thueringer-landtag.de ↗

Christian Tischner

29.10.2025 Sitzungen 8/27

Frage des Abgeordneten meister (BSW) Hoff

Genau. Zunächst, Herr Präsident, gestatten Sie mir, dass ich einen ganz herzlichen Gruß nach oben auf die Besuchertribüne sende, denn ich habe mir sagen lassen, dass heute die Regelschule aus Arnstadt da ist. Eigentlich müssten wir jetzt die Schülerinnen und Schüler und die Lehrer fragen, was sie vom DigitalPakt halten und wie es an der Schule wirkt und wie es an der Schule umgesetzt wird, und dann vielleicht noch die Vertreter des Ilm-Kreises dazu, weil nämlich die Landkreise, das wissen Sie, im Wesentlichen dafür verantwortlich sind, wie der DigitalPakt umgesetzt wird. Das ist in Thüringen in der Tat sehr unterschiedlich. Wir haben und hatten Landräte, Landrätinnen, die haben sich sehr stark auf Schule, auf Schulentwicklung, auf Schulbau fokussiert. Und es gibt Kollegen, die das aus finanziellen Gründen etwas langsamer machen müssen. Zum DigitalPakt 1, der ja aktuell noch wirkt, eigentlich von 2019 bis 2024 wirkt, jetzt in diesem Jahr weiterläuft, weil, wie Sie es richtig beschreiben, der Mittelabfluss in den letzten Jahren gar nicht so einfach war: Mit dem DigitalPakt 1 hat sich der Freistaat Thüringen – da ja noch die Vorgängerlandesregierung – dazu entschieden, drei Schwerpunkte zu setzen, die auch richtig sind und die auch durch einen Parlamentsantrag in der vergangenen Wahlperiode, ich glaube, von allen Fraktionen so mitgetragen wurden, nämlich dass man einerseits sagt: Man muss auf die Kompetenzentwicklung der Schülerinnen und Schüler achten, die Digitalisierung, vor ein paar Monaten, kann man ja fast sagen, kam noch die KI dazu, die Kompetenzentwicklung, Medienkompetenz bei Schülerinnen und Schülern. Das Thema der Fortbildung von Lehrerinnen und Lehrern, weil es in der Tat so ist, das wissen Sie als ehemaliger Lehrer – oder einmal Lehrer, immer Lehrer –, als Lehrer auch, dass uns die Schüler da manchmal ziemlich schnell voraus sind. Deswegen sind uns auch die Fortbildungsangebote für die Kolleginnen und Kollegen sehr wichtig. Und das Thema der Ausstattung: Beim Thema der Ausstattung haben sich die Schulträger sehr stark darauf fokussiert – natürlich richtigerweise –, erst mal die Breitbandanbindung zu organisieren. Das ist gerade im ländlichen Raum eine Herausforderung, aber auch in der Stadt Erfurt soll das immer wieder mal ein Thema sein, was mir die Schulleiter berichten. Aber auch die Ausstattung mit Blick auf WLAN in den Schulen. Der nächste Schritt war dann – bedingt und beschleunigt auch durch die Coronapandemie – die Ausstattung mit mobilen Endgeräten. Ich vertrete klar den Ansatz, dass die mobilen Endgeräte ein Medium im Unterricht sind, aber kein Ersatz – kein Ersatz für ein ordentliches Schulbuch, kein Ersatz für einen Hefter, in dem man auch mal das Schreiben lernt. Sie sind ein Medium, so wie es das Tafelwerk gibt, so wie es den Taschenrechner gibt, wie es den Atlas gibt und sonstige Hilfsmittel. Deswegen: Diese Ausstattungsfragen sind entschieden worden und wir haben – oder ja, die alte Landesregierung, wir setzen das gern fort – die Schulcloud gut voranentwickelt, das wurde auch im großen Miteinander damals im Bildungsausschuss so entschieden. Das hat ziemlich geruckelt, das werden die Kolleginnen und Kollegen von der Regelschule Arnstadt natürlich bestätigen, aber mittlerweile läuft die Schulcloud einigermaßen rund. Da ist die Frage, wie das weitergeht, wir sind da ja im Verbund mit zwei anderen Bundesländern. Dazu können wir aber dann im Bildungsausschuss gern auch noch mal sprechen. Und wir haben uns über die Kultusministerkonferenz gemeinsam mit allen Bundesländern auf den Weg gemacht, eine pädagogische KI vorzubereiten. Es wird so sein, dass es in ein paar Monaten – sage ich mal – eine KI, eine Bildungs-KI für alle Schulen geben wird, die wahrscheinlich über das Schulportal zur Verfügung gestellt wird; die heißt Telli. Über diese KI können dann Schülerinnen und Schüler auch unter pädagogischen Gesichtspunkten nicht nur Copy-and-Paste-Übungen machen, sondern auch entsprechende Fragestellungen, Üben, Lernen, Kritikfähigkeit, Reflexionsfähigkeit usw. Und diese KI soll auf der anderen Seite auch Lehrerinnen und Lehrer entlasten, die mit dieser KI Unterrichtsvorbereitungen erstellen können, Arbeitsmaterialien erstellen können. Das wird ein großes gemeinsames Werk der Bundesländer werden. Dieser DigitalPakt 1 ist in diesem Jahr noch mal verlängert worden. Ab dem kommenden Jahr, ab dem 01.01.2026 – so hat es uns Bundesministerin Karin Prien letzte Woche in der KMK noch mal bestätigt –, wird der DigitalPakt 2 kommen, mit dem Thüringen in den nächsten fünf Jahren abermals, ich glaube, um die 150 Millionen Euro zur Verfügung stehen werden. Es wird eine kleine Änderung in der Finanzierung geben. Bisher war es so, dass beim DigitalPakt 1 die Finanzierung so war: 90 Prozent Bund und 10 Prozent Land. Jetzt ist das vom Bund so geregelt, dass 50 Prozent der Bund bezahlen wird und 50 Prozent das Land. Aber wir teilen uns die Kosten mit den Schulträgern, sodass es dann ein Verhältnis 50/25/25 wird, das hatte ich ja auch im HuFA bereits ausgeführt. Und in diesem DigitalPakt werden wir auch wieder die Schwerpunkte fortführen mit Blick auf Medienkompetenzentwicklung, auch die Fortentwicklung des Fachs Medienkunde und mit Blick auf die Ausstattung in den Schulen. – Ich mache erst mal einen Punkt.

Alle Reden von Christian Tischner Protokoll ↗