bayern.landtag.de ↗

Benjamin Nolte

AfD 25.04.2024 Sitzungen 19/17

Sehr geehrter Herr Vizepräsident, liebe Kollegen! Bei meinen Fraktionskollegen, die vor mir die Ehre hatten, für das Amt des Vizepräsidenten des Bayerischen Landtags zu kandidieren, wurde das eine oder andere Mal angemerkt, dass man doch die Leute, die einen später wählen sollen, in seiner Vorstellungsrede nicht gar so arg kritisieren möge. (Michael Hofmann (CSU): Beleidigen!) Diese Anmerkung habe ich mir nun zu Herzen genommen und möchte daher in meiner Rede auf das eingehen, was wir gemeinsam haben und was uns verbindet. (Felix Locke (FREIE WÄHLER): Dann ist Ihre Redezeit jetzt zu Ende!) Da ist mir doch tatsächlich zu jeder Fraktion etwas eingefallen. (Martin Wagle (CSU): Jetzt wird es schwierig!) – Ja, hören Sie zu. Fragen kommen nachher. Fangen wir an mit den Freunden von der SPD. (Anna Rasehorn (SPD): Wir sind keine Freunde!) – Das kann noch werden. Mit Ihrem ehemaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder verbindet mich nicht nur die Vorliebe für gute Anzüge und Urlaube in Italien, (Michael Hofmann (CSU): Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, Herr Kollege!) sondern ich setze mich, genau wie er, für einen pragmatischen Umgang mit Russland ein. Mir ist es natürlich auch nicht entgangen, dass zwischen Gerhard Schröder und weiten Teilen der SPD der Haussegen ein wenig schief hängt; aber auch für die Genossen, die von Gerhard Schröder nichts mehr wissen wollen, habe ich gute Nachrichten. Die Politik Gerhard Schröders hat mich im zarten Alter von 16 Jahren dazu motiviert, in die CDU und in die Junge Union einzutreten. Dazu später mehr. Ich habe somit zweimal Wahlkampf gegen Gerhard Schröder gemacht. Ich finde, das sollte doch reichen, um die Schröder-Kritiker in den Reihen der SPD mit meiner Person zu versöhnen. (Beifall bei der AfD) Damit nicht genug: Die altehrwürdige Arbeiterpartei SPD erhielt bei der letzten Landtagswahl in Bayern 5 % der Stimmen der Arbeiter. Unsere AfD erhielt 31 % der Arbeiterstimmen. (Beifall bei der AfD) Wenn wir also schon die Stimmen Ihrer ehemaligen Wähler haben, ist es doch nur konsequent, wenn ich heute auch die Stimmen Ihrer Abgeordneten erhalte. (Beifall bei der AfD – Zuruf von der AfD: Bravo!) Machen wir weiter bei den FREIEN WÄHLERN. Ich muss zugeben, die Rede Ihres Vorsitzenden Hubert Aiwanger im Juni des letzten Jahres in Erding hat mir sehr gut gefallen. Sie hätte von mir sein können! Doch es geht noch weiter: Bei der bayerischen Landtagswahl 2013 – das war meine erste Landtagswahl in Bayern – ist die AfD noch nicht angetreten. Wem habe ich damals wohl meine Stimme gegeben? – Richtig, den FREIEN WÄHLERN! Meine Damen und Herren, Sie müssen sich nicht bedanken. Es reicht, wenn Sie sich heute revanchieren. (Heiterkeit und Beifall bei der AfD) Liebe Freunde von den GRÜNEN, auch bei Ihnen ist es mir nicht schwergefallen, Gemeinsamkeiten zu finden. Wir haben zu Hause einen kleinen Garten. Darin wachsen und gedeihen Oliven, Schnittlauch und Johannisbeeren, 100 % bio, 100 % ökologischer Anbau, 100 % CO -neutral. (Martin Wagle (CSU): 100 % Satire pur!) Jede Stimme für mich ist eine Stimme für den CO -neutralen Schnittlauch, für den Kampf gegen den garstigen Klimawandel und für die Rettung unseres Planeten! (Heiterkeit und Beifall bei der AfD) Kommen wir nun zuletzt zur CSU. Wie bereits erwähnt, war ich einst Mitglied Ihrer Schwesterpartei und der Jugendorganisation, der Jungen Union. Zum Eintritt motiviert hat mich seinerzeit die Unterschriftenkampagne gegen die doppelte Staatsbürgerschaft, (Beifall bei der AfD) und es würde mich sehr wundern, wenn hier heute im Hohen Hause nicht der eine oder andere säße, der damals ebenfalls auf den Straßen und Plätzen unseres schönen Landes für unsere gemeinsame Sache gestritten hat. (Martin Wagle (CSU): Wir haben nichts gemein!) Wenn eine derartige Kampagne uns nicht verbindet, weiß ich es auch nicht. Mein Kreisvorsitzender in der CDU in Aachen war seinerzeit Ihr Kanzlerkandidat für die letzte Bundestagswahl, ein gewisser Armin Laschet. Damals war er Mitglied im Europaparlament. Das war, nachdem er Bundestagsabgeordneter war und bevor er in die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen gewechselt ist. (Johannes Becher (GRÜNE): Hat er Sie rausgeschmissen?) Ja, unser guter Armin ist in seinem Leben schon viel herumgekommen. Zum Kanzler hat es dann nicht gereicht. Schade, aber immerhin ein souveräner zweiter Platz! Ich denke, das kann man anerkennen. In der Jungen Union habe ich viele interessante Menschen kennengelernt und Freundschaften geschlossen, die bis heute bestehen. Manche dieser alten Bekannten haben es auch zu etwas gebracht und sind bis in den Deutschen Bundestag gelangt. So verbindet mich zum Beispiel eine langjährige Freundschaft mit dem Bundestagsabgeordneten Matthias Helferich, den ich in der Jungen Union kennengelernt habe. (Johannes Becher (GRÜNE): Sechs Minuten Kasperltheater! – Martin Wagle (CSU): Jetzt ist es genug!) Gut, er ist jetzt nicht mehr in der CDU, sondern bei uns in der AfD, aber am heutigen Tage, an dem wir die Gemeinsamkeiten betonen wollen, –

Alle Reden von Benjamin Nolte Protokoll ↗