thueringer-landtag.de ↗

Kerstin Düben-Schaumann

AfD 04.12.2025 Sitzungen 8/30

Thüringer Gesetz zur Stärkung der Gleichstellungsbeauftragten

Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Kollegen Abgeordnete, werte Zuschauer, mein Name ist Kerstin Düben-Schaumann und ich bin eine Frau. Ich bin in der DDR geboren und aufgewachsen. (Beifall AfD) Zur Zeit der sogenannten Wende war ich 20 Jahre alt. Ich bin seit vielen Jahren selbstständige Unternehmerin. Ich bin Abgeordnete, Stadträtin, Vorstandsmitglied. Ich kann mich nicht daran erinnern, mich zu irgendeiner Zeit als Frau diskriminiert gefühlt zu haben. (Beifall AfD) Ich kenne auch keine Frau in meinem Umfeld, die sich aufgrund ihres Geschlechts auch nur annähernd so ausgegrenzt fühlt, wie es die Linke in ihrem Gleichstellungswahn permanent an die Wand malt. (Beifall AfD) Ja, ich bin stolz darauf, eine Frau zu sein. Wir können mit Fleiß, Disziplin, eisernem Willen, Leistung, einem gesunden Selbstbewusstsein und manchmal auch mit Aufopferungsbereitschaft alles erreichen, was wir uns vorgenommen haben. (Beifall AfD) Und das tun wir auch. Frauen sitzen heute in den Chefetagen. Sie werden Politiker, leider sogar Kanzler. Frauen führen sehr erfolgreich Volksparteien an. Zumindest bei uns ist das so. Sie gründen und führen Unternehmen. Sie schreiben Bücher, erhalten Professuren an Universitäten. Sie werden Soldat, Offizier, Polizist, Staatsanwalt. Sie fliegen sogar ins All. Wir Frauen sind stark und organisiert. Oft wuppen wir zusätzlich noch Familie, Haushalt, heutzutage immer mehr mit Unterstützung des Manns. Auch das ist gut so. (Beifall AfD) Für diese Errungenschaften haben vor uns Generationen von Frauen aufopferungsvoll gekämpft. Und dass die Gleichberechtigung von Frau und Mann im Grundgesetz verankert ist, macht unsere moderne Gesellschaft aus und ist für mich schon immer selbstverständlich. (Beifall AfD) Die Einführung der sogenannten Quotenregelung ist ein Schlag ins Gesicht für all die Frauen, die auf ihre Leistung und ihre Kompetenz vertrauen können. Und sie lehnen den Quotenirrsinn auch genau aus diesem Grund ab. (Beifall AfD) Chancengleichheit gibt es in Deutschland bereits seit Jahrzehnten. Ihnen muss doch bewusst sein, dass wir uns durch solche absurden Regelungen um Jahre zurückkatapultieren. Ihre sogenannte Gleichstellungspolitik, Ihr vor Ideologie strotzender Paritäts- und Quotenwahn gefährdet die Gleichberechtigung mehr als alles andere. (Beifall AfD) In Ihrem Gesetzentwurf reden Sie von der „Korrektur sozialer Macht- und Ungleichheitsstrukturen.“ Nichtdiskriminierung reicht Ihnen nicht, das sagen Sie ganz offen. Konkretes bleiben Sie uns schuldig. Diese Strukturen, von denen Sie reden und die uns Frauen das Leben so schwer machen, würde ich gern mal im Einzelnen von Ihnen erläutert bekommen. Weiterhin behaupten Sie, Frauen würden in der Arbeitswelt systematisch diskriminiert und ihre Teilhabe, woran auch immer, verhindert. Woher nehmen Sie diese Gewissheit? Werte Kollegen, es wird immer Lebensbereiche und Bereiche in der Arbeitswelt geben, in denen mal die Männer und mal die Frauen unter- oder überrepräsentiert sind. Der öffentliche Dienst in Thüringen ist sowohl auf Landes- als auch auf kommunaler Ebene zu über 61 Prozent mit Frauen besetzt. Im Bereich „Bildung“ und im Bereich „Gesundheit und Soziales“ gibt es zudem eine deutliche Überrepräsentation von Frauen in Führungspositionen. In anderen Bereichen sind es eben die Männer. Im Baugewerbe liegt der Frauenanteil bundesweit bei nur etwa 14 Prozent. Na und? Fühlt sich Frau deshalb ausgegrenzt oder diskriminiert? Können Sie sich vorstellen, dass Frauen einfach weniger Interesse an diesen Berufen aufbringen, schon aus physischen Gründen? Muss man da gleich Diskriminierung wittern? Nein. Genau das ist nämlich Gleichberechtigung. Und hier habe ich noch ein paar Zahlen für Sie, die sicherlich Ihr Weltbild erschüttern werden: In Deutschland – leider habe ich keine geschlechterspezifischen Zahlen in Thüringen gefunden – waren im Jahr 2023 55 Prozent der Abiturienten weiblich. Über 60 Prozent der Thüringer Studenten sind weiblich. Im Jahre 2023 waren 53 Prozent der Hochschulabsolventen Frauen. 54 Prozent der Promotionen wurden in Thüringen von Frauen gemacht. Eine Zahl aus 2021 sagt aus, dass unter den Thüringern mit Berufsabschluss 18 Prozent der Männer und 17 Prozent der Frauen über einen Hochschulabschluss verfügen – fast Parität und ganz ohne Ihr Zutun. Die Quote der nicht bestandenen Prüfungen an Thüringer Hochschulen ist bei Männern doppelt so hoch wie bei Frauen. Woher also genau rührt Ihre Panikmache? Ihre ideologisch motivierte absolute Parität, die Sie auf Biegen und Brechen durchsetzen möchten, ist nicht umsetzbar und von den Menschen auch gar nicht gewollt. Finden Sie sich damit ab! (Beifall AfD) Ganz sicher werden Sie das nicht durch noch mehr Gleichstellungspersonal korrigieren, noch mehr Personal, noch mehr Kosten, noch mehr Verwaltung, Bürokratie und Doppelstrukturen, mehr Kontrolle und Überwachung im Auswahlverfahren, noch weniger Handlungsfreiraum. Vor allem die Kommunen, die jetzt schon unter den finanziellen Belastungen leiden, werden sich bedanken. Sehr geehrte Fraktion Die Linke, dieses Land hat wahrlich genug Probleme. Die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau gehört ganz sicher nicht dazu. Das Thüringer Gleichstellungsgesetz aus dem Jahre 2013 ist für seine Zwecke mehr als ausreichend und benötigt keine Novellierung aus linker Feder. Wir lehnen diesen Antrag deshalb ab. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall AfD)

Alle Reden von Kerstin Düben-Schaumann Protokoll ↗