Dirk Bergner
Wer das Land ernährt, verdient Respekt – Mobile, stressfreie Schlachtungsmethoden unterstützen
Vielen Dank, Frau Präsidentin. Meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Zuschauerinnen und Zuschauer, ich freue mich, dass der Antrag der FDP mit dem Titel „Mobile, stressfreie Schlachtungsmethoden unterstützen“ aus unserer Reihe „Wer das Land ernährt, verdient Respekt“ endlich seinen Weg in die Beratung gefunden hat. Der Antrag stammt immerhin vom 19. April 2022. Der Gedanke, der hinter unserem Antrag steht, ist die Verbesserung der Situation für die tierhaltenden Betriebe in unserem Freistaat sowie die Vermeidung unnötiger und langwieriger Transporte von Schlachtvieh auf seinem letzten Weg und natürlich in dem Zusammenhang auch eine Stärkung von Marktvielfalt. Denn wir haben in den letzten Jahren eine Marktkonzentration auf dem Feld der Schlachthöfe erleben und beobachten müssen und Thüringen ist dabei erheblich von der Schließung bestehender Betriebe betroffen gewesen. Neue Großschlachthöfe entstanden außerhalb unseres Freistaats. In der Folge findet natürlich auch die Wertschöpfung außerhalb Thüringens statt und die Abhängigkeit unserer landwirtschaftlichen Betriebe und auch der fleischverarbeitenden Betriebe ist gestiegen. So wird beispielsweise der Großteil der Schweine aus Mitteldeutschland inzwischen in Weißenfels verarbeitet. Die dadurch notwendigen Transporte verursachen Stress bei den Tieren, und gestresste Tiere bedeuten auch ein höheres Risiko für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Schlachthöfen, durch Arbeitsunfälle verletzt zu werden, CO -Emis2 sionen und natürlich auch Kosten, die auf die Erzeuger umgelegt werden müssen. Mit unserem Antrag möchten wir diesen Gegebenheiten etwas entgegensetzen. Das Konzept der mobilen Schlachtung bietet die Möglichkeit, lokal, biologisch und mit regionaler Wertschöpfung Tiere direkt beim Erzeuger zu verarbeiten. Regionale Produktion ist sicherlich etwas, was allen hier im Haus als ein erstrebenswertes Ziel naheliegen dürfte. Seit 2015 wurden im Zuständigkeitsbereich des TMIL zwei mobile Schlachteinheiten gefördert. Das zeigt, dass wir auch zukünftig Unterstützung brauchen, um die Konkurrenzfähigkeit dieser alternativen Methoden zu steigern. Auf rechtlicher Ebene sind ebenfalls die Grundlagen für mobile Schlachtungen seitens der EU mittlerweile gegeben, aber im Vergleich zu anderen Bundesländern haben wir hier noch weiteren Regelungsbedarf, über den wir uns gern im Ausschuss mit Ihnen unterhalten möchten. Zum Abschluss, meine sehr verehrten Kolleginnen und Kollegen, möchte ich hier im Namen der Freien Demokraten die Überweisung an den Ausschuss für Infrastruktur, Landwirtschaft und Forsten beantragen. Wenn es, wie avisiert wurde, zu der Ausschussüberweisung kommt, beantragen wir zugleich mit Blick auf die Abarbeitung der Tagesordnung hier im Hause, den Sofortbericht der Landesregierung ebenfalls im Landwirtschaftsausschuss hören zu dürfen. Meine Damen und Herren, ich danke Ihnen.
