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Nadine Hoffmann

AfD 25.06.2026 Sitzungen 8/48

Einsatz von Wärmebilddrohnen zum Schutz von Wildtieren unterstützen – Rettung von Rehkitzen, Junghasen und anderen Wildtieren bei der Mahd in Thüringen stärken

Frau Präsidentin, ich nehme die doch in Teilen niveaulose Rede von Herrn Tiesler mal zum Anlass darauf hinzuweisen, (Beifall AfD) dass die CDU tatsächlich schon mal mutiger war. Als wir nämlich diesen Antrag 2022 eingereicht haben und es einen Alternativantrag der FDP gegeben hat, hat die CDU doch tatsächlich unserem Antrag, zumindest der Ausschussüberweisung, zugestimmt. So schlecht kann der Antrag also nicht gewesen sein. (Beifall AfD) Ich möchte Herrn Tiesler aber dafür danken, dass er darauf hingewiesen hat, dass die Plenarsitzungen von Naturschutzinitiativen geprägt sind, die ausschließlich von der AfD kommen. Dann haben es die Zuschauer auch schon mal gehört. Konservativ geschätzt gibt es laut Deutscher Wildtierstiftung vier Rehkitze auf 100 Hektar Grünland. Jedes Jahr sterben Tausende Rehkitze bei der Mahd dieses Grünlands. Der Landesjagdverband geht von 50.000 bis 100.000 Rehkitzen aus, die jährlich diesen Mähtod erleben oder erleiden müssen. Hinzukommen verletzte Tiere, um die sich dann Wildtierauffangstationen, Jäger und Naturschützer kümmern. Betroffen sind nicht nur Rehkitze, sondern auch Damkälber, Feldhasen, Igel und bodenbrütende Vögel, wie die Feldlerche oder das Rebhuhn, deren Nester, Gelege und Jungtiere zerstört werden. Das Rehwild ist dabei besonders gefährdet, denn das Absetzen der Kitze fällt mit den ersten Grünlandschnitten zusammen. Den jungen Rehkitzen wird dabei das natürliche Schutzverhalten zum Verhängnis. Sie drücken sich an den Boden, sie flüchten nicht. Sogenannte Flitze-Kitze, die bei Gefahr oder Vergrämung flüchten, das sind ältere Kitze, lassen sich zwar vertreiben, aber die kleinen, sehr jungen Tiere, bleiben liegen und ducken sich, ohne dass das menschliche Auge sie erkennen kann. Der Deutsche Tierschutzbund schreibt dazu, ich zitiere: Sobald auf Wiesen und Feldern die Ernte beginnt, können die großen Erntemaschinen Wildtieren gefährlich werden, die in Pflanzen Unterschlupf gesucht haben. Vor allem junge Hasen und Rehe ducken sich bei Gefahr und kauern regungslos am Boden, was ihnen beim Mähen zum Verhängnis wird. Die Maschinen zerstören Nester und Gelege von Vögeln, die auf Wiesen brüten. Jedes getötete Tier und jedes zerstörte Gelege ist eins zu viel und gefährdet auf Dauer das Überleben der Art. So ist die Besatzdichte des Feldhasen in Thüringen zwar gestiegen. Sie liegt aber immer noch deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. Beim Rebhuhn sieht es gar nicht rosig aus, wie unter anderem aus dem Wildtierinformationssystem hervorgeht. Der Kiebitz, ein Bodenbrüter, ist nach jüngsten Pressemeldungen vom Aussterben bedroht und das Rehwild ist kein Forstschädling, sondern ebenfalls zu schützen. (Beifall AfD) Die Vermeidung von Schmerz bei Tieren, das Verbot der Schädigung und der Schutz wildlebender Arten sind im Bundesnaturschutzgesetz, im Tierschutzgesetz und im Jagdrecht festgeschrieben. Keiner kann jedenfalls wollen, dass Tiere auf diese Weise verletzt oder getötet werden. Den Bauern ist auch deshalb an der Wildtierrettung gelegen, weil das durch die verletzten oder toten Tiere eingetragene Gift, ein Toxin, eine Gefahr ist. Wird die vergiftete Ernte an