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Denny Jankowski

AfD 06.02.2026 Sitzungen 8/37

Erste Hilfe in den Lehrplan – Lebensrettung in der Fläche stärken

Sehr geehrter Herr Präsident, werte Abgeordnete, liebe Gäste am Livestream und auf der Tribüne – okay, gerade keiner da –, wir bringen heute einen Antrag ein, der ein einfaches, aber zentrales Ziel verfolgt: mehr Menschenleben zu retten durch frühzeitige und flächendeckende Vermittlung von Wiederbelebungskompetenzen in der Schule. (Beifall AfD) Nach aktuellen Schätzungen sterben in Deutschland jedes Jahr rund 70.000 Menschen an einem plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand. Thüringen weist hierbei eine überdurchschnittlich hohe Mortalitätsrate auf. Gleichzeitig ist medizinisch aber unbestritten: wird sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen, erhöht sich die Überlebenschance um das Zwei- bis Vierfache. Das Problem liegt oftmals in der fehlenden Handlungssicherheit der Bevölkerung. Studien zeigen, dass nur etwa die Hälfte der Laien in Notfallsituationen mit Wiederbelebungsmaßnahmen beginnt. Ein erheblicher Teil der Menschen fühlt sich dazu schlicht nicht in der Lage oder scheut sich, aus Angst irgendetwas falsch zu machen. Dies ist auch nicht verwunderlich, denn für viele ist der Erste-Hilfe-Kurs im Rahmen des Führerscheinerwerbs die einzige Begegnung mit diesem doch so wichtigen Thema. Dies reicht aber nicht aus, denn um Sicherheit zu erlangen und Hemmungen zu überwinden, bedarf es einfach einer gewissen Routine. Gerade deshalb ist es wichtig, bereits im jungen Alter mit diesem Thema vertraut gemacht zu werden. Genau hier setzt unser Antrag an. Bereits im Jahr 2014 hat der Schulausschuss der Kultusministerkonferenz empfohlen, verpflichtenden Wiederbelebungsunterricht im Umfang von zwei Schulstunden pro Jahr ab der siebten Klasse einzuführen. Viele Bundesländer, auch Thüringen, folgten dieser Empfehlung allerdings nicht und setzten stattdessen auf freiwillige Modelle. Die Erfahrungen zeigen jedoch ganz klar: Freiwilligkeit führt nicht zu einer flächendeckenden Umsetzung. Nach Angaben der Landesregierung nahmen im Jahr 2024 lediglich 28 Thüringer Schulen an entsprechenden Schulungsangeboten teil. Das ist gemessen an der Gesamtzahl der Schulen ein verschwindend geringer Anteil. Von einer systematischen und landesweiten Befähigung junger Menschen zur Lebensrettung kann unter diesen Umständen definitiv keine Rede sein. Andere Bundesländer haben daraus Konsequenzen gezogen. Niedersachsen hat Wiederbelegungsunterricht inzwischen verbindlich in die Lehrpläne integriert, auch weitere Länder gehen diesen Weg. Thüringen hingegen verharrt bislang bei einem Modell, das erkennbar nicht die gewünschte Wirkung entfaltet. Unser Antrag fordert daher zwei konkrete Schritte, erstens die verpflichtende Aufnahme von Erste-Hilfe- und insbesondere Wiederbelebungsunterricht im Umfang von zwei Schulstunden pro Jahr ab der siebten Klassenstufe, und zweitens den systematischen Ausbau von Kooperationen mit regionalen gemeinnützigen Rettungsorganisationen, um eine regelmäßige und praktikable Umsetzung sicherzustellen. Es geht dabei ausdrücklich nicht darum, irgendwelche Überforderungen der Schulen herbeizuführen oder zusätzliche bürokratische Lasten aufzubauen, es geht hierbei schlicht um die Vermittlung von basalen Handlungskompetenzen, die jeder Mensch im Ernstfall benötigen kann, unabhängig vom Bildungsweg oder späteren Beruf. Nur wer Wiederbelebung früh erlernt und regelmäßig übt, verliert die Angst zu handeln, und genau dieses Handeln entscheidet im Notfall über Leben und Tod. Sehr geehrte Damen und Herren, Prävention, medizinische Infrastruktur und Notfallversorgung sind wichtig, aber sie reichen nicht aus, wenn die ersten entscheidenden Minuten ungenutzt verstreichen. Mit diesem Antrag schlagen wir eine praktikable, bewährte und verhältnismäßige Maßnahme vor, die die Überlebenschance im Ernstfall spürbar verbessert. Wir bitten daher um eine sachliche und konstruktive Beratung zu unserem Antrag. Ich beantrage bereits jetzt die Überweisung an den Bildungsausschuss und an den Gesundheitsschuss, um dort dann ausführliche Diskussionen durchführen zu können zu diesem so wichtigem Thema. Vielen Dank. (Beifall AfD)

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