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Jane Croll

CDU 18.06.2025 Sitzungen 8/19

c) auf Antrag der Fraktion Die Linke zu dem Thema: „Christopher Street Day in Thüringen: Für mehr Vielfalt und Akzeptanz“

Sehr geehrter Herr Landtagspräsident, liebe Kolleginnen und Kollegen, meine sehr geehrten Damen und Herren, die Formen des Zusammenlebens und des Zusammenliebens sind so vielfältig wie die Menschen selbst. Sie verdienen Anerkennung, Respekt und Wertschätzung. Vielfalt und Zusammenhalt machen unsere Gesellschaft stärker und menschlicher. Gleichzeitig treten wir denen entschieden entgegen, die das Rad der Geschichte zurückdrehen wollen. Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, egal in welcher Form, hat bei uns keinen Platz. Ganze Generationen mutiger Menschen sind für ein Leben in Freiheit und Würde ohne Diskriminierung und sogar staatliche Verfolgung auf die Straße gegangen. Sie haben durch das Erheben ihrer Stimme mit Mut und unter dem Symbol der Regenbogenflagge für ihre Rechte und gegen Unrecht gekämpft. Ihr Stolz auf die errungenen Freiheiten und Fortschritte ist berechtigt und verdient Anerkennung, denn die Vielfalt, in der wir heute leben, ist eine Errungenschaft. (Beifall CDU, BSW, SPD) Am Christopher Street Day erinnern Menschen in ganz Thüringen, Deutschland und vielen anderen Teilen der Welt gemeinsam an diesen langen Weg der Emanzipation. Es ist ein Tag des politischen Protests für Freiheit und Gleichstellung. Gleichzeitig vergegenwärtigt er uns bestehende gesellschaftliche Herausforderungen, die es auch immer noch gibt. Regenbogenfahnen sind schon lange ein fester Bestandteil unserer Gesellschaft – zumindest in einer aufgeklärten, toleranten und modernen Gesellschaft. Die Bundestagspräsidentin hat gesagt: Es ist schön, wenn diese von den Menschen getragen wird, (Zwischenruf Abg. Urbach, CDU: Die gibt es seit 1525!) die müssen nicht unbedingt an den Fahnenmasten hängen, sondern die Menschen können sie auch tragen. Auch wir als CDU stehen zu dem Grundsatz: Geschlechtliche Minderheiten müssen respektiert, toleriert und unterstützt werden. Für uns als CDU ist es selbstverständlich, klare Kante gegen Homophobie zu zeigen. (Beifall CDU) Leider braucht es immer noch Demos, Veranstaltungen oder auch den Christopher Street Day, um auf dieses Thema aufmerksam zu machen. Die Übergriffe gegen lesbische, schwule und Transmenschen nehmen immer mehr zu. Die Zahlen steigen bundesweit an. Laut Bundeskriminalamt ist die Zahl eben dieser Übergriffe seit 2010 um mehr als das Zehnfache gestiegen. Die Dunkelziffer ist aber noch viel höher, weil viele Betroffene die Straftaten gar nicht zur Anzeige bringen. Menschen mit anderer sexueller Orientierung müssen immer häufiger – wir haben ja auch Beispiele gehört – mit Beleidigungen, Gewalttaten, Nötigung und Bedrohung umgehen. Das ist besorgniserregend und nicht zu akzeptieren. In einer demokratischen Gesellschaft sollen Menschen, die so sind, wie sie sind, und lieben, wie sie lieben, friedlich leben können und keine Angst vor Ausgrenzung, Hass, Hetze und Gewalt haben müssen. Straftaten müssen konsequent verfolgt werden. Als Demokratinnen und Demokraten müssen wir gemeinsam gegen Diskriminierung, Hass und Gewalt zusammenstehen und Betroffene wirkungsvoll vor Straftaten schützen. Unser Grundgesetz ist das Fundament einer vielfältigen und offenen Gesellschaft. Dies gilt es gemeinsam zu verteidigen. Die CDU-Fraktion steht hinter allen Menschen, deren sexuelle Orientierung in oder eben auch nicht in das klassische Familienmodell passt. Wir respektieren die Vielfalt sexueller Orientierung und geschlechtlicher Identität. Einen ideologischen Genderbegriff und alles, was dazugehört, lehnen wir hingegen konsequent ab. Und es gibt Grenzen. Ich persönlich finde es schwierig, wenn Menschen sich als Tiere, Gegenstände oder übernatürliche Kreaturen identifizieren. Allerdings muss der Umgang mit den Menschen eben an erster Stelle stehen. Die Menschenwürde steht auch in Artikel 1 unseres Grundgesetzes. Zusammenfassend ist also noch mal zu sagen: Wir treten jeder Form von Ausgrenzung, Diskriminierung und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit entschieden entgegen. Thüringen sollte ein weltoffenes und vielfältiges Bundesland sein. Herzlichen Dank. (Beifall CDU, SPD)

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