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Ulrike Große-Röthig

Die Linke 06.02.2026 Sitzungen 8/37

Erste Hilfe in den Lehrplan – Lebensrettung in der Fläche stärken

Dann wollen wir diesen Antrag mal zu etwas Sinnvollem nutzen. Eine schreckliche Situation: jemand kippt um, die Person ist nicht mehr ansprechbar, hat keinen Puls mehr. Das ist ein Moment, den man nicht vergisst, das dürfen Sie mir ganz persönlich glauben. Ersthelferinnen überbrücken die Zeit bis zum Eintreffen des Notarztes und sind dabei mit der Frage konfrontiert, wie die lebenserhaltende Maßnahme eigentlich funktioniert. Zumindest jene von Ihnen hier im Rund, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, sollten zumindest einmal einen Erste-Hilfe-Kurs absolviert haben, die einen Führerschein gemacht haben. Ich nehme an, das ist bei den meisten von Ihnen der Fall. Aber jetzt mal Hand aufs hoffentlich regelmäßig schlagende Herz – Achtung, Informationsfernsehen! –: Wer von Ihnen wüsste, dass die Bee Gees mit „Stayin' Alive“ oder AC/DC mit „Highway to Hell“ Tausende Leben gerettet haben oder hätten retten können? Der Kollege Urbach, der Kollege Hutschenreuther, sehr gut. Denn unter anderem diese beiden Klassiker beinhalten genau jenen Rhythmus, den die Herzdruckmassage in so einem Fall braucht. Ich beglückwünsche Sie alle zu diesem Ohrwurm: „Stayin‘ alive, stayin‘ alive“. Für Schlagerfans darf es auch „Atemlos durch die Nacht“ von Helene Fischer sein. Jetzt erst mal Schluss mit „Landtag informativ“. Grundsätzlich ist es absolut wichtig, jeden – und damit auch junge Menschen – in die Lage zu versetzen, erste Hilfe zu leisten, um die Überlebenschancen bei einem plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand zu erhöhen. Auch in Thüringen gibt es schon Angebote für Kinder, die Wissen niederschwellig und unkompliziert vermitteln. Seit 2015 gibt es das Angebot für Thüringer Schulen, einen Kurs „Wiederbelebung“ für Schülerinnen und Schüler der 7. Klasse anzubieten. Was uns Erwachsenen aber nicht passieren darf und wofür dieser Antrag leider steht, ist eine Verantwortungsverlagerung auf Schülerinnen und Schüler. Kinder tragen heute genug Verantwortung in ihrer schulischen Laufbahn. Sie schreiben Seminarfacharbeiten, bewältigen eine Prüfung, die nur in drei anderen Bundesländern als Abschluss anerkannt ist, unter dem Argument, dass man gar nicht früh genug ordentlich Druck ausüben kann. Da können wir ja noch froh sein, dass zukünftig nicht morgens verpflichtend kalt geduscht werden muss, denn: Abhärtung hat ja noch niemandem geschadet – oder vielleicht doch. Ich schlage jedenfalls vor, dass Sie zunächst bei sich anfangen – Sie haben ja jetzt einen Anfang gemacht: „Stayin‘ alive“ –, dass Sie einen Anfang bei sich machen: Absolvieren Sie alle mal wieder einen Ersthelferkurs, hören Sie Bee Gees oder Helene Fischer, leben Sie gesund, aber hören Sie auf, Schülerinnen und Schüler weiter zu belasten. (Beifall Die Linke)

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