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Christian Tischner

07.10.2026 Sitzungen 8/56

Frage der Abgeordneten Jary (CDU)

Vielen Dank, Frau Kollegin Jary, für die Frage. Das passt vielleicht auch ganz gut für die Schülerinnen und Schüler, die auf der Tribüne sind, wenn ich richtig informiert bin, von der Gemeinschaftsschule in Trusetal. Das ist auch ländlicher Raum. In der Tat kommen wir bei der Beseitigung des Unterrichtsausfalls gut voran. Ich habe vorhin schon darauf verwiesen, dass wir unter zehn Prozent sind. Ich erhoffe mir einen noch größeren Effekt in der nächsten Statistikwoche. Da kommt es auch ein bisschen auf die Krankenwellen an, aber die Situation ist im Land noch unterschiedlich. Wir haben eine relativ gute Situation in Erfurt, Weimar, Jena, also entlang der A 4 – dort, wo auch die Lehrerbildung stattfindet. Im ländlichen Raum ist es stark unterschiedlich und wir haben in bestimmten Fächern und in bestimmten Schularten Herausforderungen. Eine Schulart, die besonders herausgefordert ist, ist die Förderschule. Die anderen Schularten, die herausgefordert sind, sind die Regelschulen und auch die Gemeinschaftsschulen und dort im Speziellen die Naturwissenschaften. Was haben wir getan? Wir haben mit den Hochschulen intensiv gesprochen, um im Bereich der naturwissenschaftlichen Lehrerausbildung stärkeren Output – also mehr Studierende – zu erhalten. Das duale Studium, was wir an der Universität hier in Erfurt eingerichtet haben, läuft sehr gut, wo wir auch die Kapazitäten noch mal ausweiten konnten. Mein Vorgänger hatte mit 50 pro Jahrgang begonnen. Wir sind jetzt bei über 70, das läuft also sehr gut. Wir haben an der Fachhochschule Nordhausen die Möglichkeit eröffnet, dass im Grunde auch an Fachhochschulen Lehrerbildung stattfinden kann. Wir sind eng im Gespräch mit dem Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien und mit externen Partnern, um letztendlich auch Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger zu qualifizieren. Wir kommen gerade im naturwissenschaftlichen Bereich, im Regelschullehrerbereich, nicht darum herum, auch Seiteneinsteiger zu unterstützen und haben dazu den Vorkurs eingeführt. Ein Vorkurs von drei Monaten ersetzt zwar keine Lehrerausbildung, aber er hat doch dahin gehend mittlerweile einen sehr guten Ruf und einen großen Mehrwert, dass die Abbrecherzahlen weniger werden und vor allem, dass unter den jungen Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteigern ein Netzwerk entsteht, wo man sich gegenseitig unterstützt. Unterstützung ist das große Stichwort, gerade auch mit Blick auf den Regelschul- und Gemeinschaftsschulbereich. Wir sind jetzt dazu übergegangen zu schauen, an welchen Schulen die Lehrerversorgung so gut ist, dass man auch eine andere Schule unterstützt. Den Begriff „Cluster“ hat vielleicht die eine oder der andere schon gehört. Wir haben alle Schulämter aufgefordert, natürlich gerade die im ländlichen Raum, Cluster zu bilden. Das heißt, Netzwerke mit starken Schulen zu bilden – dort, wo wir mehr Lehrer haben. In diesem Netzwerk sind auch Schulen, in denen wir große Herausforderungen haben und da wird gegenseitig abgeordnet. Das führt natürlich auch zu Kritik. Das muss man ernst nehmen. Wir nehmen das auch ernst, gerade an den Gymnasien. Aber die Priorität ist so, dass gerade die Oberstufe an den Gymnasien in dem Maße natürlich abgesichert wird und dass auch im Eingangsbereich die Unterrichtsversorgung sehr vernünftig ist. Ein Jahr, eineinhalb Jahre werden wir schon noch eine sehr angespannte Situation in einigen Regionen haben. Aber dadurch, dass wir im Grundschulbereich jetzt auf eine Situation zulaufen, bei der wir eigentlich sagen können, der Generationswechsel ist geschafft, wir sind einigermaßen gut versorgt, werden uns auch Grundschullehrerinnen und ‑ lehrer zur Verfügung stehen, die ausgebildet werden an der Universität, im Studienseminar und vielleicht gar nicht mehr in der Grundschule – jedenfalls in Erfurt, Weimar, Jena – eine Anstellung finden. Ich war gestern Abend in Heiligenstadt gewesen, auch da ist mir gesagt worden, in Nordthüringen, dass man schon ziemlich voll ist in der Besetzung der Stellen für die Grundschullehrämter. Und bei den Grundschullehrämtern sind wir gerade dabei, dort sehr stark auch anzusprechen, dass sie in der 5. und 6. Klasse für die Regelschule, für die Gemeinschaftsschule sich bewerben, dort eingesetzt werden, natürlich auch die Möglichkeit haben, an der Grundschule wieder mal zu arbeiten, das soll keine Einbahnstraße sein. Aber diese Ressource wollen wir auch heben, wie wir natürlich auch Maßnahmen getroffen haben mit Blick auf Zulagensysteme, mit Blick auf Altersabminderung, mit Blick auf Arbeitszeitkonto. Das würde ich vielleicht als letzten Punkt sagen, Frau Präsidentin. Wir werden den Lehrerinnen und Lehrern im nächsten Jahr eine Art Arbeitszeitkonto anbieten, im Rahmen dessen man für eine gewisse Zeit mehr arbeiten kann – wir haben ja jetzt in diesen Zeiten auch mehr Schüler – und man dann in ein paar Jahren im Grunde auch wieder etwas weniger arbeitet, weil wir ab 2032 auch wieder weniger Schüler insgesamt in unseren Thüringer Schulen haben werden.

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