Möller
Unterstützung und Förderung der Ausrichtung der Multisportveranstaltung „Die Finals“ in den Jahren 2028 oder 2029 in Thüringen
Sehr geehrter Herr Präsident, meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordneten, liebe Zuschauer auf der Tribüne und am Livestream, lassen Sie mich zuallererst im Namen der Landesregierung den Fraktionen der CDU, des BSW und der SPD für die Einbringung dieses Antrags danken, denn mit ihm beweisen Sie einmal mehr, dass das Grüne Herz Deutschlands ein echtes Sportland ist,
(Beifall CDU, BSW)
vor allem, dass wir das auch in Zukunft bleiben wollen, und ganz entscheidend, dass sich die Politik in diesem Hohen Haus auch dafür einsetzt. Meine Damen und Herren, denken wir kurz zurück an die erfolgreichen Weltcups in Oberhof im Januar. Fünf Weltcups in drei Wochen mit Zehntausenden Besuchern vor Ort und Millionen Wintersportfans an den Fernsehern. Denken wir außerdem an die Olympischen Spiele vor wenigen Wochen in Cortina, bei denen Thüringer Athletinnen und Athleten mit insgesamt acht Medaillengewinnen ein echtes Wintermärchen geschrieben haben. Als verhältnismäßig kleines Bundesland haben wir damit zu fast einem Drittel zur Medaillenausbeute des Teams D bei den Olympischen Spielen 2026 beigetragen. Beides ist uns nicht in den Schoß gefallen. Beides ist das Ergebnis harter und ehrlicher Arbeit. Ohne Sportler, die voller Leidenschaft und Ehrgeiz jahrelang auf ihren Erfolg hinarbeiten, ohne Tausende Ehrenamtliche, die zum Beispiel die Loipen und Rennstrecken präparieren, für den Nachwuchs die Skier wachsen oder am Wochenende junge Talente trainieren, oder unzählig weitere Ehrenamtliche in unseren vielen Tausend Vereinen, die das Fundament unseres Breitensports legen, und auch ohne Sportfachverbände, die sich oft Jahre im Voraus engagiert in die Planungen einbringen, wäre nichts von dem möglich.
(Beifall Die Linke)
Deshalb lassen Sie mich hier auch noch einmal die Gelegenheit nutzen, um allen Beteiligten für ihren unglaublichen Einsatz zu danken. Das ist Ehrenamt mit Herzblut, das ist Leidenschaft, die ansteckt. Genau das macht unser Sportland Thüringen so stark.
(Beifall CDU, BSW, Die Linke, SPD)
Meine Damen und Herren, was wir im Wintersport können, das können wir auch im Sommer. Der Antrag der Koalitionsfraktionen, in dem wir als Landesregierung gebeten werden, die Voraussetzungen für eine Bewerbung unserer Heimat, unseres Grünen Herzens Deutschlands für Die Finals 2028 oder 2029 zu schaffen, bietet uns die einmalige Gelegenheit, das der ganzen Bundesrepublik zu zeigen. Die Finals sind mehr als eines der größten Multisportevents Deutschlands, sie sind ein Zuschauermagnet, ein Turbo für die regionale Wirtschaft und für das ausrichtende Bundesland eine echte Visitenkarte. Im vergangenen Jahr war ich in Dresden bei Die Finals 2025 zu Gast, um mir selbst einen Eindruck zu verschaffen. Ich kann Ihnen sagen, eine grandiose Stimmung vor der Frauenkirche und dem Leichtathletikstadion, 250.000 enthusiastische Besucherinnen und Besucher, hochklassige Wettkämpfe in etwa 20 Sportarten, kompakt an einem Ort, und nicht zuletzt auch ein Event, das sich wirtschaftlich klar rentiert: 55 Millionen Euro Umsatz insgesamt. Die Stadt Dresden konnte allein eine Wertschöpfung von knapp 28 Millionen Euro erzielen. Dazu kamen 300 Millionen Zuschauer und Kontakte über die klassischen und digitalen Medien sowie 235 Stunden Berichterstattung. Das ist eine echte Ansage. Wir als Landesregierung sind überzeugt: Was in Sachsen geht, das geht erst recht in Thüringen.
(Beifall CDU, BSW, SPD)
(Zwischenruf Abg. Hey, SPD: Immer!)
