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Schenk

04.02.2026 Sitzungen 8/35

Frage des Abgeordneten Dr. Wogawa (BSW)

Ob sie den wirklich abfedern kann? Das ist aus meiner Sicht ein ergänzendes Instrument. Wir haben ja genau die Herausforderungen, darüber haben wir schon an vielen Stellen diskutiert, auch heute. Fachkräftemangel bedeutet natürlich auch ein Mangel an Ärztinnen und Ärzten. Auch dieser Thüringer Landtag, auch schon in der Legislatur davor, hat viel getan, um sich die Frage zu stellen, wie man Ärztinnen und Ärzte dazu bewegen kann, sich in demografisch entsiedelten Regionen niederzulassen. Wir haben die Stiftungspraxen, wir haben Niederlassungsförderungen – das wissen Sie alles. Und natürlich ist jetzt die Frage: Was kann man denn tun, um die Ressource Arzt, die Arztzeit zu entlasten. Natürlich liegt es nahe, dass man sich einerseits mit den bürokratischen Herausforderungen beschäftigt. Da ist relativ viel nicht in Landeshand. Aber trotzdem geben wir da auch die Signale, indem wir ein Bürokratieentlastungsgesetz vorlegen, um deutlich zu machen: Es geht uns darum, Doppelstandards und Standards abzubauen, die Menschen davon abhalten, zum Beispiel ihre Arbeit am Patienten umzusetzen. Gleichzeitig ist Telemedizin insbesondere dann gut – und da haben wir auf den Rettungswegen gute Erfahrungen gemacht –, wenn es zum Beispiel darum geht, Kliniken miteinander zu vernetzen und den einen Experten/die eine Expertin kurzfristig zuzuschalten – nehmen wir den Neurologen. Dann erleben wir häufig – wir hatten heute auch schon über die ältere Bevölkerung gesprochen –, dass viele Menschen mehrfach vorstellig werden müssen. Natürlich zeigt sich, dass telemedizinische Angebote dafür sorgen, dass man für Termine, in denen es um das Beschreiben eines dauerhaften Genesungsprozesses oder das Behandeln von Symptomen geht, oft gar nicht mehr vorstellig werden muss und sich damit einfach Wege erspart. Ich habe verstanden, dass Sie in Ihrer Frage gern wissen wollen, wie viele Patientenkontakte man denn vielleicht sparen kann. Das kann man relativ schwer beziffern, weil es immer davon abhängt, ob die Menschen vielleicht sonst gar nicht zum Arzt gegangen wären. In meiner Wahrnehmung ist es so, dass wir zum Beispiel über die Überlastung von Notaufnahmen sprechen, wir auch feststellen müssen, dass dort Leute hinkommen, die offenbar vorher ganz lange nicht beim Arzt gewesen sind. Deswegen kann ich Ihnen leider keine Zahl nennen im Sinne von: So viele Menschen mehr konnten wir jetzt erreichen, weil wir die Telemedizin haben. Aber es ist, glaube ich, richtig, dass wir auch haushalterisch einen entsprechenden Schwerpunkt gesetzt haben, Telemedizin als Ergänzung zu nehmen, als Ergänzung in der Erreichbarkeit, als Ergänzung für die Ärztinnen und Ärzte, jemanden zu entlasten. Ich denke auch, dass im Rahmen der Krankenhaustransformation noch nicht alle Messen gelesen sein werden, wenn es darum geht, wie ich eine Leistungsgruppe kooperativ erbringe und wie ich vielleicht auch den einen oder anderen Experten zuschalten kann. Ich glaube, selbst wenn wir jetzt den Krankenhausplan vorgelegt haben, wird das nicht das Ende der Überlegungen sein, sondern man muss natürlich auch schauen, wann Telemedizin auch wirklich noch im Sinne der Patienten ist, also für Nahbarkeit, und trotzdem noch für bestmögliche Betreuung sorgt.

Protokoll ↗