, dass Sie das nun auch so sehen und dass dem jetzt nun auch gefolgt wird. Ich hätte nur nicht gedacht, dass Sie es als Unkenrufe abtun, wenn wir uns an der Stelle doch eigentlich durchaus einig sind. Tatsächlich ist es aber schon so, dass es trotz alledem, auch wenn wir jetzt ein Stück weit erhöhen, immer noch den Charakter eines Modellprojektes hat und nicht der alleinige Gamechanger ist, was den Mangel an Ärztinnen und Ärzten auf dem Land – egal, ob das Hausärztinnen, Hausärzte oder auch Fachärzte sind – angeht. Das ist nicht die alleinige Lösung für alle Probleme, die wir da haben. Das ist deswegen wichtig zu sagen, weil wir weitere Anstrengungen brauchen und nicht nachlassen dürfen. Wir sind gerne mit dabei und fordern schon lange die Überwindung des Numerus clausus, also der Abiturnote als Hauptzugang. Das ist der richtige Weg, weil wir dringend auch andere Fähigkeiten und Qualifikationen von geeigneten jungen Bewerberinnen und Bewerbern in den Blick nehmen und in den Vordergrund stellen müssen. Wir brauchen Chancen für viele gute Leute, die dann eben auch Ärztin und Arzt werden können, die ein großes Interesse und oft eine richtige Leidenschaft haben, medizinische Vorbildung haben oder anderes mehr. Das ist der richtige Weg. Wenn diese Landarztquote ein Türöffner dafür ist und weitere Gespräche auch mit den Hochschulen dahin gehend stattfinden sollen, ist das eine gute Sache. Wir wollen auch an diese Vorabquote herangehen, die bis jetzt limitiert, wie viele Studienplätze man eben an der Abi-Note vorbei nach anderen Kriterien vergeben kann. Da wollen wir wie Sie eben auch ran. Sinnvoll wäre es nämlich, an der Stelle auch attraktive Programme für ausländische Studienbewerber aufzulegen, weil wir einfach alle guten Kräfte gerne hier haben, die hier Arzt oder Ärztin werden wollen. Wir wollen attraktiv sein. Das gilt insbesondere für unsere Landeskinder; es gilt aber auch für Leute, die zu uns kommen. An der Stelle können wir wirklich Unterstützung brauchen. Zu den Studienplätzen: Es ist schon erfreulich, dass wir in Bayern einen Aufwuchs an Medizinstudienplätzen haben; das ist gut. Es kann immer noch mehr werden, aber es ist ja auch Ländersache. Es ist aber nicht so, dass das nur Bayern macht, sondern Nordrhein-Westfalen hat mehr Studienplätze und braucht sie auch tatsächlich. Wir sind die beiden bevölkerungsreichsten Bundesländer. Auch Bayern braucht deswegen besonders viele Studienplätze, weil wir eben auch besonders viel Bevölkerung haben, die wir medizinisch versorgen müssen; insofern passt das schon zusammen. Auch dieses Mal werden wir diesem Modell der Landarztquote zustimmen. (Beifall bei der SPD)

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