Moritz Kalthoff
b) auf Antrag der Fraktion der CDU zu dem Thema: „Den Wolf ins Jagdrecht aufnehmen – Problemwölfe zum Abschuss freigeben“
Schön, dass Sie noch lachen können, das freut mich immer sehr. Sehr geehrter Herr Präsident, werte Kolleginnen und Kollegen Abgeordnete, liebe Zuschauerinnen und Zuschauer auf den Tribünen und am Livestream. Wir unterhalten uns heute wieder einmal über den Wolf in dieser Aktuellen Stunde. Vieles ist schon gesagt worden. Auch der Weg, der bisher beschritten worden ist, den ich auch für relativ vernünftig halte. Wir haben dazu auch eine Petition gehabt, wo wir Betroffene hatten, die das eindrucksvoll geschildert haben, wie sich das dann – ich sage mal – vor Ort auch gestaltet. Aber ganz so einfach ist das auch nicht, zu sagen, Problemwölfe zum Abschuss freigeben und Feuer frei. Das ist eine Abwägung, die getroffen werden muss. Denn entnimmt man einen Wolf zu früh und auch gerade einen Leitwolf, hat das Folgen für das ganze Rudel, und unkontrollierte Folgen für das unmittelbare Umfeld. Denn Jagderfahrung ist beim Wolf eine wichtige Erfahrung. Lernt der Wolf das nicht, endet das in einem unsäglichen Fressdruck. Die Jungtiere jagen unkontrolliert, sorgen für noch mehr Schäden und der Druck auf Weidetiere steigt. Das ist etwas, das man – ich sage mal – bei der ganzen Bewertung, bei der Verordnung immer mit im Blick haben muss: Was ist der richtige Mix zwischen Herdenschutz, aber auch Natur- und Umweltschutz und dem Erhalt des Wolfs? Denn niemandem geht es darum, den Wolf wieder auszurotten und dafür zu sorgen, dass es keine Wölfe mehr in Thüringen gibt. Ich habe das Gefühl, dass die Debatten der letzten Monate auch das gezeigt haben. Deswegen, tut mir leid, Frau Muhsal, wir gehen nicht mit Wölfen zusammen spazieren, sondern wir müssen tatsächlich einen Weg des Umgangs finden. Thüringen hat einiges getan, was das Wolfsmanagement betrifft. Es gibt Maßnahmen. Aber auch der Wolf hat gezeigt, dass er ein sehr anpassungsfähiges Tier ist. Ein Tier, was über zwei Meter hohe Zäune überwinden kann, Verhalten – ich sage mal – auch weitergeben kann und das kann man halt nicht beiseitelegen. Herdenschutz ist wichtig, und da geht es, wie wir auch gelesen haben, wie es auch in der Einführung ist, mittlerweile nicht nur um Schafherden, sondern tatsächlich auch um wirklich große Tiere. Aber gerade die Schaf- und Ziegenhalter erfüllen auch eine wichtige Funktion des Naturschutzes in unserem Freistaat und müssen deswegen ernst genommen werden. Da gibt es neben dem, dass man eine Verordnung zum Abschuss des Wolfs erlassen muss, auch noch viele Randthemen, die weiter beleuchtet werden müssen. Das ist tatsächlich: Wie funktionieren auch andere Schutzmaßnahmen? Wie können wir unterstützen? Wie können wir Bedingungen erleichtern? Thüringen hat da gute Schritte auf den Weg gebracht, das kam auch in der Anhörung raus, aber wir sind da noch nicht am Ende. Liebe Kolleginnen und Kollegen der CDU, die Aufzählung weiterer Arten am Ende Ihrer Aktuellen Stunde – viele von Ihnen kennen meine Meinung dazu, man muss es separat beleuchten, Art für Art, und dann auch ähnlich gründlich machen, wie wir das jetzt auch in den Diskussionen in den vergangenen Monaten beim Wolf gemacht haben: kein Schnellschuss, sondern konzentriert und ordentlich. Vielen Dank.
(Beifall CDU, BSW, SPD)
