Laura Wahl
Gesetz zur Aufhebung des Thüringer Klimagesetzes
Man muss es einmal so deutlich aussprechen: Die Rede, die Frau Hoffmann vorhin gehalten hat, die hat nichts als Desinformation verbreitet.
(Zwischenruf Abg. Thrum, AfD: Gehe erst
einmal arbeiten, Mann!) Man könnte eigentlich jeden einzelnen Satz von ihr nehmen und wissenschaftlich überprüfen und zeigen, dass es an der Realität vorbeigeht, dass es wissenschaftliche Fakten negiert und dass es gegen jegliche Vernunft ist. Es gibt einen wissenschaftlichen Konsens. Dieser Konsens besagt, die Klimakrise ist menschenverursacht. Ich sage Ihnen auch: Es gibt auch einen wissenschaftlichen Konsens, dass diese Erde rund ist. Auf dieser Welt gibt es einzelne Verrückte, die behaupten, die Erde sei flach. Das Absurde ist, dass sich hier in dieses Parlament eine politische Kraft hinstellt und allen Ernstes immer wieder behauptet und versucht, zu beweisen, diese Erde sei flach. Genau dieselbe Argumentation vertreten Sie beim Klimaschutz und laufen eben ins Leere.
(Beifall DIE LINKE, BÜNDNIS 90/DIE GRÜ-
NEN)
(Unruhe AfD)
Aber wissen Sie, was mich tatsächlich an Frau Hoffmans Rede erschüttert hat? Sie haben ja nicht mal einen Ansatzpunkt. Sie sind nicht einmal auf das Thema „Klimaschutz und Klimakrise“ eingegangen. Und warum? Weil Sie keine Antwort haben, weil Sie lieber den Kopf in den Sand stecken und nicht wissen, wie man mit der Klimakrise umgehen soll. Sie hoffen, dass Menschen das einfach nicht mitbekommen, dass sie existiert. Und da sage ich Ihnen: Jeder Mensch in Thüringen bekommt mittlerweile längst mit, dass die Klimakrise real ist,
(Zwischenruf Abg. Kießling, AfD: Das Klima-
gesetz ist jedenfalls falsch!) weil die Menschen in den Städten sehen, dass die Stadtbäume kaputtgehen, erst recht die Menschen in den Dörfern im Thüringer Wald. Im Harz, die merken doch, dass die Wälder und Hänge außen herum überall absterben. Dafür haben Sie keine Lösung, wie Sie das verhindern wollen. Deswegen, wenn es darum geht, dass Natur zerstört wird, ist die Klimakrise die größte Gefahr für unsere biologische Vielfalt. Wenn Sie nichts dagegen tun, dann sind Sie eben daran schuld, dass unsere Natur kaputtgeht.
(Beifall DIE LINKE, BÜNDNIS 90/DIE GRÜ-
NEN)
(Zwischenruf Abg. Kießling, AfD: Sie sind
daran schuld!)
(Zwischenruf Abg. Sesselmann, AfD: Wer
unterstützt hier die Waffenlieferungen?) Jetzt will ich noch zwei Sätze zu Herrn Gottweiss sagen: Wir haben mittlerweile mehrmals, auch im Ausschuss, darüber diskutiert – und Herr Wesselak hat das zum Beispiel häufig dargelegt –, dass auf der gleichen Fläche nicht unbedingt mehr Energie produziert werden kann. Denn die Windanlagen werden größer. Dadurch hat jede einzelne Windkraftanlage mehr Leistung, aber dadurch werden auch die Abstände größer. Die Leistung, die pro Fläche generiert werden kann, die bleibt in etwa die gleiche. Deswegen brauchen wir übrigens überall in Deutschland das 2-Prozent-Ziel, denn wir wollen ja nicht, dass ein massiver Netzausbau stattfinden muss, der dann in riesigen Stromautobahnen den Strom nur von Norden nach Süden transportiert. Sondern die Idee einer dezentralen Energiewende ist, dass jedes Bundesland seinen Energieverbrauch bilanziell selbst generieren kann. Deswegen brauchen wir auch hier in Thüringen eine Vergrößerung des Windkraftflächenanteils. Was Sie hier so an Zahlen in den Raum gestellt haben, als würde Thüringen bald Energieexporteur werden: Aktuell ist der Anteil der erneuerbaren Energien am Primärenergieverbrauch 23,6 Prozent. Also, ich glaube, Sie haben da vorhin wirklich etwas mit Stromverbrauch, Energieverbrauch und verschiedenen Unterschieden hart durcheinandergeworfen, Herr Gottweiss. Ich würde mich deswegen wirklich freuen, wenn wir in Zukunft doch wieder fachlicher darüber sprechen können, der Realität ins Auge schauen und uns überlegen, wie wir wirklich Thüringen in Zukunft lebenswert gestalten können. Denn dazu bietet Klimaschutz durchaus die Chance. Wir sollten das gemeinsam angehen. Wir sollten es im demokratischen Spektrum machen und absurde, abstruse Ideen von rechts außen einfach negieren und nicht in dieser politischen Debatte immer wieder wiederholen. Danke.
(Beifall DIE LINKE, SPD, BÜNDNIS 90/DIE
GRÜNEN)
(Zwischenruf Abg. Dr. Lauerwald, AfD: End-
lich mal eine Fachexpertin!)