Nutztiere verfüttert, verenden diese qualvoll. Die Hegepflicht obliegt den Jagdausübungsberechtigten. In Verantwortung steht aber auch der Landwirt. Darum sollten die Wiesen durch Jäger, Landwirte und Freiwillige vor der Mahd beobachtet und abgegangen werden und auch Vergrämungsmaßnahmen – Herr Thomas, Sie haben unseren Antrag leider nicht gelesen, steht mehrfach drin – mit Hunden stattfinden. (Beifall AfD) Manche Tiere, manche Tiere lassen sich dauerhaft verscheuchen, andere nicht. Manche kommen an ihre Ablege-Plätze zurück, andere nicht. Zudem sind viele Tiere und ihre Nester so gut an die Umgebung angepasst, dass sie durch die Helfer nicht gesehen werden. Die in den ersten Lebenswochen ohne eigenen Körpergeruch ausgestatteten Rehkitze werden durch Hunde kaum gewittert. Die traditionellen Vergrämungsmaßnahmen, zum Beispiel mit Flatterband und das Absuchen, sind zeitaufwendig. Die Landwirte können die Tiere und Gelege von den Fahrzeugen aus nicht sehen. Die Maschinen fahren mit breiten Mähwerkzeugen, die Tiere haben einfach keine Chance. Als effiziente Methode, und deswegen wird das im Antrag auch öfter genannt, gegen den Mähtod, hat sich die Wildtierrettung durch Drohnen mit Wärmebildkamera erwiesen. Die Drohne lokalisiert Wärmequellen, sogenannte Thermoflecken. Mehrere Hektar können auf diese Weise pro Tag abgeflogen werden. Die Drohne sucht die Mahdfläche nach diesen Wärmeunterschieden ab und meldet sie. Der Helfer geht dann hin und trägt das Jungtier mit Grasbüschel und Handschuhen an den Rand. Dort wird es von dem Muttertier gefunden. Zum effizienten Schutz der Wildtiere braucht es also diese technische Methode der Drohne mit Wärmebildkamera. Sie ist zeitsparend und ein effektives Mittel gegen den Sterbefaktor Mähen. Auf diese Weise ist dem Tierschutz, dem Landwirt und natürlich auch der Hegepflicht des Jägers gedient. Es ist ein Zusammenspiel verschiedener Landnutzer für eine wirklich gute Sache. Immer mehr Freiwillige setzen sich auf diese Weise für den Tierschutz ein, kooperieren mit Jagdberechtigten und Landwirten. Sie stehen in den frühen Morgenstunden auf, noch vor dem Amselruf, am Wochenende und auch wochentags. Sie schenken ihre Zeit und Energie dem Tierschutz und erleben dabei Naturglück. Wissenschaftlich unterstützt werden sie durch Studien, die den Einsatz der Wärmebildtechnik zum Auffinden von Jungtieren untersucht haben. Bisher haben neben den Jägern und Bauern vor allem Ehrenamtliche und Vereine wie der Jagdverband diesen Dienst geleistet, auch in Thüringen, unter anderem in Gera, im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt und in Hildburghausen. So haben die Kitzrettungsteams des Landesjagdverbandes im Jahr 2025 über 6.000 Rehkitze gerettet. Die Mitglieder spenden aber nicht nur ihre Freizeit, sondern auch ihr Geld. Der Erwerb einer solchen Drohne liegt, geht man von der Technik erfahrener Rettungsteams aus, inklusive Kamera und Funk und Verbrauchskosten bei mehreren Tausend Euro, zuzüglich der Aufwendung für den Drohnenführerschein. Der Bund fördert in diesem Jahr diesen Drohnenerwerb mit einer Festsumme wie auch im Vorjahr. Im Vorjahr war die Nachfrage so groß, dass das Programm aufgestockt wurde. Auch Thüringer Vereine haben auf dieses Bundesprogramm Zugriff genommen. Ich zitiere aus der Antwort auf meine Kleine Anfrage 8/982: „Im Kalenderjahr 2024 wurden bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung neun Anträge auf Auszahlung aus dem Programm zur Förderung von Drohnen zur Rehkitzrettung aus Thüringen gestellt.