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Dr. Bergner

Gruppe der BfTh 10.11.2022 Sitzungen 7/94

Gendern? Nein Danke! Regeln der deutschen Sprache einhalten – keine politisch motivierte Verfremdung der Sprache!

Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kollegen Abgeordnete, liebe Zuhörer! In meiner Rede am 10. März letzten Jahres zur Aktuellen Stunden anlässlich des 8. März – dem Weltfrauentag – sagte ich: „Bis 1990 war ich Physiker, danach wurde ich Physikerin. Was hat das ‚ ‑ in‘ für mich verändert?“ Damals ging es um die Gleichstellung von Frauen in der Gesellschaft und ich führte aus, dass diese nicht an der Endung der Berufsbezeichnung liegt, sondern an den Rahmenbedingungen der Gesellschaft. Im vorliegenden Antrag der CDU geht es nun genau um diese Endung, jedoch in Zusammenhang mit der mehrheitlich von den Menschen im Land abgelehnten sprachlichen Entgleisung des Genderns. Eigentlich führen die Gendertreiber sich selbst ad absurdum, weil sie jetzt noch die Diversität der Geschlechter in den Mittelpunkt stellen wollen. Sprache drückt zunächst einmal die Struktur und die Schönheit einer Kultur aus. Der Zerstörung einer kulturvollen Sprache, der deutschen Sprache, folgt die Zerstörung einer Kultur. Egal, ob Binnen-I oder die anderen tollen Vorschläge bis hin zur Verwendung der Nachsilbe „ ‑ ens“ als geschlechterneutrale Bezeichnung – sie alle eint die Zerstörung von Sprachfluss und Verständlichkeit. (Heiterkeit im Hause) (Beifall Gruppe der BfTh) Es klingt und liest sich nicht nur unmöglich, es ist auch unsinnig und unnütz. Denn die deutsche Sprache besitzt das generische Maskulinum als geschlechtsneutrale Verwendung von Substantiven und Pronomen. Und der Entwicklung, der Gleichberechtigung hat das auch keinen Abbruch getan. (Zwischenruf Abg. König-Preuss, DIE LINKE: Ja, mit Frauen wie Ihnen hätten wir keine Gleichberechtigung!) (Heiterkeit BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Die Ideologen dieser sprachlichen Unkultur benennen als Grund eine diskriminierungsfreie Sprache. Im Ernst? Wörter werden erst dann als diskriminierend empfunden, wenn ich das so vermittle. Man nutzt dieses Thema, um von wirklichen Problemen unserer Gesellschaft abzulenken. Ich nenne Ihnen eins von vielen Beispielen: Deutschland leistet sich gegenwärtig rund 250 Lehrstühle für Genderstudies. 2017 waren es noch 200 – (Zwischenruf Abg. Dittes, DIE LINKE: Sie wissen aber schon, was das ist?) ein Aufwuchs von 25 Prozent in den letzten fünf Jahren. Dem stehen lediglich 149 Pflegestudiengänge gegenüber. Dies ist der eigentliche Skandal. (Beifall Gruppe der BfTh) Eine der dringendsten Aufgaben in unserem Land wird zugunsten eines Psyeudoproblems vernachlässigt. Doch im Grunde geht es gar nicht um Gleichberechtigung oder Diskriminierungsfreiheit. Es geht um Erziehung und Machtausübung. Dies erfolgte zu allen Zeiten durch Symbole, denn Gendern ist per se nichts anderes als Symbolismus. Es ist das Symbol einer kleinen Gruppe von Politikern und Medienleuten, die der Mehrheit der Menschen im Land ihren Willen aufzwängen wollen. (Beifall Gruppe der BfTh) Wenn aber die Mehrheit der Bürger hier in Thüringen genau diese Ziele und die damit verbundene Sprache ablehnt, sollte man doch so demokratisch sein, dies zu akzeptieren. Die Bürger unseres Landes sind mündig und brauchen nicht die Erziehung durch Politiker und Medienschaffende. Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall Gruppe der BfTh)

Protokoll ↗