Corinna Herold
Gendern? Nein Danke! Regeln der deutschen Sprache einhalten – keine politisch motivierte Verfremdung der Sprache!
Vielen Dank, Herr Präsident. Es sind ja erfreulicherweise zu später Stunde plötzlich alle hellwach und – auch sehr erfreulich – so gut wie alle anwesend. Deswegen möchte ich die Gelegenheit nutzen, hier noch was zu dem vorgelegten Änderungsantrag der Fraktionen Die Linke, der SPD und Bündnis 90/Die Grünen zu sagen,
(Zwischenruf Abg. Reinhardt, DIE LINKE:
Das ist gar nicht der Beratungsgegenstand!) die zur Selbstverpflichtung zu respektvoller Kommunikation aufrufen. Ich darf an dieser Stelle mal an die Debatte im Laufe des Tages erinnern, wo eine Abgeordnete der Linken meinen Kollegen Uwe Thrum an seinem Geburtstag in herabwürdigender Weise glaubte ansprechen zu müssen, um ihm zu raten, er möge doch einfach mal – Sie gestatten, Herr Präsident – „die Fresse halten“. Das ist keine respektvolle Kommunikation.
(Beifall AfD)
Sie sollten also, bevor Sie solche Anträge in die Welt setzen, zunächst einmal dafür sorgen, dass Ihre eigenen Fraktionsmitglieder die einfachsten Regeln des menschlichen Anstands beherzigen.
(Beifall AfD)
Zum anderen möchte ich darauf verweisen, dass wir längst da angekommen sind, wo Texte absurd werden oder unleserlich oder wo die Verfasser oder die Schreiber dieser Texte Lebenszeit verschwenden durch unsinnige Dopplungen und ähnlichen Unfug, der sich zum Beispiel in der Geschäftsordnung des Thüringer Landtags niederschlägt, aus der ich zitieren darf mit Ihrer Erlaubnis, Herr Präsident, aus § 71 Abs. 2: „Entsprechendes gilt für die Stellvertreterin beziehungsweise den Stellvertreter der beziehungsweise des Vorsitzenden. Die Stellvertreterin beziehungsweise der Stellevertreter darf jedoch nicht derselben Fraktion angehören wie die beziehungsweise der Vorsitzende.“ und Absatz 3 „Die beziehungsweise der Vorsitzende eines Ausschusses oder deren Stellvertreterin beziehungsweise Stellvertreter beziehungsweise dessen Stellvertreterin beziehungsweise Stellvertreter kann […] abberufen werden.“
(Heiterkeit AfD)
Das kann man einem Außenstehenden kaum noch vermitteln und schon gar nicht in einfacher Sprache, meine Damen und Herren.
(Beifall AfD)
Wir befinden uns längst auf der abschüssigen Straße ins Nirgendwo, ins sprachliche Desaster, in die Verunklarung, in Strukturen, die, wenn man den Klassikern der Psychoanalyse glaubt, hier und da geradewegs in den Irrsinn führen.
(Zwischenruf Abg. Dr. Hartung, SPD: Da ken-
nen Sie sich ja aus!) Davor muss uns auch dieser Antrag bewahren und wir werden ihm zustimmen. Herzlichen Dank.
(Beifall AfD)