“ Und weiter: „Im Kalenderjahr 2025 wurden bei der BLE elf Anträge aus Thüringen gestellt, wovon sich zehn Anträge als potenziell zuwendungsfähig erwiesen.“ Die Tierretter erhoffen sich dabei eine Verstetigung mit ausreichender Förderung. Explizit sagt das auch der Landesjagdverband, was Herrn Tiesler offensichtlich nicht interessiert. Deshalb fordern wir in unserem Antrag unter anderem, dass sich die Landesregierung für eine solche Verstetigung auf Bundesebene einsetzen möge, um eine verlässliche Förderkulisse zu schaffen. Die Unterstützung der Anschaffung soll aber auch dadurch stattfinden, dass eine Erweiterung der bisherigen Förderung forciert und dass für eventuelle Förderlücken ein Landesprogramm geprüft wird. Dabei können – in Klammern – ehemalige Programme anderer Bundesländer ein Vorbild sein. Eine Unterstützung kann auch dergestalt sein, dass die Förderung von Vergrämungsmaßnahmen zusätzlich ermöglicht wird. Es muss eine rechtssichere Gestaltung der Tierrettung geben, damit diese im Einzelfall oder im Zweifelsfall nicht als Wilderei gewertet wird. Es gibt dazu entsprechende Urteile. Man muss sie halt auch lesen, Herr Thomas; sich mit der Materie zu beschäftigen, kann nicht schaden. (Beifall AfD) Grundsätzlich muss es auch eine ideelle Anerkennung der Rehkitzrettung durch das Land geben. Die gibt es aber nicht durch warme Worte hier im Plenum und wenn dann Initiativen kommen, werden die abgelehnt, Herr Tiesler, diese warmen Worte können sich die Retter schenken. Sie brauchen tatsächlich Maßnahmen. (Beifall AfD) Das i-Tüpfelchen der Rehkitzrettung wäre für mich persönlich, wenn der zuständige Fachausschuss regelmäßig zum Thema informiert werden würde. Die Unterstützung durch das Land Thüringen ist also geboten, damit Jäger, Tierschützer und Landwirte, auf diese Weise ihren Beitrag leisten können. Gerade Thüringen als Land mit ausgeprägter artenreicher Natur hat da eine besondere Verantwortung. Daher unser Antrag, in dem wir die nötigen Feststellungen treffen, konkrete Maßnahmen beschreiben und die politische Anerkennung fordern. Tierschutz ist als Staatsziel verankert, Vermeidung von Tierleid ist darüber hinaus ein moralisches Gebot, welches Rückenwind durch das Parlament bekommen sollte, ehrlich und wenn es ehrlich ist, dann über Fraktionsgrenzen hinweg. Wir beantragen die Überweisung an den Ausschuss für Umwelt, Energie, Naturschutz und Forsten und den Ausschuss für Wirtschaft, Landwirtschaft und Ländlichen Raum. Wenn ich so höre, was meine Vorredner gesagt haben zu dem Thema, dass sie es wieder ablehnen werden: Ich finde das einfach nur noch armselig, was Sie hier durchführen im Plenum. Sie werfen uns immer vor, wir würden keine Vorschläge bringen. Wir machen etliche Vorschläge. Wir haben im Landeshaushalt hunderte Änderungsanträge gemacht, auch zum Naturschutz. Es wird von Ihnen allen abgelehnt. Sich dann herzustellen und zu sagen, die AfD macht nichts oder was sie macht, taugt nichts – ich meine, Sie können es ja besser vormachen, wenn Sie meinen, unsere Initiativen taugen nichts. Aber das ist nur noch armselig. Aber die Leute da draußen im Land hören das immer mehr und sehen es immer mehr. Da brauchen Sie sich auch nicht zu wundern, dass Sie dann keine Wahlzustimmung mehr erhalten. (Beifall AfD)

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