Moritz Kalthoff
Arbeitsbedingungen in der Paketlogistik verbessern – Beschäftigte wirksam schützen und faire Wettbewerbsbedingungen stärken
Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen Abgeordnete und werte Zuschauerinnen und Zuschauer auf der Tribüne und am Livestream! Ich will mir die Gelegenheit nehmen, nachdem man vor allem den Schülerinnen da oben gerade unterstellt hat, Sie würden schlafen – nein, keine Bange, ich glaube, ihr seid sehr wach und aufmerksam heute –, und einfach mal in die Begründung reingehen, was wir hier so machen: Wir wollen heute diskutieren über einen Antrag zur 20-kg-Grenze im Paketwesen. Warum machen wir das? Wir alle kennen es. Man bestellt, am nächsten Tag kommt das Paket und jemand bringt es uns. Aber was steht eigentlich dahinter, welche Belastung steckt dahinter? Wie sind eigentlich die Arbeitsbedingungen der Menschen, die tagtäglich dafür sorgen, dass diese Pakete auch bei uns ankommen. Wie schwer ist eigentlich der deren Belastung? Momentan ist es so, dass die Paketgrenze zwar im Postgesetz in Artikel 73 steht, aber bei Paketen, die derzeit schwerer sind als 23 Kilogramm, ein Hilfsmittel vorgesehen ist. Dieses Hilfsmittel, das ist eine Sackkarre und somit keine echte Entlastung. Die Menschen müssen also weiterhin bis 31,5 Kilogramm heben. Welche Folgen hat das? Es hat die Folge, dass Erkrankungen an der Muskulatur und am Skelett wesentlich häufiger in der Logistikbranche auftreten als in allen anderen Branchen. Deshalb bringen wir heute als Koalitionsfraktionen den Antrag ein und fordern eine glasklare 20Kilogramm-Grenze, um den Menschen in der Logistik- und Paketbranche draußen den Rücken zu stärken und ihren Alltag sichtbar zu verbessern. Im Weiteren wollen wir gegen Subunternehmerstrukturen vorgehen. Wir kennen alle die Berichte über Arbeitsbedingungen, dass Menschen den ganzen Tag ausgebeutet werden, teilweise deutlich über zehn Stunden arbeiten. Dem wollen wir einen Riegel vorschieben und hoffen, dass wir in diesem Hohen Hause dafür heute eine Mehrheit bekommen, und ich freue mich auf die Diskussion. Vielen Dank.
(Beifall CDU, Thüringen.Gerecht, SPD)
