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Cornelia Klisch

SPD 02.02.2022 Sitzungen 7/71

a) auf Antrag der Parlamentarischen Gruppe der FDP zum Thema: „Wintersport in Thüringen stärken und fördern“

Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrter Herr Landtagspräsident, es ist immer schwierig, wenn ganz viele schon geredet haben, quasi nicht noch mal dasselbe zu sagen. Prinzipiell natürlich: Olympia steht am Freitag ins Haus, die Fackelläufe haben bereits begonnen. Wir sind, glaube ich, alle stolz darauf, dass wir 17 Leistungssportler aus Thüringen, aus unserem Wintersportland dort haben, die uns dort vertreten werden. Ich bin mir sicher, dass die alles geben, damit sie ihre beste Leistung aus sich rausholen, dass sie über ein kleines bisschen Glück vielleicht sogar Medaillen nach Thüringen bringen und wir alle mit ihnen fiebern können und stolz auf sie sein werden. Aber dieser Weg dorthin, den diese Leistungssportler gegangen sind, ist ein sehr, sehr langer Weg. Das hört sich immer so leicht an, aber letztendlich sind diese Menschen, Männer und Frauen, einen Weg von ihrer Kindheit an gegangen. Sie waren oft ganz jung, bevor sie sich wirklich bewusst entschieden haben, einen Sport zu machen. Sie haben wahrscheinlich reingeschnuppert vor Ort in ihren Sport, sie haben Dinge ausprobiert, irgendwann hat es ihnen gefallen, die Eltern haben sie auch immer wieder hingebracht, weil das ist ja mit kleinen Kindern am Anfang immer sehr schwierig. Und irgendwann sind sie dabei geblieben. Knut Korschewsky und – ich glaube – auch andere Vorredner sagten das gerade: Es braucht letztendlich für einen guten Leistungssport eine breite Basis, es braucht Vielfalt. Und nur aus der Vielfalt heraus können wir natürlich auch Diamanten entdecken, die dann geschliffen werden und die dann irgendwann mit 20, 30 Jahren eben auch diese Leistungen bringen, auf die wir alle so stolz sind. Vielleicht noch eine Anmerkung zur Vorrede: Ja, Leistungssport und die dazugehörigen Wettkämpfe – wir haben leider noch nie Olympia in unserem Bundesland gehabt, aber wir haben andere tolle internationale Wettkämpfe, Oberhof wurde gerade genannt. Wir freuen uns alle auf das nächste Jahr, was ja Hartmut Schubert auch intensiv vonseiten der Regierung mit den Oberhofern vorbereitet. Wir hoffen da auf den Biathlon und auf die Rodelweltmeisterschaft. Das sind natürlich Tourismusmagneten. Deshalb ist es hier natürlich ein Einfaches, jetzt nur über Sport zu reden, 1 Milliarde Investitionsdruck in den Sportstätten – Knut, da ist natürlich das Geld, was wir jetzt in diesen Haushalt tun, auch wenn wir aufgestockt haben, 4 Millionen noch mal drauf, das ist zu wenig, keine Frage. Aber, das wurde auch gesagt, solche Wettkämpfe sind letztendlich Magneten, sie locken die Menschen an, sie sind Tourismushighlights. Da sind wir natürlich beim Thüringer Wald als Wintersportregion. Das ist eben nicht nur Oberhof. Ruhla wurde vorhin vermisst. Gerade bei den Skispringern geht es um Ruhla, um Lauscha und natürlich um Brotterode – es geht um viele andere Orte, die eine lange Tradition haben. Deswegen lassen Sie mich jetzt noch mal kurz zu Brotterode kommen. Wir als SPD sind auch im Club der 100-Jährigen, Brotterode ist es auch, Brotterode hat nämlich seit 117 Jahren seine Inselbergschanze in Brotterode. Dort ist nicht nur Winterspringen oder Skispringen Tradition, sondern es ist auch Innovation in Brotterode. Dort wurde zum Beispiel das Mattenspringen erfunden, ich weiß nicht, ob Sie das wissen, dass man auch im Sommer springen kann, dass man also eine Schanze immer nutzen kann. Die Wettkämpfe sind legendär, nicht nur wegen den berühmten Skispringern Sven Hannawald oder Karl Geiger, sondern auch, weil dort immer ganz, ganz viele Zuschauer sind, weil da eine extrem herzliche Atmosphäre ist. Die Ehrenämtler, Hunderte davon leisten da extrem gute organisatorische Arbeit. Ich glaube, nicht zuletzt deswegen hat sich die FIS entschlossen, obwohl sie sehr, sehr harte Kriterien für internationale Wettkämpfe hat, eine Ausnahmeregelung zu erlassen, sodass in Brotterode weiter, auch dieses Jahr, ein internationaler Wettkampf stattfinden kann. Aber die Ausnahme ist natürlich nicht die Regel, und natürlich müssen wir deswegen heute und auch hier oder auch noch mal an anderer Stelle darüber reden, ob wir nicht im Sinne unserer Tradition als Wintersportland politisch ein Zeichen setzen wollen – und es geht heute um den Wintersport –, im Sinne der Tradition, dass wir uns dazu bekennen und sagen, wir brauchen Nachwuchs, wir brauchen aber auch Orte, die leuchten, und wenn wir es natürlich mit Tourismus verbinden, und da sind wir auch beim Geld – es geht ja auch um Investitionen aus dem Tourismusministerium –, dann sollten wir zumindest den Dialog suchen. Deswegen sind wir als SPD der Meinung, es braucht wirklich noch mal einen konstruktiven Dialog zwischen Landesregierung, zwischen Wintersportvereinen, Stadt- und Landkreisen, damit diese Tradition nicht einfach so beendet wird. Wir als SPD sind dazu bereit. Wir hätten uns gefreut, wenn all die anderen Fraktionen wie FDP oder CDU im Rahmen der Haushaltsdebatte, vielleicht auch konkret für Brotterode, einen Antrag gestellt hätten in Sachen Haushalt. Nicht nur allgemeiner Aufwuchs, sondern konkret für die Schanze, aber letztendlich ist ja nicht immer alles in Stein gemeißelt. Also deshalb meine Bitte, lassen Sie uns auch noch mal reden. Es ist ein richtiger, wichtiger Schritt, dass wir schon aufgestockt haben, deshalb – auch CDU und Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke und wir als SPD – hoffe ich, dass wir diesen Haushalt auch so verabschiedet bekommen und nicht nur darüber reden, sondern es dann auch wirklich umgesetzt bekommen. In diesem Sinne, lassen Sie es uns anpacken und Sport frei. Danke. (Beifall SPD)

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