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Cornelia Klisch

SPD 15.03.2024 Sitzungen 7/131

Das stille Leiden an ME/CFS beenden: Forschung, Versorgung und Aufklärung stärken

Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe Kollegen! Meine Vorrednerin sagte es schon, ME/CFS ist vielleicht nicht wirklich so bekannt wie Herzinfarkt, aber, ich glaube, spätestens seit der Coronapandemie ist es zumindest so, dass diese Erkrankungsbilder – gerade Chronic Fatigue – den Ärzten als auch medizinischen Versorgern im Alltag viel häufiger begegnen. Deshalb ist es absolut wichtig, dass wir uns natürlich hier genauso auf die Schiene setzen, auf den Weg machen, um bestmögliche Hilfen und Therapien zu generieren, um wirksame und vor allen Dingen auch zugängliche Versorgungsstrukturen sicherzustellen. Vor allen Dingen braucht es – so wie beim Herzinfarkt in der Diskussion vorher – Standards. Diese Standards, also definierte Leitlinien, definierte evidenzbasierte Therapiemaßnahmen, die gibt es hier leider noch nicht so viel. Wir haben während der Coronapandemie gelernt, da Coronaerkrankte oder an Post-COVID-Erkrankte, Long-COVID-Betroffene oft gerade auch unter ähnlichen Symptomen leiden, dass wir hier sehr viel mehr Forschung brauchen. Deshalb hat sich das Thüringer Wissenschaftsministerium bereits auf den Weg gemacht, hat dem Universitätsklinikum schon mal 700.000 Euro als Anschubfinanzierung zur Verfügung gestellt. Dadurch ist auch schon der erste Schritt getan worden. Aber wir haben in der großen Anhörung vor einem Jahr, die wir hier an derselben Stelle hatten, in diesem Plenarsaal, von den betroffenen Akteuren und Experten natürlich gehört, dass es letztendlich mehr braucht als nur eine Post-COVID-Ambulanz am Universitätsklinikum, die sicherlich eine exzellente Einrichtung ist, aber eben nicht das Ende der Fahnenstange sein kann, sondern dass wir aufgrund der vielfältigen Symptomatiken, der schwierigen Diagnostik, den bisher unzureichenden Therapieansätzen auch darüber reden müssen, dass es einfach oft an Aufklärung mangelt, auch bei medizinischem Fachpersonal, dass die Forschung trotz allem immer noch unterfinanziert ist und dass wir letztendlich im Moment von einer prekären Versorgungslandschaft sprechen müssen. Wir haben auch gelernt, dass – ich habe es am Anfang schon angesprochen – viele Symptome, gerade bei Long COVID, denen von ME/CFS ähneln oder zumindest Anteile dabei enthalten sind. Da insgesamt postinfektiöse Erkrankungen, die mit Corona zu tun haben, momentan doch auch mehr Aufmerksamkeit generieren, haben wir einfach in dem Antrag – und das ist eine Änderung – das Erkrankungsbild ME/CFS durch Long COVID auch ergänzt, also es zieht sich durch den ganzen Antrag in geänderter Form durch. Da es außerdem zwischen dem – sage ich mal – Beginn dieses Antrags, also, ich glaube, Ende 2021, und heute nicht nur viel Zeit gab, sondern auch bereits viel Veränderung, haben wir auch hier versucht als SPD, diesen Antrag weiter zu ertüchtigen und auch diese Veränderung mit einfließen zu lassen. Denn inzwischen gibt es eine mobile Post-COVID-Ambulanz in Jena, die auch Menschen vor Ort, also am Wohnort, betreuen kann. Es gibt mittlerweile telemedizinische Implementierungen, sodass man da einfacher kommunizieren kann. Und was wirklich eine gute Nachricht ist: Das Universitätsklinikum hat sich nicht nur mit dem Projektantrag WATCH für den Innovationsfonds des G-BA beworben, sondern hat das auch bewilligt bekommen und bekommt jetzt allein dadurch 3,6 Millionen Euro zusätzliche Mittel. Das ist wirklich ein toller Erfolg für Jena. Das heißt aber nicht, dass wir nicht den Erfolg noch verstärken können und draufsatteln können. Alles, was im Bund passiert, seien es runde Tische zu Long COVID oder Ähnliches, hilft uns sicherlich, aber letztendlich möchten wir natürlich auch hier weiter vorangehen und genau auch da – ich sage jetzt einfach mal – Impulsgeber sein, auch für die deutschlandweite Versorgung und Forschung. Deswegen, glaube ich, ist dieser Antrag gerade mit noch mal den Ansätzen „Ausbau der Post-COVIDAmbulanz am UKJ“, mit der Anregung eines telemedizinischen Netzwerks, mit der Bundesratsinitiative zur Aufnahme von ME/CFS in die ambulante spezialfachärztliche Versorgung und vielen anderen Punkten ein wichtiger Antrag, der hoffentlich einen Beitrag zu einer guten Versorgungslandschaft auch bei neuen Erkrankungen leisten soll. Deswegen bitte ich um Zustimmung zu der Beschlussempfehlung des Gesundheitsausschusses in der geänderten Form. Herzlichen Dank. (Beifall DIE LINKE, SPD)

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