Cornelia Klisch
Ostdeutsche Wintersportstandorte auf Olympia-Niveau – Oberhofer Infrastruktur und Know-how nutzen, tragfähige Strukturen schaffen und gemeinsam Zukunftskonzepte entwickeln
Sehr geehrte Kollegen, sehr geehrte Frau Landtagspräsidentin, lassen Sie mich gleich zu Anfang eins hervorheben zu diesem Antrag: Thüringen hat in den letzten Jahren enorme Kraftanstrengungen unternommen, um unser traditionelles Wintersportzentrum in Oberhof nicht nur einfach zu erhalten, sondern mit einer hochmodernen, auf Nachhaltigkeit orientierten Sportstätteninfrastruktur auszustatten. Wir haben quasi keine Kosten und Aufwendungen gescheut, um zu zeigen: Wir Thüringer, wir können Wintersport. Ich denke, gerade die beiden letzten Weltmeisterschaften zu Anfang dieses Jahres haben das gezeigt. Die Oberhofer unterstützen den Wintersport aus vollstem Herzen. Thüringen ist Wintersportland und hier sind, sei es der Thüringer Schlitten- und Bobsportverband oder auch Rodeln oder Biathlon, was auch immer, diese Sportarten zu Hause. Deshalb ist es auch genau richtig und wichtig, dass der Thüringer Bobsportverband Oberhof nun als Ersatzaustragungsort zumindest für die olympischen Rodelsportwettkämpfe 2026 ins Gespräch gebracht hat. Da gebe ich Ihnen vollkommen recht. Das ist der richtige Weg, da letztendlich der Satz „The show must go on“ auch hier zutrifft, denn es besteht eine harte Konkurrenz zwischen den Wintersportaustragungsorten und wir müssen einfach all unsere Kraft darauf verwenden, als Oberhof und als Thüringer hier immer weiter sichtbar zu sein. Aber, liebe CDU, es ist natürlich nicht seriös, einfach in irgendwelchen Pressemitteilungen von der sogenannten Ramelow-Regierung zu verlangen, sie müssten eben einfach mal XYZ machen und dann wäre das mit diesen Rodelwettkämpfen zu Olympia schon geritzt. Denn so simpel funktioniert weder Olympia noch der Wintersport. Ich glaube, es ist für alle Sportler, die 2026 anstreben, bei Olympia dabei zu sein, schon extrem schwierig, dass der Rodel- oder Bobsport gar nicht in Cortina d‘Ampezzo stattfinden wird, also dass sie sozusagen vom eigentlichen Austragungsort getrennt werden. Deswegen sollten wir auf jeden Fall auch im Sinne der Sportler eins im Blick haben: Es wäre wichtig, dass natürlich bei so einer Olympiabewerbung oder bei so einem Ersatzaustragungsort die Sportler zumindest in Sachen Rodeln, Bob und Skeleton auch zusammen ihren Sport austragen können. Und es wäre auch noch wünschenswert, wenn das Ganze nicht so weit weg wäre von Cortina. Insofern sind da ein paar Gegebenheiten, Fakten, die wir auch als rot-rot-grüne Landesregierung oder als Parlamentarier oder wie auch immer, die wir Thüringer leider nicht beeinflussen und eben auch überhaupt gar nicht ändern können. Wenn man diese Tatsache einfach mal nüchtern konstatiert, bedeutet es aber nicht im Umkehrschluss, dass wir Olympia nicht denken dürfen. Ich glaube, wir in Thüringen dürfen durchaus Olympia auch im Wintersport denken. Deswegen finde ich die Anregung absolut begrüßenswert. Ich finde, das klingt auch nach einem wirklich guten Plan, dass wir uns auch mit den Sachsen zusammentun. Denn die Sachsen haben in der Tat auch wichtige traditionelle Wintersportzentren. Warum nicht einfach zusammengehen, warum sich nicht gemeinsam für mögliche weitere Olympiaden bewerben? Aber das – und da müssen wir uns natürlich ehrlich machen – wird erst irgendwann in der Zukunft sein. Und in der Zukunft gibt es einen Wermutstropfen, der sich Klimawandel nennt. Ich denke, diesen Klimawandel sollten wir natürlich auch mit bedenken. Deswegen würde ich für meine Fraktion beantragen, dass wir Ihren Antrag auf jeden Fall im zuständigen Ausschuss für Bildung, Jugend und Sport diskutieren und – das wäre unser Anliegen – dass wir hierzu auch eine große Anhörung machen und Vertreter nicht nur aus Oberhof und den Regionen, auch den sächsischen Regionen, sondern auch Vertreter des sächsischen Landessportbunds, des Thüringer Landessportbunds, der Wintersportfachverbände, des DOSB und natürlich auch Experten zum Klimawandel in den Mittelgebirgen mit hinzuziehen, um uns einen guten Plan zu machen, wie wir in Zukunft Wintersport in unserer Region halten können und wie wir aber auch nachhaltig unsere Mittelgebirgsregion allgemein für den Sport ertüchtigen können. Ich glaube, im Rahmen so einer Anhörung wird sich einiges schöpfen lassen und wir könnten dadurch natürlich Ihr CDU-Papier qualitativ noch deutlich voranbringen. Herzlichen Dank.
(Beifall DIE LINKE, SPD)
