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Dr. Thadäus Rudolf König

05.02.2026 Sitzungen 8/36

b) Alle Akteure und Initiativen der Kindermedienlandschaft in Thüringen stärken und langfristig Perspektiven geben – „Kindermedienland Thüringen“ als Marke weiter stärken

Sehr geehrter Herr Präsident, meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordneten! Vorweg freue ich mich, dass es gelungen ist, einen weitgehend parteiübergreifenden Konsens über die Bedeutung der Deutschen Kindermedienstiftung Goldener Spatz und über das Kindermedienland Thüringen insgesamt zu finden. Herr Abgeordneter Cotta, ich war wirklich auch, wie Frau Mitteldorf gerade gesagt hat, etwas überrascht über Ihre Ausführungen, die ich auch überhaupt nicht nachvollziehen kann, wie man hier quasi das Kindermedienland zu einer Indoktrinationsmaschine umwidmet. Aus drei Gründen freue ich mich, dass der Antrag geklappt hat. Erstens, weil der Antrag mit dem Kindermedienland Thüringen ein wichtiges Anliegen der Landesregierung – eigentlich aller Landesregierungen bisher – aufgreift. Zweitens, weil der Antrag das Bestreben der Landesregierung stärkt, den Medienstandort, insbesondere den Kindermedienstandort Thüringens, weiter zu stärken. Und drittens, weil ich selbst die fantastische Atmosphäre beim Goldenen Spatz erleben konnte und auch nach zahlreichen Gesprächen mit Akteuren des Medienstandorts im vergangenen Jahr überzeugt bin, dass wir hier auf einem guten und richtigen Weg sind. Das Branding „Kindermedienland Thüringen“ ist seit Langem etabliert. Seit Mitte der 1990er-Jahre haben alle Landesregierungen sich zu diesen Kindermedien bekannt und ihnen eine besondere Priorität in der Standortentwicklung zugemessen. Das bestätigt auch einmal mehr der aktuelle Regierungsvertrag. Die Marke „Kindermedienland“ hat in den vergangenen Jahrzehnten dazu geführt, den Medienstandort Thüringen in einer Nische der Filmbranche zu profilieren. Es ist aber keine Einfach-so-Nische. Es ist eine sehr erfolgreiche Nische, denn Kinderfilme sind am deutschen Kinomarkt das mit Abstand erfolgreichste Genre. Natürlich muss man auch sehen, dass für den Kindermedienstandort Thüringen traditionell nicht die ansässigen Unternehmen alle Aufträge bekommen und profilbildend wirken, sondern Non-Profit-Institutionen, die sich den Kindermedien widmen, vor allem – das ist auch schon mehrfach hier gesagt worden – die Kindermedienstiftung Goldener Spatz, der Förderverein Deutscher Kinderfilm, sowie der KiKA als bundesweit ausstrahlender Sender mit Sitz in Erfurt. Vielleicht lassen Sie mich da noch eine Anmerkung machen, weil auch von Bernd das Brot heute schon die Rede war: Also ich kann mir eine Ideologie von Bernd das Brot beim besten Willen nicht vorstellen. Sie leisten eine hervorragende Arbeit zum Wohl der Kinder und Kindermedien – staatsfern, das möchte ich an dieser Stelle auch noch mal betonen. Thüringen ist Kindermedienland, dafür ist der Medienstandort bekannt, das Profil ist markant und hat sich bewährt. Man sollte sich aber keine Illusionen machen. Nur sehr vereinzelt sind Thüringer Unternehmen in der Lage, eine ganze Produktion hier umzusetzen, die im Bereich des Family Entertainments große Kassenerfolge erwarten lässt. Ich will Ihnen mal ein Beispiel nennen. Der erfolgreichste deutsche Film an der Kinokasse 2024 war „Die Schule der magischen Tiere 3“. Jetzt gibt es schon Teil 4, der war mit insgesamt 2,9 Millionen Besucherinnen und Besuchern noch erfolgreicher. Die Produktionskosten dafür beliefen sich auf rund 8 bis 9 Millionen Euro. So ein Projekt auf die Beine zu stellen und zu finanzieren, ist für Thüringer Produktionsfirmen extrem herausfordernd, aber wir sind als Landesregierung immer wieder in Gesprächen mit den Produzierenden hier auch vor Ort und versuchen, sie auch entsprechend zu unterstützen. Aber solche Großprojekte laufen dann meistens auch im Verbund. Ich möchte den Ansatz des Antrags unterstützen, das Profil „Kindermedienland“ ganzheitlich zu verstehen. Es muss weit ausgreifen. Wir sollten es also nutzen, um eine Vorreiterrolle in den wichtigen Bereichen auch der außerschulischen Medienbildung und des Jugendmedienschutzes – auch mit Blick auf die Handynutzung und Games – einzunehmen. Deswegen unterstütze ich auch ganz deutlich den Ministerpräsidentenvorschlag zum Social-Media-Verbot für Jugendliche unter 16 Jahren. Das hat auch hier bereits einen guten und wichtigen Akzent gesetzt. Das mit einer Diskussion mit einer Jury gleichzusetzen, fand ich jetzt etwas merkwürdig. Mit Blick auf den Medienstandort müssen wir auch berücksichtigen, dass der Medienstandort Thüringen mehr als nur Kindermedien umfasst. (Beifall CDU) Es gibt Produktionsunternehmen, die große fiktionale Geschichten für Erwachsene auf die Leinwand bringen. Andere fokussieren sich auf dokumentarische Formate für das Kino oder das TV. Ebenso vielfältig ist die Festivalszene in Thüringen. Das cellu l‘art in Jena zeigt internationale Filme, das Poetry Film Festival in Weimar zeigt künstlerische Filme – man kann sagen, visuelle Lyrik im Kino – und die TeleVisionale – wer das gestern Abend auch schon in der Regierungsbefragung mitgehört hat –, die sehr erfolgreich letztes Jahr in Weimar ihre Ansiedlung hatte, wo wir noch die Diskussion hatten, wer zuständig für die Ansiedlung an sich war, zeigt, dass die besten TV-Filme und -Serien aus dem jeweils zu Ende gehenden Jahr hier wirklich meilensteinprägend sind. An der TU Ilmenau, an der Bauhaus-Universität Weimar und an einigen Fachhochschulen werden in den Medienstudiengängen junge Kreative und Fachkräfte ausgebildet, die später das gesamte Spektrum audiovisueller Medien und ihrer Inhalte abdecken. Ich kann Ihnen sagen, wir sind im Gespräch mit den ganzen Lehrstühlen. Ich war in der Bauhaus-Universität in Weimar, habe mir das Games Lab angeschaut, an der TU Ilmenau auch das neue KI-Zentrum. Wir können als Thüringen sehr stolz darauf sein, was wir hier für Hochschulen haben. Darauf müssen wir auch in der Entwicklung des Medienstandorts insgesamt Rücksicht nehmen, auch wenn wir Kindermedien selbstverständlich eine besondere Aufmerksamkeit einräumen. Der Beschlussantrag setzt das Kindermedienland Thüringen aus gutem Grund ins Zentrum. Das Kindermedienlandprofil ist einer von mehreren wichtigen Bausteinen in unserer Standortstrategie als Landesregierung. Deswegen freue ich mich über diesen Antrag. (Beifall BSW)

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