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Dr. Thadäus Rudolf König

CDU 02.02.2022 Sitzungen 7/71

a) auf Antrag der Parlamentarischen Gruppe der FDP zum Thema: „Wintersport in Thüringen stärken und fördern“

Sehr geehrter Herr Präsident, werte Kolleginnen und Kollegen Abgeordnete, sehr geehrte Zuschauer, in wenigen Tagen starten die Olympischen Winterspiele in Peking, und das ist aus unserer Sicht ein sehr guter Anlass, auch hier im Hohen Haus über Wintersport zu debattieren. Deswegen begrüße ich die Themenwahl der FDP zu dieser Aktuellen Stunde. Der Wintersport hat in Thüringen Tradition. Der Wintersport ist für uns seit langer Zeit ein internationales Aushängeschild und gehört aus meiner Sicht zu Thüringen wie Wartburg, Bratwurst, Thüringer Klöße, Schiller und Goethe. (Beifall CDU, Gruppe der FDP) In diesem Zusammenhang möchte ich daran erinnern, dass sich Thüringen in der Vergangenheit – von 1994 bis 2010 – auch mit einem eigenen Thüringer Haus bei den Olympischen Winterspielen präsentiert hat. Dort konnte dann den Thüringer Medaillengewinnern auch vorzüglich Ehre erbracht und gefeiert werden. Die Tradition ist seit 2010 leider eingeschlafen. Ich denke, das war ein sehr gutes Marketinginstrument für den Thüringer Wintersport, aber auch insgesamt für den Freistaat Thüringen. (Beifall CDU, Gruppe der FDP) Vielleicht können wir diese Tradition auch wiederbeleben. Gerade in dieser Zeit gab es auch die Situation, dass im Medaillenspiegel nicht nur Deutschland ausgewiesen wurde, sondern auch Thüringen, und dort mit Thüringen selbst Spitzenpositionen eingenommen wurden. Jetzt sind wir ein Stück weit davon entfernt, wollen aber wieder dort hinkommen. Deswegen ist es wichtig, das Thema „Wintersport“ in Thüringen ganzheitlich zu betrachten. Deswegen komme ich jetzt zum eigentlichen Inhalt der Aktuellen Stunde der FDP: wie wir den Wintersport in Thüringen weiter stärken und fördern können. Die FDP stellt in der Begründung der Aktuellen Stunde richtigerweise fest, dass Oberhof ein Leuchtturm des Wintersports ist. Oberhof besitzt ein hohes internationales Renommee, jährliche Weltcups finden hier statt und es existieren erstklassige Trainingsbedingungen. Mit den Weltmeisterschaften im Biathlon und Rennrodeln im kommenden Jahr stehen Oberhof und uns Thüringerinnen und Thüringern sogar zwei Sportereignisse der Spitzenklasse bevor. Die Welt wird im kommenden Jahr ganz besonders auf Oberhof und damit auch auf Thüringen schauen. Darüber sollten wir uns freuen. Oberhof ist Leuchtturm und nimmt deshalb auch eine Sonderstellung bei der finanziellen Förderung der Sportstätten ein, die als Spitzensportstätten zusätzlich hohe Fördersummen durch das Bundesinnenministerium erhalten. Mit Beginn der Weltmeisterschaften werden knapp 100 Millionen Euro in den Wintersportort Oberhof geflossen sein, dessen Sportstätten dann zu den modernsten weltweit gehören werden. Ich bin mir sicher, dass die Rennsteigregion, aber auch die vielen Sportlerinnen und Sportler vor Ort langfristig von diesen Investitionen profitieren werden, wenn – das sage ich auch deutlich – es im Nachgang eine kluge konzeptionelle Strategie gibt, die alle Akteure vor Ort mit einbezieht – nicht nur in Oberhof, sondern in der ganzen Region. Sehr geehrte Damen und Herren, auch wenn im Wintersport Oberhof als Leuchtturm zählt, der strahlt, gibt es nicht nur Oberhof in Thüringen. Ich denke, darüber sind wir uns einig. Wir haben eine Vielzahl von Traditionsvereinen, Leistungsstützpunkten und Wintersportstätten wie in Brotterode, Ruhla, Lauscha oder Sonneberg/Schalkau. Aufgabe der Landesregierung muss deshalb sein, diese Standorte nicht zu vernachlässigen, sondern in Bezug auf die Sportstätten und die Trainingsinfrastruktur vor Ort weiterzuentwickeln und zu stärken. Für uns ist klar: Es braucht eine langfristige Strategie für die Entwicklung des Thüringer Wintersports, die alle Wintersportstandorte einbezieht und ihre Potenziale hebt. (Beifall CDU, Gruppe der FDP) Für die CDU-Fraktion ist klar, dass Thüringen mehr Investitionen in seine Sportstätten und Sportanlagen benötigt. Wir reden hier über einen Investitionsstau von ungefähr 1 Milliarde Euro bei den Thüringer Sportstätten. Aus diesem Grund haben wir bei den Haushaltsberatungen durchgesetzt, dass der Haushaltstitel für die Investitionen in kommunale Sportstätten von 7 auf 10 Millionen Euro steigt. Aus diesen Mitteln sehen wir auch die Wintersportorte wie Brotterode oder Ruhla gestärkt, die von diesen Töpfen profitieren sollen. (Beifall CDU, Gruppe der FDP) Wir setzen uns in diesem Zusammenhang auch für eine Verstetigung der Investitionen in die Sportinfrastruktur vor Ort ein, denn die Investitionen sind die Grundlage, um wieder Olympiasieger oder auch Weltmeister hervorzubringen. Deswegen ist es auch wichtig, eine bessere Verzahnung zwischen Sport und Tourismus herzustellen; Herr Kemmerich ist schon darauf eingegangen. Die Sportler sind unsere Aushängeschilder, wir werben mit unseren Sportlern. Das sollten wir fortführen. Aber wir sollten auch die Potenziale der Tourismusförderung für unsere Sportstätten entdecken, denn – wie ich Ihnen schon gesagt habe – die Töpfe der Sportförderung allein sind nicht ausreichend, um in unsere modernen Sportstätten zu investieren. Sehr geehrte Damen und Herren, ich möchte aber noch einen wichtigen Punkt ansprechen. Wir reden zum einen über eine gute Infrastruktur bei unseren Sportstätten. Aber wenn wir über Nachwuchsförderung reden, dann müssen wir auch über unsere Trainingsstruktur reden, wir müssen über unsere Stützpunktstruktur reden. Da sehe ich auch großen Handlungsbedarf der Landesregierung. Wir müssen sicherstellen, dass wir Landestrainer in den Stützpunkten haben, die vor Ort sichten, die vor Ort die Vereine unterstützen. (Beifall CDU, Gruppe der FDP)

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