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Tilo Kummer

24.06.2026 Sitzungen 8/47

Frage der Abgeordneten Heber (CDU)

Vielen Dank, Frau Abgeordnete, für die Frage. Die Regelungen zur Talsperre Schmalwasser, die ja die Apfelstädt am Ende speist und Wasser der Apfelstädt auch zurückhält, sind so, dass eine Mindestwasserabgabe aus der Talsperre jederzeit geregelt wird. Wir sind aktuell in der Situation, wo wir in ganz Thüringen darunter leiden, dass wir ausgesprochen niedrige Gewässerabflüsse haben. Wir haben zwar ein bisschen Regen gehabt, der aber hauptsächlich dazu gedient hat, die Vegetation zu ermöglichen. Wir sind in das Frühjahr mit sehr, sehr geringen Grundwasserständen, mit einer sehr schlechten Bodenfeuchtigkeit gestartet. Vor dem Hintergrund haben wir sehr, sehr niedrige Füllstände in unseren Talsperren. Im Moment fließt, wenn ich das richtig sehe, in die Schmalwasser weniger Wasser rein, als an Mindestwasser an die Apfelstädt abgegeben wird. An diesem Zustand werden wir nicht wirklich was ändern können. Wie gesagt, die wasserrechtlichen Festlegungen des Mindestwasserabflusses aus der Talsperre Schmalwasser in die Apfelstädt sind gegeben. Wir haben einfach klimatisch aktuell festzustellen, dass in Thüringen in den letzten zehn Jahren nur noch etwa 50 Prozent des wirksamen Wassers für eine Grundwasserauffüllung zur Verfügung gestanden haben wie in den Dekaden zuvor. Daraus sehen Sie, dass wir in einigen Fließgewässern perspektivisch Probleme mit dem Wasserstand kriegen werden, dass wir völlig neue Voraussetzungen haben werden, die den Prognosen zufolge eher so Richtung Südfrankreich gehen, worauf wir uns perspektivisch klimatisch einstellen müssen. Das heißt eben auch, dass Naturschutzgebiete, die natürlich auch Fließgewässer mit beinhalten, damit leben müssen, dass künftig Wasserstände niedriger sind. Wir haben – weil es ja immer wieder Diskussionen gibt, ob eventuell zu viel Wasser in der Schmalwasser für anderes genutzt wird – allein für die Sicherstellung der Trinkwasserversorgung Entscheidungen treffen müssen, die dazu führten, dass die Westringkaskade und das dortige Wasserkraftwerk, das bisher regelmäßig aus der Schmalwassertalsperre bedient wurde, schon seit einiger Zeit nicht mehr betrieben wird. Außerdem haben wir uns entschieden, dass wir Wasser, wo wir entscheiden können, wo wir es hingeben, entweder in die Schmalwassertalsperre oder in die Talsperre Ohra, der Talsperre Ohra zugeführt haben, weil wir dort sehr niedrige Wasserstände hatten und die Trinkwasserversorgung Mittelthüringens gefährdet gesehen haben. Erfreulicherweise ist aktuell der Füllstand der Talsperre Ohra zumindest wieder ein Stückchen besser als im Vorjahr, sodass wir davon ausgehen können, dass wir in diesem Jahr die entsprechenden Zusagen, die wir vertraglich an die Wasserversorger gegeben haben, auch einhalten können. Vor dem Hintergrund muss wie gesagt auch ein Naturschutzgebiet mit den Witterungsverhältnissen leben. Das können wir nicht beeinflussen. Diesbezüglich bleibt uns nur zu hoffen, dass wir immer entsprechend den notwendigen Regen haben, um zumindest die Wassermengen zur Verfügung stellen zu können, die mit dem Mindestwasserabfluss, der festgelegt ist, verbunden sind.

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