Kerstin Düben-Schaumann
Schutz der Bevölkerung und der Weidetiere vor dem Wolf in Thüringen verbessern – Wolfsstatus auf EU- und Bundesebene anpassen – Wolfsmanagementplan für den Wolf in Thüringen evaluieren
Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Kollegen Abgeordnete, sehr geehrte Zuschauer, und allen Jägern einen guten Anblick und Weidmannsheil für das neue Jagdjahr! Gemäß den offiziellen Statistiken des Thüringer Ministeriums für Umwelt, Energie, Naturschutz und Forsten leben hier in Thüringen 24 standortfeste Wölfe. Diese Statistik darf getrost angezweifelt werden. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass man über die Wolfsvorkommen in Thüringen jeden Überblick verloren hat. Täglich lesen wir Meldungen von Rissschäden, Jäger und Landwirte berichten zudem von Rissen, die gemeldet wurden, aber in keiner Statistik erscheinen.
(Beifall AfD)
In Gräfinau-Angstedt im Ilm-Kreis werden täglich Wölfe gesichtet, auch am Tage. Ein Rudel von sechs Tieren trampelte einen Elektrozaun nieder, nur 20 Meter vom ersten Wohnhaus entfernt. Die Anwohner trauen sich nicht mehr in den Wald, die Pfadfinder werden wohl ihr Sommercamp vom Wald in den Ort verlegen. Im Weimarer Land lassen Eltern ihre Kinder nicht mehr auf die Spielplätze. Der Vorsitzende des Kreisjagdverbands Weimar befürchtet gar, dass das dort ansässige Muffelwild durch den Wolf ausgerottet wird. Die Menschen vor Ort haben Angst und fühlen sich unverstanden – zu Recht, wenn man angesichts der Vorkommnisse vom sogenannten Wolfsbeauftragten lediglich zu hören bekommt, wie schützenswert der Wolf sei. Wen wundert das? Der Wolf ist für bestimmte Institutionen zur lukrativen Einnahmequelle geworden. Für die Ohrdrufer Problemwölfin gab Thüringen laut „Bauernzeitung“ zwischen 2014 und 2020 insgesamt 850.000 Euro aus, ohne Personalkosten. Dass der Wolf die Nähe des Menschen meidet, erweist sich zunehmend als Märchen. Der kanadische Wissenschaftler Geist ist überzeugt: Wenn der Mensch sich nicht verteidigt, wird der Wolf übergriffig. Dies erfolgt in sieben Stufen. In Stufe fünf steigern sich gemäß Geist die Angriffe auch auf größere Beutetiere wie Rinder und Pferde – in Thüringen bereits Alltag. Über 1.600 Wölfe gibt es laut offizieller Statistik in Deutschland. Zum Vergleich: Im flächenmäßig größeren und wesentlich weniger dicht besiedelten Schweden leben derzeit 375 Tiere und der Bestand soll kurzfristig auf 170 herunterreguliert werden. Mit dem Instrument der Derogation managen EU-Staaten wie Schweden, Spanien, Frankreich und andere mit zum Teil deutlich weniger Wölfen schon seit Jahren aktiv ihre Bestände. In Deutschland haben Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Hessen den Wolf bereits durch Änderung des Landesjagdgesetzes erfolgreich dem Jagdrecht unterstellt. Dem vorliegenden Antrag fehlen folgende wichtige Komponenten: Ein wirksamer Wolfmanagementplan muss flexibel und praktikabel auf künftige Gefahrensituationen reagieren können. Dabei benötigen wir endlich belastbare Zahlen über die tatsächliche Anzahl der Tiere in Thüringen. Es sind alle rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen, den Wolf in das Landesjagdrecht aufzunehmen.
(Beifall AfD)
Die Regelungslücke zum Umgang mit schwerverletzten Wölfen ist zu schließen. Schäden an Jagdhunden durch Wölfe sind gesetzlich zu regeln und aus öffentlichen Mitteln zu begleichen.
(Beifall AfD)
Die Jägerschaft wird aktiv und federführend ins Wolfsmonitoring eingebunden. Sehr geehrte Damen und Herren, die Zeit des Debattierens ist vorbei, es muss gehandelt werden. Vielen Dank.
(Beifall AfD)
