Tilo Kummer
Thüringer Gesetz zur Weiterentwicklung der Landesforstanstalt und zur waldbedrohenden Forstschutzsituation
Herr Dr. Dietrich, die acht Stunden, die Goldisthal Thüringen in etwa mit Strom versorgen kann, reichen aus, um ein Reservekraftwerk mit Holzheizung hochzufahren. Gas geht schneller, aber Holz hätten wir selbst.
(Unruhe AfD)
Und da sind wir wieder bei der finanziellen Situation von ThüringenForst. 1 Kubikmeter Holz hat in etwa ein Äquivalent von 2.000 Kilowattstunden. Das heißt, bei 6 Cent Strompreis, was gerade das Günstigste ist an Stromgestehungskosten, was wir in Deutschland haben, wäre dieser eine Kubikmeter Holz 120 Euro wert. Wissen Sie, was wir gerade für das Industrieholz kriegen – bei sehr hohen Holzpreisen? Deutlich weniger. Deshalb ist das wirklich ein Weg, wie wir künftig Thüringen aus eigener Kraft nachhaltig und relativ preiswert mit Energie versorgen können.
(Zwischenruf Abg. Wloch, AfD: Nicht mit
Holz, bitte nicht!) Und natürlich auch mit Holz, denn was wächst denn auf den Schadflächen hoch?
(Zwischenruf Abg. Dr. Dietrich, AfD: Haben
Sie einen Holzvergaser?) Eine artenreiche Baummischung, die sehr frühzeitig gepflegt werden muss, um unseren Kindern mal wieder Sägestammholz zu hinterlassen. Da müssen wir die richtigen Baumarten, die wir haben wollen, rauspflegen. Das, was bei der Pflege entnommen wird, muss am Ende entweder dort liegen bleiben oder wir führen es einer Wertschöpfung zu. Genau das ist das, was wir mit dem Errichtungsgesetz machen wollen, es einer Wertschöpfung zuführen. Da hat die Koalition als Änderungsantrag auch die Frage eines Holzkompetenzzentrums mit eingebracht, wo wir sehen werden, wie wir dieses Holz in der Bauwirtschaft sinnvoll einsetzen. Aber es wird nicht alles in die Bauwirtschaft gehen. Ein großer Teil wird in die Energieerzeugung gehen können. Da werden wir eine Wertschöpfung generieren müssen, um die Pflege zu bezahlen. Genau das ist der Plan dahinter. Dann kann ich nämlich Wind und Solar auch entsprechend ausgleichen. Das, was Sie immer preisen: Im Kohlekraftwerk fahre ich nicht von jetzt auf gleich runter, nur weil der Bedarf nicht da ist. Deshalb ist ja Goldisthal mal gebaut worden, weil man gesagt hat, okay, wir müssen irgendwo hin mit dem Kohlestrom in der Nacht, weil man das Kraftwerk nicht runterfahren kann. Ein Atomkraftwerk fahren Sie auch nicht von heute auf morgen runter. Da ist immerzu Energie 2636 Thüringer Landtag - 8. Wahlperiode produziert worden zu Zeiten, als sie keiner brauchte. Also hören Sie auf mit dem Märchen, dass das optimal wäre und immer bloß Energie da gewesen wäre, wenn man sie braucht. Nein! Und sorry, selbst wenn ich 80 Prozent der Kohle nicht abbauen muss, spare ich diese Tagebaue, spare ich Dörfer, die ich sonst in der Lausitz schleifen müsste. Das ist doch wohl bitte schön auch ein sinnvoller Grund, auf erneuerbare Energien zu setzen.
(Beifall CDU, BSW, SPD)
