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Christian Tischner

07.10.2026 Sitzungen 8/56

c) Antrag der Fraktion der CDU zu dem Thema: „Friedrich-Schiller-Universität Jena wird als Exzellenzuniversität ausgezeichnet – Thüringen zählt zur Weltspitze der Wissenschaft“

Frau Präsidentin, meine sehr geehrten Kolleginnen und Kollegen, liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Vertreter des Präsidialamts der Friedrich-Schiller-Universität, Frau Daube und Herr Schwessinger, es sind gute Tage für die Wissenschaft in Deutschland. Das ist keine Selbstverständlichkeit, dass man das bei einem internationalen Wettbewerb um gute Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler so feststellt. Zu Beginn dieser Woche wurde bekannt, dass zwei der drei diesjährigen Nobelpreisträger für Medizin aus Deutschland stammen, und am vergangenen Freitag fiel die Entscheidung über die neuen Exzellenzuniversitäten und über die neuen Exzellenzverbünde. Was wir in Thüringen schon lange wussten, ist damit nun auch offiziell anerkannt: Die Friedrich-Schiller-Universität ist exzellent. Die Friedrich-Schiller-Universität hat sich in einem außerordentlich anspruchsvollen Wettbewerb durchgesetzt und einen der fünf neuen Plätze errungen. Darauf können die Universität, die Stadt Jena und wir alle als Freistaat Thüringen gemeinsam stolz sein. Dieser Erfolg ist nicht über Nacht entstanden. Er ist das Ergebnis einer kontinuierlichen Entwicklung, die Universität und Land über viele Jahre gemeinsam vorangetrieben haben. Dieser Erfolg reicht weit über Jena hinaus. Auch die Universitäten in Erfurt und Weimar sind Teil davon. Sie sind an einem der beiden Exzellenzcluster beteiligt, die eine wesentliche Voraussetzung für die Bewerbung als Exzellenzuniversität waren. Der Titel ist damit auch ein Ausweis der wissenschaftlichen Zusammenarbeit im ganzen Freistaat. Die internationalen Gutachter haben bei der Friedrich-Schiller-Universität vor allem drei Dinge hervorgehoben: eine klare Strategie, einen hohen institutionellen Reifegrad und ein Forschungsprofil, das über viele Jahre gewachsen ist, von der Photonik und Optik über die Lebenswissenschaften und Mikrobiomforschung bis hin zur starken Geistes- und Kulturwissenschaft. Und Sie, die Gutachter, haben etwas gesehen, das für den Erfolg Jenas besonders wichtig ist. Die Universität steht nicht allein. Die starke Industrie, insbesondere in Optik und Photonik, die außeruniversitären Forschungseinrichtungen, gemeinsame Berufungen, hervorragende Forschungsinfrastrukturen und das enge Zusammenspiel mit Stadt, Region und Wirtschaft bilden ein Forschungs- und Innovationsökosystem, das auch international außergewöhnlich ist und zum Erfolg der Friedrich-Schiller-Universität maßgeblich beigetragen hat. Gerade dieses Zusammenspiel wurde von den Gutachtern ausdrücklich als Stärke hervorgehoben. Und darin zeigt sich für mich auch, dass unser wissenschaftspolitischer Weg in Thüringen der richtige ist. Unsere Wissenschaftsstrategie setzt auf vier Schwerpunkte: internationale Wettbewerbsfähigkeit, auf Transfer, auf Fachkräftequalifizierung und gezielte Investitionen in die Forschungsinfrastruktur. Der Erfolg in Jena zeigt, diese vier Dinge, sie gehören eben zusammen. Wettbewerbsfähigkeit entsteht dort, wo man eigene Stärken erkennt, Profile entwickelt und den Anspruch hat, in diesen Feldern zur internationalen Spitze zu gehören. Und genau das ist in Jena gelungen. Aber Wissenschaft darf nicht an den Labortüren enden. Deshalb ist der Transfer von Wissen und Innovation für uns ein zentraler Bestandteil moderner Wissenschaftspolitik. Aus wissenschaftlichen Erkenntnissen müssen neue Anwendungen, Technologien und Unternehmen entstehen können. Und Wissen muss zugleich hineinwirken in die Gesellschaft, in die Kultur und eben auch in die öffentlichen Debatten. Auch hier hat Jena überzeugt, die Gutachter haben ausdrücklich ein modernes und zukunftsweisendes Verständnis von Technologie und Wissenstransfer bescheinigt. Und schließlich geht es um Menschen. Die beste Forschungsinfrastruktur hilft uns nicht, wenn wir nicht junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ausbilden, internationale