Nadine Hoffmann
Thüringer Fischfauna erhalten, Beitrag des Fischereiwesens zum Naturschutz und zum Ehrenamt würdigen, Herausforderungen durch Unterstützung des Landes meistern
Frau Präsidentin, Kolleginnen und Kollegen – insbesondere die, die heute in der Kantine das Stammessen hatten – und liebe Zuschauer, von den etwa 40 heimischen Fischarten des Freistaats weisen 20 Arten einen Status gemäß Roter Liste Thüringens auf, also „Ausgestorben oder verschollen“, „Vom Aussterben bedroht“, „Stark gefährdet“, „Gefährdet“ und „Gefährdung unbekannten Ausmaßes“. Diese erschreckende Zahl habe ich auf meine Anfragen mit dem Titel „Erhalt der heimischen Fischfauna in Thüringen“ Mitte Juni des Jahres erhalten. Dazu zählen zum Beispiel die Nase, die Quappe und die Barbe. Die heimische Fischfauna ist dabei durch mehrere Faktoren beeinträchtigt, zu denen invasive Arten, zunehmender Fraßdruck, aber auch Gewässerveränderungen zählen. Die Fischfauna und das Fischereiwesen in Thüringen stehen also vor großen Herausforderungen, die durch Unterstützung des Landes für den Fischbestand, die Berufs- und die Angelfischerei zu meistern sind. Ein großer Faktor dabei ist die Ausbreitung gebietsfremder Arten und der dadurch erhöhte Prädationsdruck, der ohnehin schon groß ist. Aber nicht nur invasive Arten sind hier gefährlich. Wenn es um den Schutz der heimischen Fischfauna geht, steht der Kormoran als großer rosa Elefant im Raum, dessen Management im Sinne des heimischen Fischartenschutzes dringend ideologiefrei zu novellieren ist. Hinzu kommen Lebensraumverluste durch anthropogene Maßnahmen, die sich insbesondere bei spezialisierten Fischarten negativ auswirken. Auch die Ausbreitung des Bibers und des Fischotters ruft Auswirkungen auf den Bestand und die Gewässerstruktur hervor und damit auf das Fischereiwesen. Ein weiteres Problem ist eine mangelnde Fischpassierbarkeit oder -durchgängigkeit von Gewässern in Thüringen. Zwingend wäre auch gewesen, zeitnah eine neue Förderrichtlinie zur Fischereiabgabe zu erlassen, da die alte Ende 2024 ausgelaufen ist. Notwendige Anschaffungen für Ausrüstung, Schulungsmaterial oder Vereinsprojekte lassen sich ohne Fördermittel nur erschwert realisieren. Gerade für die in der Hobbyfischerei vorhandenen Vereine ist dies problematisch. Darunter leidet auch die in den Vereinen erfolgende Jugendarbeit und Nachwuchsgewinnung. Nicht zuletzt wird auch die Arbeit der Berufsfischerei belastet. Traditionsbetriebe sind in ihrer Existenz bedroht; das hat auch etwas mit Mittelstand zu tun. Grundsätzlich gilt es, die Leistung der Berufs- und der Angelfischerei in Thüringen und deren Beitrag zum Naturschutz zu würdigen. Fischerei ist auch Umweltschutz und Umweltschutz braucht Unterstützung. Dies wird in der Diskussion gern unterschlagen oder vergessen. Das Land muss also im Rahmen seiner Möglichkeiten die sogenannten Rahmenbedingungen schaffen, um die heimische Fischfauna zu stärken. Daher haben wir einen entsprechenden Antrag eingebracht, der diese Forderungen enthält, aber auch die ehrenamtliche Arbeit der Vereine und die Jugendarbeit hervorhebt. Angesichts dessen, dass die Hälfte der heimischen Fischarten bedroht ist, wie ich am Anfang sagte, sollte die Landesregierung hier zügig agieren. Weiteres in der Debatte.
(Beifall AfD)
