Christian Tischner
Frage des Abgeordneten kowski (AfD) Jan
Vielen Dank, Herr Abgeordneter, für die Frage. In der Tat, die Voraussetzung für gute Bildung ist Sprache. Wir können guten Unterricht nur vollziehen, wenn auch die gleiche Sprache gesprochen wird. Deshalb bin ich sehr optimistisch, dass wir in dieser Wahlperiode große Schritte vorangehen werden, weil wir relativ zeitnah nach Übernahme der Regierungstätigkeit entschieden haben, dass Sprachklassen, Willkommensklassen – Sie haben einen eigenen Begriff dafür – gebildet werden können. Es gibt diese Klassen in Thüringen. Ob man eine eigene Klasse aufmacht, ob man einen ganzen Zug aufmacht, ob man das vielleicht auch nur kursweise macht, liegt allerdings daran, wie viele Lehrer vor Ort vorhanden sind. Aber die Möglichkeit besteht. Und anders als die Vorgängerlandesregierung haben wir nicht vor, den Schulen da hinterherzugehen, wenn sie es nicht tun – im Gegenteil. Wir ermuntern, weil ich sage: Die Sprache ist der Schlüssel für den Bildungserfolg. Eine Quote – das haben wir hier auch schon diskutiert, ich glaube, das war Ihr Antrag als Fraktion –, wie viele Kinder mit Migrationshintergrund in eine Klasse gehen können und sollen, ist schwierig. Wir vertrauen da sehr stark auf das pädagogische Ermessen der Schulleitungen, der Klassenlehrer vor Ort. Das ist ja die Debatte gewesen, die wir hier geführt haben: Was machen wir, wenn wir sagen, wir legen fest, nur drei Kinder pro Klasse, die einen Migrationshintergrund haben, und es kommt das vierte oder fünfte Kind, was vielleicht einigermaßen sogar versteht, aber nicht reinkann? Also solche Quotenregelungen sind schwierig. Deshalb setzen wir da sehr stark auf das pädagogische Augenmaß und auf die pädagogische Kompetenz unserer Schulleitungen, unserer Kolleginnen und Kollegen.
