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Dr. Frank Augsten

BSW 25.03.2026 Sitzungen 8/40

b) auf Antrag der Fraktion der CDU zu dem Thema: „Den Wolf ins Jagdrecht aufnehmen – Problemwölfe zum Abschuss freigeben“

Herr Präsident, verehrte Kolleginnen und Kollegen, meine sehr geehrten Damen und Herren, jetzt hat mir Kollege Thomas meine ganze Rede verhagelt. Ich verstehe die Reaktion von den Linken überhaupt nicht. Wir hatten eine sehr intensive Befassung im Ausschuss in einem Anhörungsverfahren, klar, unterschiedliche Auffassungen. Die einen sagen: Es war doch so schön ohne Wolf hier, in Thüringen – alle abschießen. Die anderen sagen: Nein, jeder Wolf, der hier reinkommt, ist herzlich willkommen, und der wird nicht bejagt. Was aber, glaube ich, klar geworden ist, dass wir hier ein Riesenproblem haben. Und die Forderung der Umweltverbände, denen ich ja eigentlich sehr nahestehe, so nach dem Motto, die Landwirte mögen sich doch dann einfach mal schützen vor dem Wolf, geht vielleicht bei den Schafen gerade noch so. Aber wir haben es vorhin gehört – Rinder und Pferde, extensive Haltung, die kann man nicht vor den Wölfen schützen. Das geht einfach nicht. Und man merkt, wie der Wolf hier im Prinzip anders reagiert. Er geht nicht mehr an die Schafe ran, weil die Hunde und die Zäune doch eine Barriere darstellen, vergreift sich aber jetzt an größeren Tieren. Es war also klar, dass die Meinungen auseinandergehen. Und, Herr Thomas, wenn man die Weidehaltung im Thüringer Wald kennt und weiß, dass Tiere dann so reagieren, große Tiere, die dann in Panik verfallen und nachher auf die Straße rennen, ich mag mir gar nicht ausmalen, was da passieren kann, wenn dann die Autos mit hoher Geschwindigkeit kommen. Das kann man jetzt nicht mit der Schafhaltung vergleichen, sondern hier steht viel mehr auf dem Spiel. Deshalb gab es aus meiner Sicht – das stand ursprünglich in meiner Rede drin – eine große Übereinkunft hier im Haus, dass es eine Regulierung geben muss. Man kann da nicht einfach so tun, als ob das jetzt die Natur selber regelt, sondern wir brauchen hier eine Regulierung. Das war aus meiner Sicht wirklich Konsens. Dass die CDU jetzt auch noch die anderen Beutegreifer mit hier reinnimmt, ist doch völlig normal. Ich bin politisch in Ostthüringen unterwegs. Da gibt es jetzt das erste Rudel, aber da hat der Goldschakal sehr große Schäden angerichtet. Also Tiere, an die der Fuchs nicht rangeht, werden vom Goldschakal gerissen und in gar nicht so geringer Zahl. Herr Thomas, Sie waren dabei, als wir bei den Anglern und Fischern waren, was der Fischotter und der Kormoran, was die für Schäden anrichten, bis dahin, dass da komplette Gewässer leer gefischt werden. Auch das ist eine Katastrophe für das Ökosystem. Also insofern aus meiner Sicht ein herzlicher Dank dafür, dass die CDU in diesem Antrag auch die anderen Beutegreifer hier mit aufgenommen hat, weil das ganz wichtig ist, dass wir nicht immer nur den Wolf im Fokus haben. Ich weiß – und das war ja auch Ergebnis unserer Ausschussberatung –, dass auch der Minister diese anderen Tierarten im Fokus hat und hier natürlich auch reagiert werden muss. Ich gehe davon aus, dass Herr Kummer dann als Minister, so, wie wir das kennen, sehr ausführlich darlegen wird, wie die Genese gewesen ist von der EU über den Bund – es steht ja noch eine wichtige Entscheidung an – und dann zum Handlungsbedarf, den wir hier, im Haus, haben. Ich freue mich schon darauf. Herr Thomas, hier geht es überhaupt nicht darum, dass wir jetzt auf alle Tiere schießen, die da vielleicht neu dazugekommen oder in übergroßer Zahl vorhanden sind, sondern wir haben doch auch versprochen: Es braucht die Wölfe, wir müssen mit den Konsequenzen umgehen. Ich weiß noch, wie ich auch jemand von denen war, die gesagt haben: Toll, dass der Wolf da ist, der kann ja dann im Wald die verletzten Tiere, die der Jäger nicht richtig geschossen hat, leicht fangen, er kann dafür sorgen, dass nicht so viel Verbissschäden im Wald vorhanden sind. Aber was erleben wir jetzt? Wir erleben große Zusammenballungen von Tieren als Reaktion auf den Wolf. Wir erleben Muffelherden, die unglaublich größer sind, als das, was natürlich eigentlich vorkommt. Wir haben in Ostthüringen Herden mit 400 Mufflons. Wenn die abends auf die Felder einfallen, dann entstehen so große Schäden, dass das für den Landwirt nicht mehr lustig ist. Das Gleiche habe ich mir berichten lassen von Wildschweinhorden, die so große Dimensionen annehmen, um sich vor den Wölfen zu schützen, dass auch die große Schäden in den Wäldern anrichten. Also tun wir doch nicht so, als ob das alles sehr schön ist, was mit dem Wolf in Verbindung steht, sondern dass wir auf die Dinge, die damit im Zusammenhang stehen, auch adäquat reagieren müssen. Ich freue mich auf den Vortrag von Herrn Kummer. Ich weiß, dass das Ministerium gut unterwegs ist. Wir als Koalition haben das seit einem halben Jahr sehr intensiv beraten, hatten eine gute Ausschussberatung, eine gute Anhörung. Ich glaube, dass die Koalition und die Landesregierung hier die richtigen Konsequenzen ziehen. Vielen Dank. (Beifall CDU, BSW, SPD)

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