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Christian Tischner

07.10.2026 Sitzungen 8/56

Frage der Abgeordneten GroßeRöthig (Die Linke)

Ja, ich will vielleicht noch mal sagen, weil Sie sagen, die Frage ist nicht so richtig beantwortet worden, ich habe Ihnen ein Beispiel genannt, das wir gerade diskutieren. Den Abgeordneten ist bekannt, dass die Thüringer Landesregierung eine Arbeitsgruppe „Zukunft Kindertagesbetreuung“ ins Leben gerufen hat, die nach vier bis fünf Sitzungen Ende des Jahres einen „Zukunftsplan Kindergarten“ vorlegen wird. In diesem „Zukunftsplan Kindergarten“ werden wir gemeinsam mit denen, die tagtäglich Kindergarten in Thüringen leben und ermöglichen, Vorschläge machen, die gerade diskutiert werden. Das sind Vorschläge zum Thema „Struktur“, zum Thema „Qualität“, zum Thema „Finanzierung“, auch zum Thema „Qualifizierung von Fachkräften“. Ein Beispiel hatte ich Ihnen eben genannt, dass man überlegt, dann finanziell auch von der Landesseite her noch mal zusätzlich ins Rennen zu gehen, um kleine Einrichtungen zu erhalten, damit eine Erreichbarkeit da ist. Eine andere Sache, die wir auch schon hier im Landtag diskutiert haben, ist, zu schauen, ob man mit Kindertagesmüttern und Kindertagesvätern Angebote dort vorhalten kann, wo weit und breit vielleicht kein Kindergarten mehr sein kann. Die Frage, die Sie stellen, was mit dem Personal passiert, ist schon sehr intensiv auch hier im Landtag bei der Anhörung diskutiert worden. Ich höre immer von den Kolleginnen und Kollegen, auch von den Vertretern der Gewerkschaften stark heraus: Bitte habt ein großes Auge auf Qualifizierung unserer Fachkräfte, auf Fortbildung der Fachkräfte. Aktuell sind gerade 500 Erzieherinnen und Erzieher aus ganz Thüringen in Erfurt auf der Messe, die heute Fortbildungsangebote wahrnehmen, organisiert vom Bildungsministerium. Genau das ist der richtige Weg. Dennoch stellt sich die Frage: Wie geht es in Zukunft weiter mit Personal? Wir haben in Thüringen momentan jedes Jahr einen Einstellungsbedarf von wahrscheinlich 1.000 Erzieherinnen und Erziehern. Die bilden wir auch aus. Das wird weniger werden, aber wir haben auch noch über 300 VZÄs, die in den Kindergärten nicht besetzt sind, durch die letzte Schlüsselverbesserung, die der Thüringer Landtag beschlossen hat. Sie erinnern sich alle an die intensive Gesetzgebung kurz vor Ende der letzten Wahlperiode. Weit über 150 Millionen Euro jährlich nimmt der Freistaat Thüringen dank ihres Beschlusses in die Hand, um die Schlüsselverbesserung zu vollziehen. Sie ist noch nicht voll umgesetzt und immer noch sind über 300 VZÄs offen. Es gibt einen großen Bedarf für Erzieherinnen und Erzieher auch in dem Bereich „HzE“. Da sind vielleicht die Arbeitszeiten nicht so attraktiv, wie das im Kindergarten oder im Hort ist. Aber auch in dem Heimbereich haben wir weiterhin einen großen Bedarf an Fachkräften. Im Kindergartenbereich wird es weniger. Auch im Grundschulbereich – dazu kommen wir vielleicht gleich noch – wird es weniger. Auf der anderen Seite sagen mir auch, Frau Große-Röthig, die Einrichtungen: Wir sind ganz froh, wenn wir jetzt beim Personal mal wieder ein bisschen auswählen können, weil wir in den letzten Jahren alle eingestellt haben und das hat manchmal mit Qualität nichts zu tun gehabt.

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