Deshalb habe ich bereits mehrere Gespräche geführt, zuletzt gestern mit der Finals GmbH, aber auch mit Vertretern von ARD und ZDF, um auszuloten, ob und unter welchen Bedingungen eine Thüringer Bewerbung Aussicht auf Erfolg hat und wie sie im Erfolgsfall medial begleitet werden kann. Ich kann heute sagen: Die Chancen stehen durchaus gut, dass wir im Jahr 2028 oder 2029 Die Finals hier zu uns nach Thüringen holen können. Sicher – das wurde mir auch gesagt –, das Bewerberfeld ist stark, aber mir wurde bereits mitgeteilt, dass Thüringen aufgrund seiner großen Sporttradition, seiner Sportbegeisterung und auch aufgrund der guten Sportstättensituation eine der absoluten Wunschkandidaten der Ausrichter ist. Dazu braucht es natürlich eine gemeinsame Kraftanstrengung aller Beteiligten, wie auch der vorliegende Antrag bereits anklingen lässt. Für uns als Land heißt das finanzielle und auch operative Unterstützung bei der Vorbereitung und Durchführung dieses Megaevents, gegebenenfalls auch Investitionen in Sportstätten, Infrastruktur und Sicherheitskonzepte. Diese Aufgaben können natürlich nur ressortübergreifend angepackt werden. Klar, es braucht auch gutes Einvernehmen mit den Kommunen, die für die Ausrichtung eines solchen Großereignisses die notwendigen räumlichen, finanziellen und personellen Kapazitäten mitbringen müssen. Ich weiß, was jetzt einige von Ihnen denken werden: Na klar, es läuft wieder alles auf einige wenige potenzielle Austragungsorte hinaus. Aber, meine Damen und Herren, lassen Sie mich ganz deutlich sagen: Ein Megaevent wie Die Finals ist nicht nur eine gewaltige Chance für die Kommune, in der letztlich die Wettkampfstätten liegen. Von ihm profitieren auch der regionale Tourismus und die regionale Wirtschaft des Umlandes, die Hotels und Pensionen, in denen die Tausenden Besucher übernachten – in Dresden übernachteten die Gäste der Finals im vergangenen Jahr im Schnitt 3,2 Tage –, die Bäcker und Cafés, bei denen man zwischen den Wettkämpfen einkehrt, oder die Restaurants, in denen man nach Wettkämpfen zu Abend isst. Das, meine Damen und Herren, sind nicht die großen Konzerne. Das ist das Rückgrat unserer Thüringer Wirtschaft. Da sind die unzähligen fleißigen Hände, auch gerade in den kleineren Städten und Gemeinden, die unseren Wohlstand Tag für Tag aufs Neue erwirtschaften. Am allermeisten, meine Damen und Herren, profitiert Thüringen, das Grüne Herz Deutschlands, als Tourismusstandort. Verschiedene Studien haben in der Vergangenheit gezeigt: Wer einmal als Tourist in Thüringen war, der kommt auch in Zukunft oft und gern wieder. Die Finals können deshalb für viele Menschen, die Thüringen momentan noch gar nicht auf ihrer Landkarte haben, ein echter Startpunkt sein, auch Fans des Grünen Herzens zu werden. Als Landesregierung sind wir uns mit den antragstellenden Fraktionen einig: Diese Chance sollten wir nutzen. Meine Damen und Herren, Die Finals leben zum einen von einer ganz besonderen Atmosphäre, auch weil in der Vergangenheit einige der Wettkampfstätten an historisch und touristisch besonders bedeutsamen Orten der gastgebenden Kommune ausgerichtet wurden. Die Bilder, die dort entstehen, gehen um die Welt. An solchen Orten haben wir in Thüringen nun wirklich keinen Mangel. Zum anderen zeichnen sich Die Finals durch die Vielfalt der Sportarten aus. Auch hier können wir ein echtes Ausrufezeichen in der Sportwelt setzen, auch weil wir einige Sportarten prominent platzieren konnten, in denen Thüringer seit jeher glänzen. Denken wir nur an unsere großartigen Bahnradsprinter, Leichtathleten, Triathleten, Bogenschützen, Turner, Karateka oder Inlineskater. Aber auch unseren tollen inklusiven Sportarten und den Athletinnen und Athleten mit Beeinträchtigung wurde in Dresden bereits eine Plattform auf Augenhöhe geboten. Lassen wir uns das nicht entgehen! Meine Damen und Herren, wo stehen wir gerade? Erste Gespräche mit der Finals GmbH – ich sagte es – sind bereits durchgeführt. Parallel werde ich den Kontakt zu unserer kommunalen Familie suchen, um zu sondieren, welche Kommunen oder auch regionalen Zusammenschlüsse sich eine Ausrichtung der Finals mit uns als Land vorstellen könnten, denn wir müssen natürlich haushalterische Vorsorge treffen, damit Bewerbung und Ausrichtung auch finanziell gestemmt werden können. Meine Zielmarke: Bis Ende des Jahres sollten wir diesen Klärungsprozess abgeschlossen und unseren Hut auch formell mit einer Bewerbung in den Ring geworfen haben. Die letzte und größte Frage: Was kostet das? Ich bitte hier um Verständnis, dass es zum jetzigen Zeitpunkt unseriös wäre, mit konkreten Zahlen zu jonglieren, gleichwohl wir hier bereits im vertrauensvollen Austausch mit der Finals GmbH stehen. Die endgültigen Kosten können wir aber erst nach der Festlegung über teilnehmende Sportarten, das Wettkampfprogramm und die genutzten Sportstätten bestimmen und natürlich, wenn wir wissen, welche Kommunen und welche Sponsoren wir mit ins Boot holen können. Aber ich kann so viel sagen: Die hierfür benötigten finanziellen Mittel sind eine verantwortungsvolle Investition, die als spürbarer wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Mehrwert ohne Zweifel wieder in unser Land zurückfließen wird. Meine Damen und Herren, lassen Sie mich zum Schluss kommen. Nach jetzigem Stand werden Die Finals dieses Jahr in Hannover und im kommenden Jahr in Stuttgart stattfinden. Das sind große Player. Wir als Landesregierung sehen keinen Grund, warum 2028 oder 2029 nicht eine Thüringer Kommune neben Stuttgart, Hannover oder Dresden stehen sollte. Wir beweisen immer wieder, was für ein tolles und weltoffenes Sportland wir sind. Und ich möchte sagen: Im Falle eines Zuschlags werden wir hier ein echtes Sportfest der Vielfalt, der Teilhabe und des fairen und ehrlichen Wettbewerbs feiern. Für uns sind das zentrale Bausteine eines Bundeslands, in dem man zusammenhält, in dem man einander stützt und sich unterhakt – auch und gerade dann, wenn es mal hart auf hart kommt, indem jeder anpackt, um Großes zu schaffen. Deshalb noch mal herzlichen Dank an die antragstellenden Fraktionen für diese Initiative. Lassen Sie uns im kommenden Monat hier einen engen Draht halten und gemeinsam die notwendigen Weichen stellen! Herzlichen Dank.
(Beifall CDU, BSW, SPD)
