Christian Tischner
Hochschulbauplanung Thüringen 2030
Frau Präsidentin, meine sehr geehrten Damen und Herren, liebe Schülerinnen und Schüler, ich glaube, die vergangenen Redebeiträge haben deutlich gemacht, dass es beim Hochbau und insbesondere beim Hochschulbau tatsächlich um Investitionen in die Zukunft geht. Und ich bin in der Hinsicht auch für meine Fraktion dankbar, dass die Koalitionsfraktionen die Initiative unternommen, aufgegriffen haben, das, was der Wissenschaftsrat vorgelegt hat, hier im parlamentarischen Rahmen auch noch mal intensiv zu diskutieren. Hochschulbau, dazu gehören unter anderem die Fragen nach Neu- und Umbau von Gebäuden, es gehören dazu die zukunftsfähigen Konzepte für die Nutzung und den Betrieb der Gebäude, es gehört dazu die Vernetzung mit der örtlichen Infrastruktur, aber auch die Fragen der Digitalisierung gehören dazu. Die Herausforderungen im Hochschulbau sind vielfältig – die Vorredner sind darauf eingegangen. Aus unserer Sicht ist es notwendig und richtig, zu schauen, wie Antworten gegeben werden können auf hybride Lernarchitekturen, also wie Forschung und Lehre sowohl digital als auch in Präsenz stattfinden kann. Es ist wichtig, dass Antworten gegeben werden, wie die in die Jahre gekommene Bausubstanz attraktiv ausgestaltet werden kann und wie wir mit Blick auf die zunehmenden Platzprobleme, mit Blick auf Fragen von Energieeffizienz, Barrierefreiheit, aber auch die Passfähigkeit von neuen Technologien beim Hochschulbau gemeinsam vorangehen wollen. Ein Umfeld, was uns bewegt, sind natürlich auch die zunehmenden Kosten und die Notwendigkeit, bei der Art des Bauens auch nachhaltig die Dinge in den Blick zu nehmen. Die Anforderungen sind genauso gestiegen wie die Preise und gerade deshalb braucht es klare Prioritätensetzung und eine langfristige Strategie. Insgesamt also ein sehr wichtiges Thema, das wir sehr gern mit dem Wissenschaftsausschuss beraten wollen. Die Überweisung lohnt, da viele der getroffenen Feststellungen sich unmittelbar aus dem Positionspapier, was mehrfach erwähnt worden ist, des Wissenschaftsrats mit dem Titel „Probleme und Perspektiven des Hochschulbaus 2030“ ergeben und dementsprechend auch richtig und sinnvoll hier im Parlament beraten werden sollten. Eine Befassung im Wissenschaftsausschuss gibt gleichzeitig aber auch die Möglichkeit, weitere Ideen, weitere Aspekte aufzugreifen und festzuschreiben. Und aus unserer Sicht ist es dringend notwendig, zukunftsorientierte Fragen zu beantworten. An vielen Hochschulstandorten fehlt es genau an dem, was der Titel des Antrags verlangt, nämlich an einer langfristigen Planung. Genau dieses fordern Sie dann ja auch in Punkt III Ihres Antrags. Und ein weiterer Punkt, über den wir im Ausschuss gern mit Ihnen reden möchten, ist die Frage nach der baulichen Berücksichtigung von Transferleistungen. Auch der Wissenschaftsrat stellt fest, dass neben Forschung, Studium und Lehre Aktivitäten wie der Technologietransfer und die wissenschaftliche Weiterbildung deutlich an Bedeutung gewonnen haben. Die Wissenschaft genauso wie die Lehre sind kein in sich geschlossenes System mehr, kein abgegrenzter Raum, der von Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft getrennt ist, und das muss sich auch in der Infrastruktur widerspiegeln. Forschungsorientierte Unternehmen siedeln sich bevorzugt im räumlichen Zusammenhang zu kooperierenden Hochschulen an. Diese Synergie kann gestärkt werden, indem sich der Campus auch für das lebenslange Lernen und für interessierte Bürgerinnen und Bürgern, die sich an wissenschaftlichen Prozessen beteiligen, öffnet. Entsprechend wächst auch der Flächenbedarf natürlich dieser Transfer- und Weiterbildungsaktivitäten. Und dieser Aspekt ist eben auch im Hochschulbau stärker zu berücksichtigen. Es wäre aus unserer Sicht sinnvoll, den Antrag in diesem Punkt zu ergänzen, aber angesichts vielfältiger richtiger Ansätze freuen wir uns auf die Bearbeitung des Antrags im Wissenschaftsausschuss. So, wie es dem Wissenschaftsrat gelungen ist, eine gemeinsame Position vorzulegen, gelingt es vielleicht auch uns, hier im Parlament eine gemeinsame Position auf den Weg zu bringen. Vielen Dank.
(Beifall CDU)
