Prof. Dr. Hoff
c) auf Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zum Thema: „Thüringer Wirtschaft auf dem Weg zur Klimaneutralität unterstützen – Ausbau der Erneuerbaren Energien beschleunigen“
Frau Präsidentin, sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete, ich will in meiner Funktion als Landesbeauftragter zur Bekämpfung des Antisemitismus eine Bitte an alle hier im Thüringer Landtag richten. Der Abgeordnete der AfD hat in seiner Rede zutreffend aus einem Interview einer Thüringer Zeitung zitiert, in der der interviewte Wissenschaftler deutlich gemacht hat, dass in der Vergangenheit für Naturereignisse Jüdinnen und Juden verantwortlich gemacht wurden, auch Hexen verbrannt wurden, dass es Pogrome gegeben hat – insoweit richtig zitiert. Er hat dann über dieses Interview hinausgehend mit seinen eigenen Worten deutlich gemacht: das, was damals geschehen ist, also Pogrome gegen Jüdinnen und Juden, Verbrennung von Hexen – heute würden diejenigen, die Klima leugnen, als Nazis denunziert und vom Verfassungsschutz überwacht werden. Ich bin in der Vergangenheit immer wieder auch von Vertreterinnen und Vertretern der Jüdischen Gemeinde gebeten worden, dass auch der Thüringer Landtag in der Verantwortung steht, Relativierungen des Holocausts zu vermeiden.
(Beifall DIE LINKE, CDU, SPD, BÜNDNIS
90/DIE GRÜNEN) Die Positionierung, die heißt, damals wurden Juden verfolgt, heute werden Klimaleugner verfolgt, ist in den Augen von Jüdinnen und Juden, in den Augen derjenigen, die historisch entsprechend Aufarbeitung machen, eine Relativierung des Holocausts.
(Beifall DIE LINKE, CDU, SPD, BÜNDNIS
90/DIE GRÜNEN, Gruppe der FDP) Ich bitte alle Abgeordneten dringend, dies zur Kenntnis zu nehmen und sich auch an diesen Vorstellungen der Jüdischen Gemeinde – es sind deren Angehörige, die in den Konzentrationslagern umgebracht worden sind –, dass wir uns alle bitte daran halten. Vielen Dank.
(Beifall DIE LINKE, CDU, SPD, BÜNDNIS
90/DIE GRÜNEN, Gruppe der FDP)
