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Robert-Martin Montag

FDP 07.06.2024 Sitzungen 7/138

Fahrt aufnehmen für den Mountainbikesport und -tourismus im Freistaat – Entwicklung einer „Mountainbike-Strategie 2030“ für Thüringen

Sehr verehrte Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen, in den vergangenen drei Tagen fand der Kongress des deutschen Mountainbike Tourismusforums unter dem Motto „TEAM UP!“ in der Pfalz statt. Dort haben sich Vertreter von Verbänden, Tourismusdestinationen und weitere Akteure zu aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen in dem Bereich ausgetauscht. „TEAM UP!“ – ein Motto, das den Werten der Bike-Community entspricht und das auch für uns das Wort der Stunde sein muss. Denn Thüringen hat alles, was es für eine starke Mountainbike-Destination braucht. Mit unserer Initiative stoßen wir den lang ersehnten notwendigen Schritt an, endlich diese Potenziale auch zu nutzen. (Beifall Gruppe der FDP) Experten, liebe Damen und Herren, bezeugen dafür den Mittelgebirgsregionen wie unserem Thüringer Wald aufgrund der Topografie mehr Potenzial als dem Alpenraum. In den vergangenen Wochen und Monaten hat mir der Austausch mit der Community – ob in Eisenach, Saalfeld oder Oberhof – gezeigt, was für ein Pfund wir hier haben und auch endlich bergen müssen. Wir haben herausragende Events, bereits mit Tradition – 2024 erneut eine Deutsche Meisterschaft im Downhill in Ilmenau –, und weltbekannte Spitzensportler wie Nina Hoffmann, die beste Werbung für Thüringen betreiben, aber auch starke Radläden und -vereine, den Rennsteig als verbindende Ader zwischen noch entwicklungsbedürftigen Bikeparks und einmalige Mountainbike-Erlebnisse unter Tage – von Kamsdorf bis Merkers. Der Bikepark in Oberhof beispielsweise hat sich seit den Investitionen in seine Trails und eine Verbesserung des Angebots von 3.541 Radfahrern mittlerweile zu stattlichen 14.000 bikebegeisterten Besuchern pro Jahr gepuscht. Gäste aus ganz Deutschland, die vorher noch nie in Thüringen gewesen sind, waren unsere Gäste. Daran wollen und müssen wir anknüpfen, denn das Potenzial ist da, (Beifall Gruppe der FDP) damit auch bereits investierte Mittel wie in die 2011 erste beschilderte Mountainbike-Strecke Deutschlands an der Thüringer Bergbahn im Schwarzatal wieder zu einem Aushängeschild werden und nicht in Vergessenheit geraten oder Investitionen wie in den Rennsteig-Mountainbike-Radweg endlich an der Zielgruppe orientiert entwickelt werden und nicht an ihr vorbei, wie aus den Stellungnah men zur Anhörung deutlich genug hervorgeht. Wir müssen solche Einzelprojekte wie in Ilmenau am Linden ­ berg durch kluge Kurationen weiterdenken, mit ei ­ nem erlebbaren R t netz verknüpfen, aktiv ver ou en ­ markten – und das auch zielgruppengerecht. Da draußen, meine Damen und Herren, allein in Deutschland sehnen sich 16 Millionen Menschen nach familienfreundlichen, gemeinschaftsfördernden Freizeitaktivitäten auf zwei Rädern. 9,1 Millionen Deutsche suchen nach einem Urlaub auf zwei Rädern und anderen Aktivitäten im Urlaub, bei denen sie aktiv eine neue Landschaft, Schlösser und Gärten, auch Kulinarik entdecken können. Gleichzeitig ist nicht zu vergessen: 80 Prozent der Mountainbiker beginnen ihre Tour vor der Haustür. Auch ist unser Antrag ein klares Zeichen, dass wir mit der Konzeption der Strategie einen Beitrag zur Lebensqualitätssteigerung für unsere Bürgerinnen und Bürger im Freistaat leisten. (Beifall Gruppe der FDP) Ich weiß, wie viel Geld wir allein für Prävention und Bewegung ausgeben, dabei beginnt das Erlebnis und die Bewegung manchmal schon hinter der eigenen Haustür im Wald. Eine durchdachte Strategie wird außerdem einen entscheidenden Beitrag leisten, damit unsere Einkehrmöglichkeiten wie die Neue Gehlberger Hütte auf dem Schneekopf oder die Bobhütte in Ilmenau wieder Betreiber finden und sich langfristig halten können, denn wer besucht, der will auch versorgt werden. Das ist ein Qualitätsmerkmal für eine Destination. (Beifall Gruppe der FDP) Wir müssen also das Know-how der hiesigen Akteure nutzen, die bisherigen Herausforderungen meistern und die guten Ideen aus den Schubladen von Bürgermeistern, Kommunen bis hin zu den Ministerien wieder hervorholen. Mit den vielen Initiativen und Vereinen – in Pößneck, Saalfeld, Ilmenau, Arnstadt, Eisenach, Tabarz, Liebenstein, Hermsdorf oder Erfurt – haben wir hier schon ein unglaubliches Potenzial der eigenen Community. Wir können hier endlich die Grundlagen schaffen, dass kluge Ideen Früchte tragen und eine nachhaltige Wirkung erzielen. Es gilt, aus der Vorarbeit von Ländern wie Sachsen oder dem Saarland die notwendigen Schlüsse zu ziehen und effektive Ergebnisse zu erzielen und dem Motto des Kongresses des deutschen Mountainbike Tourismusforums zu folgen: Let‘s „TEAM UP!“ Dieser Weg beginnt heute mit dem Beschluss unserer und dieser Mountainbike-Strategie für Thüringen. Es ist bundesweit der erste Beschluss eines Landtags dieser Art. Darauf bin ich sehr stolz, dass uns das allen gemeinsam gelungen ist, denn Mountainbiken hat Zukunft in Thüringen, aber auch über Thüringen hinaus. Vielen Dank. (Beifall Gruppe der FDP)

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