Hoffmann
Einsatz von Wärmebilddrohnen zum Schutz von jungen Wildtieren auf Landesebene implementieren und auf Bundesebene unterstützen
Vielen Dank, Herr Präsident. Kolleginnen und Kollegen, liebe Zuschauer, als wir im Juni 2020 einen Antrag mit demselben Ziel, nämlich dem Schutz von Rehkitzen und anderen Jungtieren, eingebracht haben und dieser dann schließlich im März 2021 debattiert wurde, haben alle anderen Fraktionen diesen Antrag abgelehnt, unter anderem damit, dass sich der Bund bereits kümmere und das Problem gar keines wäre. Mit diesem neuen Antrag zum Schutz von jungen Wildtieren durch den Einsatz von Wärmebilddrohnen vor der Mahd hat der Landtag daher noch mal die Möglichkeit, im Sinne des Tierschutzes zu agieren. Der Bund hat für 2023 Gelder zur Förderung von Wärmebilddrohnen eingestellt, die Richtlinie soll aber erst ab Juli des Jahres gelten. Insofern hätte der Alternativantrag der FDP ein Update gebraucht. Aber wir freuen uns, dass Sie sich auf unsere Initiative hin mit dem Thema beschäftigen.
(Beifall AfD)
Uns ist das Thema wichtig, denn jedes Jahr sterben Tausende Rehkitze, Junghasen und Bodenbrüter bei der Grasmahd. Die Tiere werden verstümmelt und getötet, die Gelege der Wiesenbrüter werden zerstört. Der Deutsche Tierschutzbund schreibt dazu – ich zitiere –: „Sobald auf Wiesen und Feldern die Ernte beginnt, können die großen Erntemaschinen Wildtieren gefährlich werden, die in den Pflanzen Unterschlupf gesucht haben. Vor allem junge Hasen und Rehe ducken sich bei Gefahr und kauern regungslos am Boden, was ihnen beim Mähen zum Verhängnis wird. Die Maschinen zerstören Nester und Gelege von Vögeln, die auf Wiesen brüten. Viele dieser Vögel stehen auf der Roten Liste der bedrohten Arten, beispielsweise Kiebitz, Feldlerche, Bekassine und Wachtelkönig. Schätzungen zufolge sterben auf diese Weise jährlich mindestens 500.000 Wildtiere – darunter unzählige Rehkitze.“ Insbesondere den Kitzen wird zum Verhängnis, dass ihr Absetzen mit den ersten Grünanschnitten zusammenfällt. Ihre Kinderstube wird zur Todesfalle. Ähnlich geht es dem Feldhasen. Die Besatzdichte des Feldhasen ist in Thüringen zwar konstant, aber konstant auf niedrigem Niveau. Laut dem Wildtierinformationssystem der Länder weist Thüringen im Mittel eine der niedrigsten Besatzdichten Deutschlands auf. Hier zählt jedes Tier zum Aufrechterhalten der Art. Hinzu kommt die Gefahr der Erkrankung von Nutztieren an Botulismus durch das Eintragen von vermähten Tieren, also Kadavern, in das Heu. Allein schon deshalb ist das Aufspüren von Rehkitzen und anderen Jungtieren, aber auch Bodengelegen vor der Mahd so wichtig. Die Hegepflicht, welche Maßnahmen gegen Mähtod erfordert, obliegt dabei den Jagdausübungsberechtigten. In Verantwortung stehen aber auch Grundstückseigentümer und Landwirte. Das Absuchen der Mahdflächen wird auch durch Jagdhunde und Ver grämungsmethoden unterstützt, kann aber letztlich effektiv durch Wärmebilddrohnen unterstützt wer den. Bis zu 40 Hektar am Tag können dabei abge flogen werden. Die Jäger und unsere Bauern kön nen hierbei der nschaffung der kostenintensiven A Geräte mit bis zu 15.000 Euro unterstützt werden, damit der Artenbestand in den Grünlandlebensräu men erhalten bleibt. Dem Jäger, der Landwirtschaft, die zwischen Verpflichtungen und Subventionen gefangen ist, und dem Artenbestand kann so gehol fen werden. Und die Landesregierung gibt selbst zu – ich zitiere dazu aus der Antwort auf meine Kleine Anfrage „Schutz von Jungtieren und Bodenbrütern vor der Mahd“ mit der Nummer 7/979 –: „Der Ein satz von Drohnen mit Wärmebildkamera zur Wild tierrettung stellt eine sinnvolle Ergänzung bzw. Al ternative zu traditionellen Methoden dar.“ Weiteres in der Debatte, vielen Dank.
(Beifall AfD)
