Schenk
Hitzeschutz in Thüringen wird überlebensnotwendig – jetzt verbindlich vorsorgen und verlässlich finanzieren
Dabei ist es hier drin gar nicht warm. Aber wenn Sie sich zumindest akustisch abkühlen wollen, können Sie das ja auch draußen tun. Vielen Dank, Herr Präsident. Ich würde noch mal einen wichtigen Punkt machen, und zwar das klimagerechte und hitzeresistente Bauen und Wohnen. Es gibt bereits verschiedene Förderprogramme, die diese Punkte berücksichtigen, aber auch hier ist es am Ende wie so häufig bei allen Punkten, die man hier aufzählen könnte, eine Frage der Priorität. Ich finde, der Diskussionsbedarf ist jedoch sehr deutlich geworden. Am Ende schwanken alle Redebeiträge einerseits zwischen der Aussage, Klimaschutz wäre so eine Art übertriebenes Einmischen in die private Lebenswelt, und andererseits der Aussage, man müsse eigentlich noch viel mehr und intensiver in die ganzen Dinge investieren. Ich möchte deswegen für die Landesregierung mal festhalten, dass wir einen Punkt dieses Antrags auf jeden Fall als gemeinsame Erkenntnis teilen, nämlich die Tatsache, dass es hier um eine Querschnittsaufgabe geht, die ganz konkrete Auswirkungen auf die individuelle Gesundheit haben. Deswegen finde ich es befremdlich – ich glaube, das hatte der Abgeordnete von der AfD gesagt –, zu sagen, es geht hier darum, ein individuelles Problem zu lösen. Es geht nicht um ein individuelles Problem, es ist ein strukturelles Problem, das Sie auf Arbeit, zu Hause, beim Einkaufen haben.
(Zwischenruf Abg. Krell, AfD: Gesundheitsproblem habe ich gesagt!)
Ja, ein Gesundheitsproblem, aber ein Gesundheitsproblem ist individuell. Ihre Gesundheit ist individuell. Aus meiner Sicht ist es eben kein individuelles Problem, sondern Sie bewegen sich mit Ihrem Körper draußen in einer Welt, die Sie nicht allein gestalten können. Sie fahren mit dem Bus, Sie bringen Ihre Kinder in den Kindergarten, sie gehen in die Schule, Sie gehen irgendwo arbeiten und sind natürlich darauf angewiesen, dass am Ende Ihre Umgebung die Möglichkeit bietet sich überhaupt vor Hitze zu schützen. Deswegen erkenne ich schon an, dass wir hier am Ende über ein Thema sprechen, bei dem wir natürlich eine gesamtgesellschaftliche und auch eine staatliche Aufgabe haben, Klimaschutz überhaupt möglich zu machen. Ich finde, in diesem Sinne sollte man das Thema auch diskutieren. Hitzeschutz ist am Ende überlebensnotwendig. Ich sehe im Hitzeaktionsplan, in „hitze.thüringen.de“ und in den ganzen anderen Maßnahmen, die das Umweltressort und das TMDI ergriffen haben, richtige Schritte. Gleichzeitig geht es am Ende auch darum, die zu bezahlen. Ich freue mich über das fraktionsübergreifende Bekenntnis, diese finanziellen Mittel in kommenden Haushalten bereitstellen zu wollen. Vielen Dank.
(Beifall CDU, Thüringen.Gerecht, SPD)
