thueringer-landtag.de ↗

Christian Schaft

Die Linke 27.04.2023 Sitzungen 7/108

Lehrerbildung weiterdenken – Schritte zu einer Reform der zweiten und dritten Phase der Lehrerbildung

Vielen Dank, Frau Präsidentin. Mit dem vorliegenden Antrag schauen wir natürlich auf eine Situation, auf ein Thema, was uns alle umtreibt, nämlich die Frage, wie wir auch in Zukunft Lehrkräfte in den Regionen gewinnen, halten, binden und ihnen aber auch das notwendige Rüstzeug in einer sich ändernden Welt mit an die Hand geben können. Eine Diskussion, die aber mit Blick auf die Situation oder die Frage der Lehrerinnenbildung auch nicht ganz neu ist. Seit mehreren Jahren – wir als Fraktion Die Linke seit 2017, aber auch wir als Koalitionsfraktionen haben uns mit verschiedenen Fragen der Lehrerinnenbildung in verschiedenen Gesprächen auseinandergesetzt. Wir haben nicht nur die Papiere und Konzepte gelesen, wir haben auch in Gesprächen mit den Thüringer Universitäten, mit den Vertreterinnen der Lehramtsstudierenden, mit denjenigen, die in der Lehrerinnenausbildung tätig sind, gesprochen, wir haben die Studienseminare, auch das ThILLM zu Gesprächen eingeladen und mit ihnen die Situation und die Handlungsoptionen in der Lehrerinnenbildung besprochen. Dabei begegnete uns immer wieder ein Hauptgedanke: Es gibt in diesem Feld einen großen Reformbedarf. Aber nicht nur der Hinweis auf diesen Reformbedarf kam, sondern das Beste war, dass wir als Ergebnis aus diesen Gesprächen immer auch mitnehmen konnten, dass die Praktikerinnen in der Lehrerinnenbildung – und die Studierenden da auch mit eingenommen – ziemlich klare Vorstellungen davon haben, was sich ändern müsste, um die Lehrerinnenbildung zukunftsfähig aufzustellen. Deshalb wollen wir als Koalitionsfraktion heute mit diesem Antrag konkrete Vorschläge vorlegen. Viele Ideen aus diesen genannten Gesprächen sind dort eingeflossen. Unser Antrag bezieht sich auf die zweite Phase der Lehrerinnenbildung, beispielsweise konkret das Referendariat, und auch auf die dritte Phase, in der es natürlich mit der Frage der Fort- und Weiterbildung im Beruf auch entsprechende Bildungsangebote gibt und braucht, aber auch natürlich auf die Frage, wie wir Seiten- und Quereinsteigende bestmöglich auf den Beruf vorbereiten können. Unsere Vorschläge beinhalten aber auch strukturelle Fragestellungen, beispielsweise wie wir die Studienseminare in der Fläche des Landes aufstellen. Auch hier hat das Thüringer Bildungsministerium bereits konkrete Schritte eingeleitet, worüber wir sicherlich auch in der Debatte noch mal sprechen werden. Es geht um die Frage der Nachwuchssicherung, der Erneuerung des Arbeitsrahmens der Fachleiterinnen und Fachleiter, die als Lehrkräfte konkret im Praxisbezug ausbilden. Wir wollen schauen, wo in der Einstellungspraxis, in der Ausbildung von Seiten- und Quereinsteigenden noch Stellschrauben zu drehen sind, aber natürlich auch, welche Handlungsfelder es noch gibt. Wir alle reden immer über die großen Handlungsfelder, die da auf dem Tisch liegen, die spielen hier natürlich auch eine Rolle, nicht nur die Digitalisierung, sondern auch andere Fragen wie Demokratiebildung oder beispielsweise auch der Umgang mit der Heterogenität und Vielfalt. Um mehr Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger in diesem Bereich gewinnen zu können und sie bestmöglich zu unterstützen, plädieren wir dafür, die Reform mit den entsprechenden Maßnahmen weiter anzugehen, und freuen uns auf die gemeinsame Diskussion unseres Antrags hier im Plenum, sowie dann sicherlich auch im Ausschuss, um die bestmögliche Aufstellung einer zukunftsfähigen Lehrerinnenbildung in der zweiten und dritten Phase in Thüringen auf den Weg zu bringen. Vielen Dank. (Beifall DIE LINKE)

Alle Reden von Christian Schaft Protokoll ↗