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Nadine Hoffmann

AfD 06.02.2026 Sitzungen 8/37

Dringender Regulierungsbedarf des Waschbärbestands in Thüringen zum Schutz von Artenvielfalt und Kulturlandschaft im Freistaat

Vielen Dank, Herr Präsident. Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, liebe Zuschauer! Das ist eine interessante Idee, Herr Tiesler. Wir können ja zusammen eine Kochshow machen: „Kochen mit Hoffmann und Tiesler“, ja? Und dann können Sie mal Ihr Gesamtkonzept vorstellen, wie Sie die invasiven Arten angehen wollen. (Beifall AfD) Aber ich wollte eigentlich zuerst auf Herrn Thomas eingehen. Welche Kompetenz Sie haben, merkt man schon daran, dass Sie Kormoran, Wolf und Waschbären in einen Topf werfen. Der Waschbär ist eine invasive Art, für den eine EU-Verordnung besteht, dass man diese bekämpft. Der Wolf ist keine invasive Art, sondern hat sich wieder angesiedelt. Und die AfD ist nicht dafür, den Wolf auf null zu schießen, sondern wir sagen: Es muss ein Gleichgewicht herrschen zwischen Landwirtschaft und Umwelt. (Beifall AfD) Und das haben wir kürzlich auch im Umweltausschuss so gemacht. Jetzt meine Rede. Ich möchte sie mit einem Zitat beginnen, nämlich mit der Antwort der Landesregierung, der alten Landesregierung, auf meine Anfrage 7/3176, eine meiner vielen Anfragen zum Thema „Bodenbrüterbestand, invasive Arten“ und zum Thema „Prädatorenmanagement“. Interessant übrigens, Herr Tiesler: Da findet sich nicht viel von Ihnen in der Parlamentsdokumentation. Frage: „Welche Auffassung vertritt die Landesregierung zum Einfluss invasiver Arten wie Waschbär auf den Rebhuhnbestand?“ Antwort: „Von den invasiven Arten hat der Waschbär einen zunehmenden Einfluss auf die Rebhuhnbestände. Der Einfluss des Waschbären kommt stärker zum Tragen, je größer dessen Population ist und je weniger Deckung der Lebensraum bietet. Darüber hinaus hat sich gezeigt, dass linienförmige Saumstrukturen, die vom Rebhuhn als Brutplatz genutzt werden, gezielt von Waschbären abgesucht werden. Bei flächigen Strukturen haben es Prädatoren deutlich schwerer, die versteckt liegenden Gelege zu finden, sodass die Prädationsrate insgesamt sinkt. Allgemein ist festzustellen, dass durch Prädation […] sowohl Eier als auch Jung- und Altvögel gefährdet werden.“ Ich gehe davon aus oder ich hoffe, dass die neue Landesregierung das so sieht wie die alte, denn Herr Kummer war ja früher bei den Linken. Jedenfalls geht es anderen Bodenbrütern wie Feldlerche, Kiebitz oder Bekassine – das haben wir vorhin schon gehört – genauso wie dem Rebhuhn, wobei das Rebhuhn als bemerkenswert hervorzuheben ist. Es ist nicht nur Vogel des Jahres 2026, sondern es hat in Thüringen extrem niedrige Bestände und ist deswegen besonders schützenswert. Eine Antwort auf meine Anfrage zum Thema in dieser Legislatur hat ergeben, dass es in Thüringen nur 850 bis 1.100 Brutpaare gibt. (Zwischenruf Abg. Dr. Augsten, BSW: Wegen des Klimawandels!) Es sind aber nicht nur die Bodenbrüter. Waschbären sind in der Lage, an Bäumen hochzuklettern und dort Gelege und Bruten abzuräumen. Ja, sie sehen niedlich aus – Herr Tiesler hat es gesagt –, aber auch irgendwie wie kleine Verbrecher. Sie sind aber eine ernste Gefahr für unsere Vogelwelt, für die Amphibien und die Kleinsäuger, auch wenn das Bewusstsein für diese Gefahr noch nicht bei allen angekommen ist – ich gucke mal so in die linke Ecke. Darüber hinaus besteht die Gefahr der Übertragung von Zoonosen wie Staupe, Tollwut oder Infektionen mit dem Waschbär-Spulwurm. Die bisherigen Maßnahmen der Landesregierung waren nicht ausreichend. Meistens haben sich die Jäger darum gekümmert. Deswegen ist die Leistung der Jäger nicht nur ideell, sondern finanziell besser zu unterstützen. (Beifall AfD) Deswegen haben wir einen Forderungskatalog aufgelegt, nämlich bezüglich eines landesweiten und wissenschaftlich fundierten Monitorings. Herr Tiesler, es geht nicht nur darum, zu schießen oder mit der Falle einzufangen, sondern es geht um das Monitoring. Wir wollen geeignete Voraussetzungen für die Intensivierung von Bejagungs- und Fangmaßnahmen. Ein praxisgerechtes Konzept zur Bejagung in urbanen Räumen soll entwickelt werden sowie tragfähige Rahmenbedingen für die Jagdausübungsberechtigten und eine aufwandsgerechte und praktikable Abschussprämie wie beim Schwarzwild – aber bitte nicht so bürokratisch. (Beifall AfD) Zudem – Kollegin Düben-Schaumann hat es schon gesagt – soll es eine breit angelegte Aufklärungskampagne geben. Das würde ich schon als Gesamtkonzept bezeichnen, aber ich bin mal gespannt, was die CDU hier auflegt. Zuletzt soll sich die Landesregierung auf Bundesebene für ein einheitliches und wissenschaftlich fundiertes Monitoring sowie abgestimmte Maßnahmen zur Eindämmung invasiver Arten einsetzen. Ich glaube, das haben Sie alles nicht gelesen, Herr Tiesler, Sie mussten ja einen Grund finden, warum Sie einen AfD-Antrag ablehnen. Aber ich bin begeistert, dass Sie das wieder als Kopie als Selbstbefassungsantrag im Ausschuss machen, wie Sie das schon öfter gemacht haben. AfD wirkt offensichtlich. (Beifall AfD) Ich habe meine Rede mit einer Idee von Ihnen begonnen und ich will auch so enden. Wir werden das so machen: Zum nächsten Haushalt, wenn das Doppeljahr rum ist, werden wir mal was einstellen – und dann schauen wir mal, wie Sie abstimmen werden, ja? Das wird doch hoffentlich nicht ein Nein sein. Vielen Dank. (Beifall AfD)

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