Spitzenkräfte gewinnen und ihnen Perspektiven eben auch in unserem Freistaat geben. Deshalb ist die Fachkräftequalifizierung kein Nebenthema der Wissenschaftspolitik, Sie gehört und ist im Zentrum. Und genau so wichtig sind die Investitionen, die nicht selbstverständlich sind in den heutigen finanziell angespannten Zeiten. Spitzenforschung braucht moderne Labore, braucht Forschungsbauten, braucht Großgeräte und eben verlässliche Rahmenbedingungen. Deshalb haben wir in den vergangenen Jahren gezielt auch in die Thüringer Forschungsinfrastruktur investiert. Wir werden diesen Weg auch weitergehen. Meine Damen und Herren, die Friedrich-Schiller-Universität wird mit dem Exzellenzstatus noch stärker als bisher international sichtbar werden. Sie wird noch mehr zum Magneten für Studierende, für wissenschaftlichen Nachwuchs und für internationale Spitzenforscher. Ab dem 1. Januar 2027 gehört Jena damit zum Kreis der 15 Exzellenzstandorte in Deutschland, das heißt zu zwölf Exzellenzuniversitäten, und es gibt die drei Exzellenzverbünde. Und ein Blick auf die Landkarte zeigt, wie außergewöhnlich dieser Erfolg ist. Der Westen und Südwesten dominieren den Wettbewerb. Acht der 15 Standorte liegen allein in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Und Jena ist neben Dresden der einzige ostdeutsche Exzellenzstandort. Auch deshalb ist diese Entscheidung für Thüringen von ganz besonderer Bedeutung. Sie zeigt nämlich, wissenschaftliche Weltspitze ist keine Frage der Größe eines Landes. Entscheidend für die Exzellenz und für die Arbeit einer Universität sind gute Ideen, sind klare Profile, sind kluge Köpfe und langfristige Investitionen. Und genau das haben wir in Thüringen. Allerdings müssen wir auch – klar – über die finanziellen Rahmenbedingungen sprechen. Durch die Aufnahme weiterer Standorte und Verbünde insbesondere stehen den einzelnen Förderfällen weniger Mittel zur Verfügung als zunächst erhofft. Die Fördervolumina werden gegenüber den ursprünglichen Anträgen reduziert. Für die Friedrich-Schiller-Universität werden dennoch über die kommenden sieben Jahre jährlich Mittel in Höhe von über 11 Millionen Euro zusätzlich aus Bundes- und Landesmitteln zur Verfügung stehen – 11 Millionen Euro zusätzlich. Der Bund trägt davon 75 Prozent, wir als Freistaat Thüringen 25 Prozent. Auch deswegen ist es gut und richtig, dass wir das heute zum Thema der Aktuellen Stunde gemacht haben. Klar ist auch, die Friedrich-Schiller-Universität Jena ist die kleinste Universität im Kreis der Exzellenzuniversitäten. Das macht ihren Erfolg umso bemerkenswerter. Es ist und bleibt aber zugleich eine Herausforderung, denn die Konkurrenz schläft nicht. Der wissenschaftliche Wettbewerb ist hart und deshalb dürfen wir auch in den kommenden Jahren nicht nachlassen, unsere Hochschullandschaft zu unterstützen. Das Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur wird sich dafür einsetzen, die Universitäten auf diesem Weg weiter mit Mitteln für Forschung, für Transfer, für Investitionen im Bau und natürlich auch mit Mitteln für die Kolleginnen und Kollegen zu unterstützen. Dazu gehört für mich insbesondere auch, die bisherige Förderung der beiden Graduiertenkollegs zu den Exzellenzclustern bis 2032 zu verstetigen. Der wissenschaftliche Erfolg beginnt immer bei den Menschen, bei jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, denen wir Freiheit, denen wir gute Bedingungen und Perspektive geben. Meine sehr geehrten Damen und Herren, mit dem Titel „Exzellenzuniversität“ ist uns, ist der Universität eine großartige Auszeichnung gelungen. Genauso wichtig ist, dass wir das, was dahintersteht, sehen: Thüringen kann wissenschaftliche Weltspitze. Wir können international wettbewerbsfähig sein. Wir können Forschung und Wirtschaft miteinander verbinden. Wir können kluge Köpfe gewinnen und Fachkräfte ausbilden und wir können durch gezielte Investitionen die Voraussetzungen für die Spitzenforschung schaffen. Der Erfolg von Jena bestätigt uns diesen gemeinsamen Weg und er ist für uns Ansporn, ihn entschlossen weiterzugehen. Vielen Dank. (Beifall CDU, Thüringen.Gerecht)

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